Jump to ContentJump to Main Navigation
Show Summary Details
More options …

ORDO

Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft

Ed. by Apolte, Thomas / Berthold, Norbert / Budzinski, Oliver / Goldschmidt, Nils / Kerber, Wolfgang / Kolev, Stefan / Leschke, Martin / Mestmäcker, Ernst-Joachim / Möschel, Wernhard / Müller, Christian / Pies, Ingo / Sally, Razeen / Schnabl, Gunther / Schnellenbach, Jan / Schüller, Alfred / Schweitzer, Heike / Vanberg, Viktor J. / Watrin, Christian

1 Issue per year

Online
ISSN
2366-0481
See all formats and pricing
More options …

Empirie sozialer Mobilität und wirtschaftspolitische Implikationen / The Determinants of Social Mobility and their Implications for Economic Policy

Norbert Berthold / Klaus Gründler
Published Online: 2016-05-11 | DOI: https://doi.org/10.1515/ordo-2014-0114

Zusammenfassung

Welche Konsequenzen die in den letzten Jahrzehnten stark angestiegene Einkommensungleichheit auf die wirtschaftliche Effizienz nimmt, wird kontrovers diskutiert. In einem Punkt sind sich die Ökonomen jedoch einig: Wenn die soziale Mobilität - die Möglichkeit, in der Einkommensverteilung nach oben zu gelangen - hoch ist, so ist der Anstieg der Ungleichheit weniger problematisch. Wenn jedem Individuum dieselbe Möglichkeit zum Aufstieg bereit stünde und der monetäre Erfolg im Wesentlichen von den eignen Anstrengungen abhinge, so würden Einkommensunterschiede gar eine Anreizwirkung auf Humankapitalakkumulation und Innovationstätigkeit ausstrahlen. Die Frage nach der sozialen Mobilität nimmt damit eine entscheidende Rolle in der Diskussion um die Einkommensverteilung ein.

Der vorliegende Beitrag analysiert die empirischen Ursachen unterschiedlicher Raten der sozialen Mobilität zwischen den Volkswirtschaften und diskutiert die daraus folgenden wirtschaftspolitischen Implikationen. Wie sich zeigt ist die Mobilität immer dann hoch, wenn wenig Segregation, ein stabiles Familienumfeld, fördernde kognitive Stimulierungen in der frühkindlichen Bildung, wenig Arbeitslosigkeit, hohe Chancengleichheit in der Bildung und geringe Unterschiede der Qualität zwischen den Schulen vorliegen. Staatliche Umverteilungsmaßnahmen wirken parabolisch auf die Mobilität und nehmen damit zunächst einen negativen Einfluss. Es zeigt sich ferner, dass die „Great Gatsby“ Kurve - der negative Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Mobilität - bei Analyse eines großen Datensamples unter Beachtung einer Vielzahl von Ländern verschwindet.

Summary

The consequences of the rising rates of income inequality are fiercely debated among economists. Yet one argument often brought forward is that high rates of social mobility can reduce the problems caused by inequality of incomes.

This paper analyzes the empirical determinants of social mobility across countries and discusses the resulting implications for economic policy. It turns out that particularly less segregation, a good family environment, inspiring cognitive brain stimulation in early childhood education, high rates of employment, good opportunities to catch up to the average human capital endowment, low variations in school quality, and a high amount of social capital foster social mobility. We further find that the "Great Gatsby Curve" is much less pronounced when analyzing the relationship between inequality and mobility in a large sample of countries.

About the article

Published Online: 2016-05-11

Published in Print: 2014-01-01


Citation Information: ORDO, ISSN (Online) 2366-0481, ISSN (Print) 0048-2129, DOI: https://doi.org/10.1515/ordo-2014-0114.

Export Citation

© 2014 by Lucius & Lucius, Stuttgart.

Comments (0)

Please log in or register to comment.
Log in