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Kant-Studien

Philosophische Zeitschrift der Kant-Gesellschaft

Ed. by Baum, Manfred / Dörflinger, Bernd / Klemme, Heiner F.


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ISSN
1613-1134
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Volume 93, Issue 1

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Kants Theodizee-Aufsatz – Die Bedingungen des Gelingens philosophischer Theodizee

Johannes Brachtendorf
Published Online: 2008-03-17 | DOI: https://doi.org/10.1515/kant.93.1.57

Abstract

1. Einleitung

Kants Aufsatz: „Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodizee” (1791) wird in der Forschungsliteratur sowohl sachlich als auch historisch diskutiert. In philosophiegeschichtlicher Perspektive steht zum einen das Verhältnis der Auffassung Kants zur Theodizee des 18. Jhdts., insbesondere zu Leibniz' Theodizee zur Debatte, zum anderen aber die Frage nach der Stellung des Theodizee-Aufsatzes im Werk Kants selbst, insbesondere im Vergleich zu früheren Äußerungen Kants zum Theodizee-Thema. Daß die Entwürfe der vorkritischen Zeit von denen der kritischen Phase zu trennen seien, behauptete schon die ältere Literatur. Im jüngerer Zeit wurde jedoch argumentiert, in puncto Theodizee falle die entscheidende Grenzlinie nicht mit derjenigen zwischen vorkritischer und kritischer Philosophie zusammen. So meinen Chr. Schulte und G. Cavallar, daß die Vorlesungen über Rationaltheologie, obwohl nach Erscheinen der Kritik der reinen Vernunft gehalten, noch der älteren Phase des Theodizee-Denkens zuzurechnen seien, weil ihnen zufolge Theodizee gelinge, während erst mit dem Theodizee-Aufsatz die neue Phase beginne, für die die These vom Mißlingen der Theodizee kennzeichnend sei. Ausschlaggebend für die Entwicklung der neuen Position mit ihrer Leugnung der Möglichkeit einer Rechtfertigung Gottes könne somit nicht die Vernunftkritik als solche gewesen sein, sondern nur die kritische Reflexion auf das teleologische Denken, wie sie sich in der Kritik der Urteilskraft, also zeitlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Theodizee-Aufsatz findet. Die Ablehnung der Physikotheologie und die Verlegung des Endzwecks der Schöpfung in die Moralität des Menschen reißt Schulte zufolge eine Kluft auf „zwischen der intelligiblen Welt göttlicher Theologie und den Mißständen in der empirischen Welt”, deren Überbrückung mit den Mitteln endlicher Vernunft unmöglich werde. Dementsprechend verabschiede Kant im Theodizee-Aufsatz die Theodizee aus der Philosophie und verweise sie in das Feld des Glaubens. Damit ist über die Frage nach der historischen Einordnung hinaus die viel weiter reichende Frage nach der sachlichen Aussage des Theodizee-Aufsatzes gestellt. Versucht Kant zu zeigen, wie eine philosophische Theodizee mit Aussichtauf Erfolg zu argumentieren habe, oder will er nachweisen, daß nicht nur alle bisherigen Theodizeeversuche gescheitert seien, sondern daß auch alle nur denkbaren zukünftigen Ansätze ihr Ziel verfehlen müssen?

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Published Online: 2008-03-17

Published in Print: 2002-05-06


Citation Information: Kant Studien, Volume 93, Issue 1, Pages 57–83, ISSN (Online) 1613-1134, ISSN (Print) 0022-8877, DOI: https://doi.org/10.1515/kant.93.1.57.

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[1]
SAMI PIHLSTRÖM
The Pluralist, 2010, Volume 5, Number 1, Page 110
[2]
Sam Duncan
British Journal for the History of Philosophy, 2012, Volume 20, Number 5, Page 973

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