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Information - Wissenschaft & Praxis

Ed. by Reibel-Felten, Margarita


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1619-4292
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Aus der DGI

Published Online: 2017-05-06 | DOI: https://doi.org/10.1515/iwp-2017-0037

DGI-Forum Wittenberg

Der Innenhof der Leucorea, Veranstaltungsort des DGI-Forums Wittenberg (Bild: Thorsten Schleese).
Abbildung 1

Der Innenhof der Leucorea, Veranstaltungsort des DGI-Forums Wittenberg (Bild: Thorsten Schleese).

In einer postfaktischen Zeit und unter Vorzeichen populistischer Gemengelagen von AfD bis Trump ist die Forderung nach Transparenz im Politikbetrieb ebenso unüberhörbar, wie die Notwendigkeit einer sachlichen Berichterstattung. Nicht zuletzt durch die ungefilterte, freie Meinungsäußerung in sozialen Netzwerken stehen die etablierten Medien und der seriöse Journalismus selbst unter Druck und in der Kritik. Durch Fake-News oder alternative Fakten werden die Grenzen zwischen Glauben, Meinen und Wissen bewusst verwischt, um durch Vagheit Unsicherheit zu erzeugen, gesellschaftliche Diskurse zu dominieren oder Personen und Themen gezielt zu diskreditieren. Meinungs- und Stimmungsmache im Internet kombiniert mit Filteralgorithmen und Communities verzerren Wahrnehmung und Wirklichkeit zusehends.

Die Tagung stellt die Sprache selbst in den Fokus. Denn: Sprache ist gleichermaßen Werkzeug des Denkens und Medium für Information, jedoch auch Taktgeber und Gradmesser für neue Technologien in der Internet-Kommunikation sowie der Künstlichen Intelligenz. Im Sinne einer intellektuellen und individuellen Fähigkeit ist Sprache zudem nicht bloß bei der Recherche, im Diskurs oder als Instrument für Demagogie unhintergehbar, sondern im Umkehrschluss auch, um Unwahrheiten zu entlarven oder Meinungen von Fakten unterscheiden zu können

Das 3. DGI-Forum Wittenberg versteht sich als Plattform für einen offenen wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskurs rund um „Information und Wissen“. Auch im Wahljahr 2017 werden wir – wie in den Jahren zuvor – Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft, also Persönlichkeiten aus dem gesamten Spektrum des öffentlichen Lebens zusammenführen, um unter folgendem Rahmenthema zahlreiche offene Fragen zu diskutieren:

Am Anfang war das Wort – wer aber hat heute das Sagen? Sprache, Wahrheit und Datensouveränität in modernen Kommunikationswelten

Die Veranstaltung findet im Lutherjahr vom 7. bis 9. September 2017 in der Leucorea (Wittenberg) statt. Frühbucher erhalten bis zum 7. Juni 2017 attraktive Rabatte. Aktuelle Informationen zur Veranstaltung finden Sie online unter: http://dgi-info.de/events/dgi-forum-wittenberg-2017/

Personalwechsel in der DGI

Das Jahr 2017 ist ein aufregendes Jahr für die DGI. Gleich zwei wichtige Personalwechsel sind schon in der ersten Jahreshälfte zu vermelden. So hat Frau Marianne Arndt, Leiterin der DGI-Geschäftsstelle seit August 2014, die DGI zum 31. März 2017 verlassen, um eine neue Arbeitsstelle anzutreten. Sie führte die DGI-Geschäftsstelle mit Umsicht und unaufgeregter Kompetenz, auch in hektischen Zeiten, organisierte zahlreiche Veranstaltungen für die DGI und stand allen Mitgliedern, Partnern und Interessenten jederzeit als zugewandte Ansprechperson zur Verfügung.

Die Geschäftsstelle ist auch weiterhin zu den gewohnten Zeiten telefonisch erreichbar. Für Anfragen nutzen Sie bitte zukünftig folgende Mailadresse: mail@dgi-info.de.

Ein weiterer großer Einschnitt betrifft die Redaktion der IWP. Frau Marlies Ockenfeld, langjährige Chefredakteurin dieser Zeitschrift, hat zum 1. Januar 2017 ihre Position an Frau Margarita Reibel-Felten weitergegeben. Sie war über 40 Jahre für die Redaktion der NfD/IWP (Nachrichten für Dokumentation, jetzt: Information – Wissenschaft & Praxis) tätig (s. S. 204). Frau Reibel-Felten ist seit 2012 für die DGI tätig, zunächst in der DGI-Geschäftsstelle und nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit seit Ende 2015 in der Redaktion der IWP.

Lehrgang Informationsassistenz erfolgreich beendet

Mit strahlenden Gesichtern haben die neu gekürten Informationsassistentinnen Ende April ihre DGI-Zertifikate entgegengenommen, die sie nach erfolgreicher Prüfung in den Räumen der DGI-Geschäftsstelle überreicht bekamen. In insgesamt vier Wochen zwischen dem 6. März und 28. April 2017 standen alle für unseren Berufsstand wichtigen Themen – von der Recherche in professionellen Datenbanken über die Informationspräsentation bis zur inhaltlichen Erschließung von Medien aller Art, von Suchmaschinenoptimierung und Erarbeitung einer Social Media-Strategie bis zu Thesauruskonstruktion, Urheberrecht und Lizenzierung – auf dem Lehrplan. Abwechslung brachten ein ganztägiger Workshop zu Open Access und die Führung bei der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Strukturierung des Lehrgangs in einzelne thematisch zusammenhängende Module ermöglichte es erneut, je nach individuellem Fortbildungsbedarf nur an einzelnen kompakten Lerneinheiten teilzunehmen und dafür eine qualifizierte Teilnahmebestätigung zu erhalten.

Der nächste Lehrgang soll im Spätherbst 2017 oder Anfang 2018 stattfinden. Interessierte werden gebeten, sich möglichst frühzeitig telefonisch bei der DGI-Geschäftsstelle unter 069 430313 oder per E-Mail unter informationsassistent@dgi-info.de zu melden, damit passende Termine abgestimmt werden können.

DGI-Mitglieder stellen sich vor

Margret Schild, Theatermuseum Düsseldorf

Das Theater- und das Filmmuseum in Düsseldorf, für deren Bibliotheken ich verantwortlich bin, gehören zu den städtischen Kulturinstituten der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Sie sammeln, erschließen und vermitteln spezielle Aspekte der vielfältigen Kulturgeschichte der Stadt und der Region – zur Geschichte des Theaters und des Films, möchten Interesse und Spaß am Thema wecken sowie zu eigenem kreativen Arbeiten anregen. In beiden Einrichtungen besteht die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen – Theater-/Filmschaffenden und das Publikum, Theorie und Praxis, unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen. Es handelt sich um wissenschaftliche Spezialbibliotheken, die gleichzeitig die Funktion der Museumsbibliothek wahrnehmen. Mein Aufgabenbereich umfasst alle Aspekte der bibliothekarischen Arbeit (Bestandsaufbau und -pflege, formale und inhaltliche Erschließung, Informationsaufbereitung und -bereitstellung) und ist eng in die Museumsarbeit eingebunden (Embedded Library). Inhaltlich orientiert sie sich an der Geschichte der beiden Museen, dem jeweiligen Sammlungsprofil sowie den Ausstellungen, Projekten und Veranstaltungsangeboten. Die thematischen Schwerpunkte liegen auf den Themen Szenografie und Theaterfotografie bzw. Filmgeschichte und Filmarbeit sowie den pädagogischen Angeboten (Theater- und Medienpädagogik) und Veranstaltungen. Ganz zentral sind die Benutzer- bzw. Besucherorientierung, eine spartenübergreifende Sichtweise (Bibliothek und Sammlung) und die Vernetzung.

Auf der lokalen Ebene arbeiten wir im Verbund: der Gesamtkatalog der Düsseldorfer Kulturinstitute (GDK) weist bereits seit Ende der 1980er-Jahre die Bestände der Bibliotheken in einem digitalen Verbundkatalog nach, seit 2005 geschieht das auch im Bereich Sammlungsmanagement institutsübergreifend über d:kult (Digitales Kunst- und Kulturarchiv Düsseldorf). Aufgrund meiner Ausbildung als Dokumentarin wurde ich seitens des Theatermuseums mit der Aufgabe betraut, von Beginn an – als Vertreterin eines Pilotinstituts – beim Aufbau dieses Verbundes mitzuarbeiten und damit auch mit gestalten zu können. Nach Ende der Projektphase wurde der Kreis der Teilnehmer Schritt für Schritt erweitert und als dauerhafte Aufgabe im Kulturamt angesiedelt. Als das Filmmuseum ebenfalls Teilnehmer wurde, konnte ich die bisher gemachten Erfahrungen nutzen und auf die dortige Vorgehensweise in der Dokumentation von filmbezogenen Materialien übertragen. Hier erwies es sich als Vorteil, dass wir auch im Filmmuseum schon vorher abteilungsübergreifend nach gleichen Regeln (bei der Ansetzung von Namen und Filmtiteln) gearbeitet hatten, weil wir für die Benutzer vollständige und umfassende Informationen – unabhängig von den internen Strukturen – bereitstellen möchten. In beiden Fällen spiegeln wir die bisherigen und bewährten Dokumentationsstrukturen in der Datenbank wieder.

Während die Verbundarbeit in den Bibliotheken lange üblich ist, musste in Kulturinstituten über viele Jahre die Erkenntnis wachsen, dass das gesamte Sammlungsmanagement nur gemeinsam mit einer sinnvollen Arbeitsteilung zwischen zentralen Aufgaben, wie z. B. die Administration der gemeinsamen Datenbank oder Datenexporten, und der inhaltlichen Arbeit in den Kulturinstituten zu bewältigen und ihre Nachhaltigkeit zu gewährleisten ist. Unser gemeinsames Ziel ist es, die vielfältigen Bestände in den Kulturinstituten zu erschließen, damit zugänglich und in der digitalen Welt sichtbar zu machen. Auch die übrigen Arbeitsabläufe in den Museen sollen unterstützt und die Qualität der Dokumentation verbessert werden. Dabei nutzen und implementieren wir vielfältige Normen und Standards – sowohl aus dem bibliothekarischen als auch aus dem dokumentarischen Bereich und zusätzlich fachbezogene, soweit diese verfügbar und anwendbar sind. Bei all diesen Aufgabenstellungen habe ich den Vorteil, dass ich die spartenübergreifende Perspektive bereits im Rahmen der Ausbildung an der damaligen Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen in Köln. (heute FB Information und Kommunikation an der Technischen Hochschule) kennen gelernt habe und davon geprägt wurde: ausgebildet wurde für die Arbeit in wissenschaftlichen Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen, wozu man auch Museen zählen kann.

Mitglied in der DGD, heute DGI, wurde ich bereits während meines Studiums. Neben dem Bezug der Zeitschrift bot die Mitgliedschaft die Möglichkeit, an Tagungen (insbesondere dem Dokumentartag) teilzunehmen, sich auf diese Weise fortzubilden und neue berufliche Kontakte zu knüpfen. Wenn man in einer eher kleinen Einrichtung – wie den beiden genannten Museen – arbeitet, ist die Vernetzung sehr wichtig: der fachliche Austausch, die gegenseitige Inspiration und Unterstützung helfen enorm und tragen zu einer effektiven und qualifizierten Arbeit bei. In meinem Kontext sind vor allem die Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB), der Arbeitskreis der Filmbibliotheken, die Fachgruppe Dokumentation innerhalb des Deutschen Museumsbundes zu nennen. Hinzu kommen fachbezogene Vereinigungen, wie der Bundesverband der Bibliotheken und Museen für Darstellende Künste (national), die Internationale Vereinigung der Bibliotheken und Museen für Darstellende Künste (SIBMAS), die Internationale Vereinigung der Filmarchive (FIAF) und CIDOC (Internationales Komitee für Dokumentation).

Besonders spannend finde ich die die Verbindung von modernen Informationstechnologien, den klassischen Methoden und Werkzeugen zur Dokumentation und Information sowie der fachbezogenen Inhalte mit dem Ziel Besucher / Benutzer optimal mit Informationen zu versorgen. Während meiner beruflichen Praxis konnte ich verfolgen, wie sich die Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt und verbreitet haben, wie sich die Arbeitsweise und die Anforderungen verändert haben. Man lernt immer dazu: abgesehen von den technischen Weiterentwicklungen, sorgen die Anfragen seitens der Benutzer und die inhaltliche Beschäftigung mit den eigenen Beständen dafür, dass es nicht langweilig wird!

E-Mail:bibliothek.theatermuseum@duesseldorf.de

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Published Online: 2017-05-06

Published in Print: 2017-05-04


Citation Information: Information - Wissenschaft & Praxis, Volume 68, Issue 2-3, Pages 211–213, ISSN (Online) 1619-4292, ISSN (Print) 1434-4653, DOI: https://doi.org/10.1515/iwp-2017-0037.

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