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Public Health Forum

Forschung - Lehre - Praxis

Ed. by Huber, Monika / Blättner, Beate / Hollederer, Alfons / Kula, Antje / Kuntz, Benjamin / Loss , Julika / Plaumann, Martina / Pundt, Johanne / Räbiger, Jutta / Reschauer, Georg / Schott, Thomas / Siegel, Achim / Spallek, Jacob / Steinhauser, Tanja / Walter, Ulla / Wildner, Manfred / Wolfram, Nicole


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Volume 26, Issue 1

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Public Health Infos

Published Online: 2018-03-10 | DOI: https://doi.org/10.1515/pubhef-2018-0002

Hintergrund

Zukunft der Gesundheitsberufe – was sind die Ziele der GMK?

Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen

Die Freie Hansestadt Bremen hatte im Jahr 2017 den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), die vom 21.-22. Juni in Bremen stattfand. Die Gastgeberin der Konferenz, Bremens Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, diskutierte mit ihren Amtskolleginnen und Amtskollegen über gesundheitspolitische Themen. Ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung war die Novellierung der Gesundheitsfachberufe.

Unsere Gesellschaft wird älter. Diese demografische Entwicklung führt zu einem höheren medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Behandlungsbedarf. Die Anforderungen an die Akteure in der Gesundheitsversorgung werden damit immer komplexer. Diese neuen Herausforderungen machen es notwendig, dass das Aufgabenspektrum der Gesundheitsberufe erweitert, die Ausbildung den neuen Anforderungen in einem sich ständig wandelnden Gesundheitswesen angepasst wird.

Wir brauchen mehr Fachkräfte. Gleichzeitig müssen die Kapazitäten und das Spektrum der Dienstleistungsangebote der Gesundheitsfachberufe ausgeweitet werden. Dies sollte verbunden sein mit einer größeren Handlungsautonomie. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch, dass sich die Beschäftigten im Gesundheitsbereich theoretisches und wissenschaftliches Fachwissen aneignen, um Handlungskompetenz zu entwickeln. Die reflektierte Praktikerin, der reflektierte Praktiker kann vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Methodenkompetenz das Handeln angemessen anwenden. Dazu gehören auch psychosoziale Handlungskompetenz und ein professionelles Verstehen des individuellen Falles. Denn der Bedarf an Beratungen – auch zu sozialen Themen – nimmt immer mehr zu, so dass Gesundheitsfachkräfte auch in diesem Feld stärker gefordert sind.

Das Wissen darum, wie man kollegial und multiprofessionell zusammenarbeitet, gehört ebenso zu einer zeitgemäßen Ausbildung. Auch müssen die Gesundheitsfachkräfte im modernen Arbeitsleben die Fähigkeit erwerben, sich neue Arbeitsfelder zu erschließen. Dies ist der Kern der akademischen Ausbildung. Um berufliches Handeln wissensbasiert begründen zu können, muss ein Zugang zu einer akademischen Ausbildung und Forschung gesichert sein.

Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister haben dies erkannt und sich des Themas schon früh angenommen. In den letzten Jahren fasste die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) zahlreiche Beschlüsse, die eine übergeordnete nationale Strategieentwicklung zur Fachkräftesicherung in den ärztlichen und nichtärztlichen Gesundheitsberufen zum Inhalt hatten. Denn hier bestand Handlungsbedarf. Während, bezogen auf die Medizin, eine kontinuierliche Arbeit an einem „Masterplan Medizinstudium“ eingeleitet wurde, erfolgt keine vergleichbare Entwicklung für die sogenannten nichtärztlichen Gesundheitsfachberufe wie Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie und Diätassistenz. Um jedoch künftig eine qualitätsgerechte Versorgung zu sichern, sind kurz-, mittel- und langfristig wirkende Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Ausbildung durch den Bund erforderlich. Um eine flächendeckende und patientenorientierte gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten, haben die Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Gesundheit der Länder eine Reform der therapeutischen Gesundheitsfachberufe beschlossen [1]. Der Beschluss sieht vor, dass bis Ende 2019 ein Aktionsplan für eine bedarfsorientierte Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen sowie eine Neustrukturierung der Aufgaben- und Kompetenzprofile erstellt wird. Dabei spielen auch Transparenz und Durchlässigkeit der Ausbildungen eine wichtige Rolle. Diese Durchlässigkeit macht den Beruf attraktiver, verbunden mit der Aufwertung sind auch bessere Verdienstmöglichkeiten. Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister sind sich einig darüber, dass die Novellierung der therapeutischen Gesundheitsfachberufe neue Anreize schaffen kann und damit einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung von Fachkräften im Gesundheitswesen leisten wird.

Auch die Anforderungen an den Hebammenberuf sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Das Tätigkeitsspektrum wie auch die Form der Berufsausübung von Hebammen haben sich grundlegend verändert. Auch hier geht es stärker als früher um reflektiertes Handeln, die Stärkung der Beratungskompetenz sowie angesichts eines höheren Migrationsanteils auch um die interkulturelle Kompetenz.

Im Jahr 2013 wurden auf EU-Ebene die Anerkennungsrichtlinien novelliert (2013/55/EU) und für die Hebammen wurden die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung von 10 auf 12 Jahre allgemeiner Schulbildung angehoben. Um die Richtlinien einzuhalten, die zu einer automatischen Anerkennung der Ausbildung führt, hat die Bundesregierung im August 2016 die Handlungsempfehlung der „vollständigen Akademisierung“ der Hebammenausbildung ausgesprochen. Für Deutschland bedeutet die Änderung der EU –Richtlinie also, dass die derzeitige fachschulische Hebammenausbildung bis zum 18. Januar 2020 in ein Hochschulstudium überführt werden muss.

Die GMK 2017 hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Bundesregierung aufzufordern, die zur fristgerechten Umsetzung der EU-Richtlinie erforderliche Novellierung des Hebammengesetzes unter Beteiligung der vom Bundesgesundheitsminister initiierten Bund-Länder-Arbeitsgruppe zügig umzusetzen. Die Überführung der Ausbildung auf Hochschulniveau stellt einen Paradigmenwechsel im Bereich der Gesundheitsfachberufe dar, der nicht nur die Organisation und Struktur der zukünftigen Ausbildung sowie deren Finanzierung betrifft, sondern auch weitreichende Konsequenzen für die Berufsfachschulen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wird. Ich erhoffe mir, dass mit einer hochschulischen Hebammenausbildung der Beruf gestärkt wird, denn es ist mehr denn je notwendig geworden, dass die spezifischen Ziele der Berufsausübung von Hebammen neu definiert werden, damit sie ihrem Versorgungsauftrag in allen Settings – ambulant und stationär – selbstverantwortlich gerecht werden können.

Literatur

1. Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Beschlüsse der 90. GMK (2017), TOP 7: Novellierung der Gesundheitsfachberufe, https://www.gmkonline.de/Beschluesse.html?id=544&jahr=, Zugriff am 15.11. 2017.

Herausforderungen und Ansätze zur Aufwertung der Gesundheitsberufe

Der gesellschaftliche Wert von Arbeit und die Anerkennung von Berufen hängen u.a. maßgeblich mit der Höhe der Einkommen zusammen. ver.di als die Fachgewerkschaft im Gesundheitswesen setzt sich für die Aufwertung der Gesundheitsberufe ein. Arbeit mit und am Menschen muss besser bezahlt werden. ver.di hat 2016 mit der neuen Entgeltordnung für die Gesundheitsberufe im Geltungsbereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) einen ersten, wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Allerdings ist das Ziel einer Aufwertung der Gesundheitsberufe berufs- und tarifpolitisch mit einigen Herausforderungen verbunden. Nach wie vor nehmen die Gesundheitsberufe eine Sonderstellung im bundesdeutschen Berufsbildungssystem ein. Sie sind mit wenigen Ausnahmen weder dem dualen System mit Ausbildungsordnungen nach Berufsbildungsgesetz noch dem berufsfachschulischen System der Länder zugeordnet. Die Folge ist eine Vielzahl unterschiedlicher Berufszulassungsgesetze, die wiederum durch unterschiedliche Regelungstiefen, Vorgaben und Qualitätsstandards gekennzeichnet sind.

Die Tariflandschaft im Sozial- und Gesundheitswesen ist infolge von Ökonomisierung und Privatisierung sowie mangels Arbeitgeberverbänden gerade im privaten Bereich stark zersplittert. Im ver.di-Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bestehen rund 3.000 Tarifverträge. Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und der Refinanzierung erhalten zunehmenden Einfluss. ver.di wird verstärkt mit Forderungen von Arbeitgebern konfrontiert, differenzierte Tarifabschlüsse bspw. für Pflegeberufe, medizinisch-technische und therapeutische Berufe zu vereinbaren. Insbesondere private Arbeitgeber, aber auch große Teile der Wohlfahrtsverbände versuchen, Wettbewerbsvorteile durch niedrige Einkommen und unzureichende Arbeitsbedingungen zu erlangen. Sie verweigern Tarifverhandlungen und schaffen prekäre Beschäftigungsverhältnisse aller Art. Selbst vor Gesundheitsfachberufen machen Ausgliederungen mit dem Ziel der Tarifflucht nicht mehr Halt. Dies lässt sich mit dem Ziel einer qualitativ hochwertigen, ganzheitlichen Patientenversorgung nicht vereinbaren.

In tarifgebundenen Betrieben verdienen Beschäftigte mit durchschnittlich 2.660,00 Euro pro Monat gut 24 Prozent mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben (https://www.lohnspiegel.de/html/pflegeberufe.php). Das zeigt: Die Tarifbindung ist wesentlich, um eine Aufwertung der Gesundheitsfachberufe zu erreichen. Auch braucht es eine Trendwende, vor allem die Stärkung der Flächentarifverträge. Der TVöD muss für alle Beschäftigtengruppen der Branche wieder zum Standard werden. Zugleich sind die Strukturen und Rahmenbedingungen der Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen zugunsten bundeseinheitlicher Qualitätsstandards zu vereinheitlichen. Um ihre Attraktivität zu steigern, muss die Ausbildung kostenfrei sein und angemessen vergütet werden. Auch bei hochschulischen Erstausbildungen, die im Vergleich zu anderen Studiengängen über höhere Praxisanteile verfügen, müssen die üblichen ausbildungsrechtlichen Standards gelten. Nur durch attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen können heute und in Zukunft genug Fachkräfte gewonnen und gehalten werden.

In der fachpolitischen Diskussion wird seit vielen Jahren die grundständige Akademisierung der Gesundheitsfachberufe gefordert, unter anderem, um hierüber eine bessere Bezahlung zu erreichen. Entsprechend den Empfehlungen des Wissenschaftsrats (2012) geht es dabei zumeist um eine „Teilakademisierung“ von 10 bis 20 Prozent eines jeden Ausbildungsjahrgangs. Aktuell zeichnen sich unterschiedliche Entwicklungen ab. Gerade für die größeren Berufsgruppen ist davon auszugehen, dass es künftig verschiedene Ausbildungsniveaus für den gleichen Beruf oder vergleichbare Tätigkeiten geben wird. Überzeugende Antworten, wie sich deren Tätigkeitsfelder voneinander unterscheiden, fehlen jedoch. Das wird der Verantwortung gegenüber den Studierenden nicht gerecht und darf nicht dem Markt überlassen werden. Es gibt Bestrebungen, die Etablierung einer hochschulischen Erstausbildung im Rahmen des Pflegeberufegesetzes damit zu verbinden, perspektivisch die dreijährige Fachausbildung durch eine zweijährige Pflegeassistenzausbildung zu ersetzen. Das lehnen wir entschieden ab. Hochschulen und Arbeitgeber sind in der Verantwortung, überzeugende Antworten zu formulieren. Auch braucht es eine Bildungsberichterstattung „Gesundheitsberufe“, um Entwicklungstendenzen und Anpassungserfordernisse systematisch erheben zu können. Ziel einer Weiterentwicklung der Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen muss die Verbesserung der Versorgungsqualität sein.

Je klarer die Tätigkeiten definiert sind, desto besser lassen sich in Tarifverhandlungen angemessene Einkommen durchsetzen. Grundsätzlich wird eine Qualifikation nur dann berücksichtigt, wenn sie Voraussetzung für die auszuübende Tätigkeit ist. Ein Hochschulabschluss führt demzufolge nicht automatisch zu einer höheren Eingruppierung. Entscheidend ist die Bewertung der Tätigkeit. In der neuen Entgeltordnung der Kommunen konnte ver.di eine Höhergruppierung für akademisch ausgebildete Pflegefachkräfte erreichen, obwohl auch das neue Pflegeberufegesetz noch keine überzeugenden Antworten liefert, in welchen Tätigkeitsfeldern die Absolvent/innen eingesetzt werden sollen. Zwei Wege – die bisherige Ausbildung und eine hochschulische Ausbildung – führen grundsätzlich zu einem gleichwertigen Berufsabschluss. Der zusätzliche Hochschulabschluss eröffnet unter anderem wissenschaftliche Karrieremöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe ist für eine gute Versorgungsqualität unerlässlich. Die Weichen hierfür werden bereits in der Ausbildung gestellt. Notwendig sind klare, zeitgemäße Berufsprofile mit eindeutig zugewiesenen Kompetenzen und eine Beschreibung, wie diese im Verhältnis zu anderen Gesundheitsfachberufen stehen. Deshalb sollten die jeweiligen Ausbildungsziele klar formuliert und dabei Art und Weise des Tätigwerdens festgelegt werden. Darüber hinaus sollten die Bestimmungen zur Kooperation und Koordination von Tätigkeiten und Aufgaben weiterentwickelt werden. Nur so kann eine Aufwertung der Gesundheitsberufe insgesamt gelingen.

Kontakt: Melanie Wehrheim, ver.di-Bundesverwaltung, Fachbereich 3 – Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, , Delphine Pommier und Heike von Gradolewski-Ballin, ver.di-Bundesverwaltung

Tagungen

Veranstaltungsreihe: Prävention und Gesundheitsförderung in Schulen

„Ganztag gesundheitsförderlich gestalten“

17.-18.04.2018

Dresden

Veranstalter: Kultusministerkonferenz (KMK), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Unter dem Tagungsmotto „Prävention und Gesundheitsförderung in Schulen – Ganztag gesundheitsförderlich gestalten“ sollen die Möglichkeiten zur Prävention und Gesundheitsförderung bei der Entwicklung von Halbtags- und Ganztagsschulen aufgezeigt werden. Zentrale Eigenschaften von guten gesunden Ganztagsschulen werden aufgegriffen und diskutiert. Zudem sollen Impulse zur stärkeren Kommunikation und Kooperation zwischen Schule, der gesetzlichen Unfallversicherung sowie weiteren Akteuren des Sozial- und Bildungsbereiches gegeben werden. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an die Fachebene aus den Bereichen Schulentwicklung, Gesundheitsförderung und Prävention. Es werden Tagungsgäste aus unterschiedlichen Institutionen, wie Kultusministerien, Schulsenatsbehörden, Bundesbehörden, Unfallversicherungsträgern, aus der kommunalen Lebenswelt und von gesetzlichen Krankenkassen erwartet. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite: http://www.dguv.de/de/mediencenter/termine/index.jsp.

68. Wissenschaftlicher Kongress des BVÖGD und des BZÖG

10. Jahrestagung der GHUP

„Der Öffentliche Gesundheitsdienst – jetzt erst recht!“

26.-28.04.2018

Osnabrück

Veranstalter: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD), Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BZÖG), Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP)

Der BVÖGD vertritt als Dachverband die Landesverbände der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Er kooperiert mit verschiedensten wissenschaftlichen und ärztlichen Verbänden, Organisationen und Institutionen. Jährlich führt der BVÖGD einen wissenschaftlichen Kongress durch, an dem ca. 600 bis 900 Ärztinnen und Ärzte teilnehmen. Unter dem Leitthema „Der Öffentliche Gesundheitsdienst – jetzt erst recht!“ setzt sich der Kongress in 2018 mit den Themen Gutachtenwesen, Prävention, Infektionsschutz, Kinder- und Jugendgesundheit, Psychiatrie, Umweltmedizin und Zahnmedizin auseinander. Informationen zum Programm und zur Anmeldung werden auf der Webseite www.bvoegd-kongress.de bereitgestellt.

4. DachS-Symposium an der Universität Göttingen

„Wege zu einer neuen Gesundheitskultur“

04.-06.05.2018

Göttingen

Veranstalter: Dachverband Salutogenese e.V.

Das deutsche Gesundheitswesen hat international einen guten Ruf, trotzdem beklagen viele Patienten und Gesundheitsdienstleistende Verwaltungsabläufe, Profitorientierung und pathogenetische Orientierung. Auf dem 4. Symposium des Dachverbands Salutogenese werden Wege zu einer neuen Gesundheitskultur diskutiert. Es sollen explizit regionale Initiativen vorgestellt werden, die die Entwicklung neuer Gesundheitskulturen zum Ziel haben oder die ihre soziale und gesundheitsbezogene Arbeit unter den Aspekt der Entwicklung einer neuen Gesundheitskultur reflektieren. Daneben sind konzeptuelle Beiträge zur Weiterentwicklung der Salutogenese in unterschiedlichen Handlungsfeldern vorgesehen. Ziel ist es, dass erfolgreiche Projekte ansteckend wirken und neue Vernetzungen erfolgen; dass Hindernisse bei der Umsetzung diskutiert und Lösungen gefunden werden; und dass neue handlungswirksame Ideen entwickelt werden. Ein detailliertes Programm wird bis Ende Januar erstellt und auf der Webseite des Dachverbandes Salutogenese unter „Veranstaltungen“ veröffentlicht. www.dachverband-salutogenese.de

Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2018

„Digitalisierung und vernetzte Gesundheit“

06.-08.06.2018

Berlin

Veranstalter: WISO S.E. Consulting GmbH

„Digitalisierung und vernetzte Gesundheit“ lautet das Motto des Hauptstadtkongresses 2018. Wie in den vergangenen Jahren werden Vertreter aus der Gesundheitspolitik Rede und Antwort stehen und die für die nächste Legislaturperiode geplanten Vorhaben zur Diskussion stellen. Die Zukunft der Kassen, mögliche Veränderungen in der Kassenlandschaft und qualitätsorientierte Vergütung im Krankenhaus werden diskutiert. Gemäß dem Tagungsmotto wird die zu erwartende Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung erörtert; auch eine realistische Umsetzungsplanung für die elektronische Gesundheitskarte wird besprochen. Weitere Themen sind der Nutzen der Digitalisierung für den Patienten und den Mitarbeiter, das Potenzial, das die Digitalisierung für Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung hat sowie die Chancen und Herausforderungen von Robotik und künstlicher Intelligenz. Die Webseite www.hauptstadtkongress.de informiert über Programm und Anmeldung.

„Jobmessen für Gesundheitsfachberufe“

Im 2. Quartal 2018 finden im deutschsprachigen Raum Jobmessen für Gesundheitsfachberufe statt. Weiterführende Informationen finden Sie unter dem jeweiligen Link:

  1. JOBMEDI NRW: 20.-21.04.2017, Bochum www.jobmedi.de

  2. Karrieretage Wien 2018: 20.-21.04.2017, Wien, www.karrieretage.at/

  3. Jobmesse CONTACT 2018: 24.04.2018, Heidelberg, www.biocontact.info/

  4. Jobmesse Gesundheit & Pflege 2018, 16.05.2018, Freiburg, www.jobmesse-gesundheit-freiburg.de/

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Der Hochschulkompass ist das Informationsportal der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), in dem staatliche und staatlich anerkannte deutsche Hochschulen Informationen über ihre Studien- und Promotionsmöglichkeiten veröffentlichen. Der Kompass bietet auf der Seite www.hochschulkompass.de Hilfe bei der Hochschulsuche an. Daneben dient er Studieninteressierten auch als Informationsquelle bei der Studienwahl selbst. Es werden Informationen und Hinweise zur Verfügung gestellt zur Studiengangsuche, zu den Voraussetzungen für ein Studium, Bewerbung und Zulassung, zu den Beiträgen und zur Finanzierung. Auch bei Fragen rund um die Organisation einer Promotion stellt der Hochschulkompass Informationen bereit. Die Promotionssuche, -vorbereitung, Promotionsphase und der Promotionsabschluss werden jeweils kurz erläutert.

Das Studium der Pflegewissenschaften leistet einen wichtigen Beitrag zur Akademisierung in der Pflege. Es soll die Studierenden in die Lage versetzen, pflegerische Strukturen zu verstehen und zu verbessern, an neuen Versorgungsstrukturen und -prozessen zu forschen und in leitenden Positionen in pflegerischen Einrichtungen zu arbeiten. Das Studium baut häufig auf einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pflegekraft auf und ergänzt das praktische Wissen der Studierenden um relevante theoretische und methodische Inhalte. Die Webseite www.pflegestudium.de ist ein unabhängiger Studienführer, der alle Hochschulen, Akademien und Weiterbildungen auflistet. Interessenten finden hier allgemein Informationen rund um die Inhalte, Voraussetzungen, Dauer und Organisation des Pflegewissenschaft-Studiums sowie zu den Karrieremöglichkeiten von studierten Pflegewissenschaftlern. Unter dem Reiter „Hochschule finden“ werden die Hochschulen konkret vorgestellt, die ein Pflegewissenschaft-Studium anbieten.

Ein Public Health-Studium vermittelt u.a. methodische und fachliche Grundlagen für die Durchführung von Analysen des Bedarfs, der Entwicklung von Interventionsstrategien, ihrer Umsetzung und der Evaluierung der Interventionen, die die Gesundheit der Bevölkerung und von gesundheitlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen verbessern. Public Health ist eine Wissenschaft mit Praxisbezug, die Praxis ist umgekehrt mit der Forschung verbunden. Die Seite www.deutsche-gesellschaft-public-health.de/informationen/studiengaenge beschreibt kurz die geschichtliche Entwicklung und die aktuelle Situation der Public Health-Ausbildung in Deutschland. Zusätzlich werden Erwartungen an Absolventinnen und Absolventen eines Public Health-Studiums genannt. Neben Tipps zur Studienortwahl verlinkt die Seite zu Webseiten von Hochschulen, die Bachelorstudiengänge der Gesundheitswissenschaften, Gesundheitspädagogik, Gesundheitsförderung, Health Communication und Gesundheitsmanagement anbieten.

Der Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe ist ein Zusammenschluss von Hochschulen mit Studiengängen für die Therapiewissenschaften Physio-, Ergotherapie und Logopädie. In den letzten Jahren sind zahlreiche Bachelor- und Masterstudiengänge für Therapiewissenschaften entstanden. Bachelorstudiengänge gibt es zurzeit in den Angebotsformen dual, primärqualifizierend und berufsgeleitend. Auf der Seite www.hv-gesundheitsfachberufe.de/studiengaenge-fuer-therapieberufe wird darüber näher informiert. Außerdem steht ein pdf-Dokument zum Download zur Verfügung, welches das Studienangebot, insbesondere der Bachelor-Studiengänge an den Hochschulen, die im HVG vertreten sind, zeigt. Nähere und aktuelle Informationen findet man auf den in der Übersicht angegebenen Internetseiten der jeweiligen Hochschulen.

Der Medizinische Fakultätentag und der Verband der Universitätskliniken Deutschlands zeigen auf der Seite www.landkarte-hochschulmedizin.de die Landkarte der Medizinstudiengänge. Hinter dieser Landkarte verbirgt sich eine umfangreiche Datenbank; sie enthält Informationen über Kapazitäten, Strukturen, inhaltliche Schwerpunkte und Ergebnisse der Hochschulmedizin. Statt eines Hochschulrankings bietet die Seite eine individuelle Auswertung für die Jahre 2008 und 2012. Die Daten ermöglichen die Auswertung in den Kategorien Lehre, Forschung und Krankenversorgung, Personal, Finanzen und Struktur. Sie stellen sowohl quantitative als auch qualitative Informationen zur Verfügung. Die qualitativen Daten können in einer geografischen Abbildung, in der alle Medizinischen Fakultäten und Fachbereiche verzeichnet sind, in einem Diagramm oder tabellarisch dargestellt werden.

Der Akkreditierungsratregelt und organisiert das deutsche Akkreditierungssystem. Durch seine Tätigkeit trägt er wesentlich zur Sicherung und Entwicklung der Qualität von Studium und Lehre in Deutschland und damit zur Verwirklichung eines gemeinsamen Europäischen Hochschulraums bei. Der Akkreditierungsrat definiert die Grundanforderungen an die Verfahren zur Akkreditierung von Studiengängen, von hochschulinternen Qualitätssicherungssystemen und von Akkreditierungsagenturen und trägt dafür Sorge, dass die Akkreditierung auf der Grundlage verlässlicher, transparenter und international anerkannter Kriterien erfolgt. Regeln, Beschlüsse und Dokumente Dritter sind abrufbar unter http://www.akkreditierungsrat.de/.

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Forschung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Koordination im stationären Sektor am Beispiel Brustkrebs und Herzinfarkt – Deutschland im europäischen Vergleich

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Gesundheitsprofessionen und die Koordination der Versorgung haben mit der Zunahme der chronischen Erkrankungen und Multimorbidität in Deutschland an Relevanz gewonnen. Dies trifft nicht nur auf Deutschland zu, sondern viele Länder Europas (Institute for Health Metrics and Evaluation, 2013). Bisher gibt es jedoch nur wenige vergleichende europäische Studien zu der Thematik, v.a. in der Versorgung von PatientInnen mit Brustkrebs (BK) und Herzinfarkt (HI). Die EU-finanzierte MUNROS Studie analysiert für Deutschland und acht weitere Länder (England, Schottland, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Tschechien, Türkei) die interdisziplinäre Zusammenarbeit, Koordination, Tätigkeitsbereiche und neue berufliche Rollen in der Gesundheitsversorgung für den stationären Krankenhaussektor (Bond et al., 2016). Die Daten basieren auf einer Querschnittsstudie im Jahr 2015-16. Die Fragebogenerhebung umfasste ÄrztInnen, Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen, basierend auf einer zielgerichteten, nicht-repräsentativen Stichprobenerhebung (BK: N=802, 76 Krankenhäuser, HI: N=914, 85 Krankenhäuser).

Die Ergebnisse zeigen, dass die Patientenversorgung in Deutschland im europäischen Vergleich zum einen vermehrt arztzentriert ist, d.h. ein größerer Anteil aller Leistungen von ÄrztInnen erbracht werden, wohingegen in anderen Ländern, v.a. England/Schottland und den Niederlanden vermehrt Leistungen von Pflegefachkräften (z.B. mit Masterabschluss) übernommen werden. Zum anderen wird die interprofessionelle Kooperation, gemessen an der Häufigkeit der Zusammenarbeit (ÄrztInnen mit nicht-ärztlichen Berufsgruppen für mind. 75% der PatientInnen) in Deutschland höher bewertet als im Durchschnitt über alle untersuchten Länder hinweg (HI: Deutschland: 71% vs. Mittelwert (neun Länder): 50%; BK: 66% vs. Mittelwert: 48%). Bei der Bewertung der Koordination der Versorgung innerhalb des Krankenhauses bzw. einrichtungsübergreifend liegt Deutschland jedoch nur im Mittelfeld (für Brustkrebs) bzw. unteren Mittelfeld (für Herzinfarkt).

Insgesamt wird die Häufigkeit der interprofessionellen Zusammenarbeit für BK und HI in den untersuchten Krankenhäusern in Deutschland besser bewertet als im europäischen Vergleich. Die Koordination der Versorgung jedoch ist nur im Mittelfeld. Die zugrundeliegenden Faktoren hierfür sollten in zukünftigen Studien – auch im europäischen Vergleich – erhoben werden. Maßnahmen zur Verbesserung der Koordination der Versorgung umfassen u.a. das Verändern von Strukturen und Prozessen (integrierte Versorgungsmodelle), technologie-gestützte Ansätze (z.B. elektronische Patientenakte), und das Einführen von neuen beruflichen Rollen mit dem Haupttätigkeitsfeld Koordination (z.B. Patientenlotsenfunktion).

Autoren: Claudia B. Maier und Julia Köppen

Literatur

Bond C, Bruhn H, De Bont A, et al. The impact on practice, outcomes and costs of new roles for health professionals: a study protocol for Munros. BMJ Open 2016;6:e010511.

Institute For Health Metrics and Evaluation (2013). The Global Burden of Disease: Generating Evidence, Guiding Policy – European Union and European Free Trade Association Regional Edition. Seattle, WA: IHME.

Optimierung der Patientensicherheit durch wissenschaftliche Weiterbildung für Gesundheitsfachberufe: Entwicklung und Erprobung eines Pilotmoduls an der Hochschule Osnabrück

Im Rahmen des Forschungsverbundprojekts „KeGL – Kompetenzentwicklung von Gesundheitsfachpersonal im Kontext des Lebenslangen Lernens“, welches in der 2. Wettbewerbsrunde der Förderinitiative „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ vom BMBF gefördert wird, werden unter der Beteiligung der Hochschulen Ostfalia, Hannover, Jade und Osnabrück sowie der Universität Osnabrück bedarfsgerechte und modularisierte Zertifikatsprogramme zur kompetenzorientierten Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonal erforscht, entwickelt, erprobt und evaluiert.

Da die zunehmende Komplexität von Versorgungsprozessen besondere Herausforderungen für die Patientensicherheit birgt, legt die Hochschule Osnabrück ein besonderes Augenmerk auf neue Aufgabenprofile von Gesundheitsfachberufen im Rahmen des Patientensicherheitsmanagements. In einer Bedarfsanalyse wurden diesbezügliche Kompetenzbedarfe identifiziert. Erste Priorität wurde den Kompetenzen Kommunikation und Teamarbeit bzw. der intra-, inter-, transdisziplinären und multi-professionellen Kooperation beigemessen, aus deren Zusammenführung das Pilotmodul „Patientensicherheit: Kooperation und Kommunikation“ entstand.

Ziel des Moduls ist der Auf- und Ausbau von Kompetenzen zur Selbsteinschätzung und zur wissenschaftlich fundierten Reflektion und Optimierung des Versorgungsfeldes in Bezug auf Kooperation und Kommunikation. Zudem werden vorhandene berufliche Kompetenzen sichtbar. Anhand eines selbst gewählten Fallbeispiels lernen die Teilnehmenden Problemfelder im eigenen Versorgungsfeld zu erkennen und Lösungsansätze zu entwickeln. Die enge Verzahnung mit der beruflichen Tätigkeit dient der zeitnahen Optimierung der Patientensicherheit.

Das mit 6 ECTs ausgewiesene Modul wurde im Sommer 2017 mittels einer Kombination aus Präsenz- und Onlinephasen und unterstützt durch eine Blended-Learning-Struktur erfolgreich pilotiert. Die Ergebnisse der Versorgungsfeldanalysen untermauern, dass eine strukturierte Kommunikation die Basis für eine interdisziplinäre oder organisations- bzw. sektorenübergreifende Kooperation der Leistungserbringer im Gesundheitswesen im Sinne von Patientensicherheit bildet und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit der Leistungserbringer erhöht.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.hs-osnabrueck.de/kegl/

Autoren:

  1. Stefanie Kortekamp, Hochschule Osnabrück

  2. Anja Gieseking, Hochschule Osnabrück

  3. Markus Haar, Hochschule Osnabrück

  4. Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff, Hochschule Osnabrück

Lehre

Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse (HQR) 2017

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Kultusministerkonferenz (KMK) haben in Abstimmung mit Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den deutschen Hochschulqualifikationsrahmen überarbeitet, er ist am 16.02.2017 von der KMK beschlossen worden und löst den bisher bestehenden HQR von 2005 ab.

Der neue HQR ist abrufbar unter https://www.hrk.de/fileadmin/redaktion/hrk/02-Dokumente/02-03-Studium/02-03-02-Qualifikationsrahmen/2017_Qualifikationsrahmen_HQR.pdf.

Die KMK führt dazu aus: Der Hochschulrahmen und der bereichsübergreifende Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens für Lebenslanges Lernen (EQR) sind kompatibel. Die Niveaus 6, 7 und 8 des DQR entsprechen hinsichtlich der beschriebenen Anforderungen und Kompetenzen den Stufen 1 (Bachelorebene), 2 (Masterebene) und 3 (Doktoratsebene) des Qualifikationsrahmens für deutsche Hochschulabschlüsse. Der nationale Hochschulrahmen ist als Anlage zum Deutschen Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen (DQR) aufgenommen und damit Bestandteil desselben.

Positionierung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu Primärqualifizierenden Studiengänge in Pflege-, Therapie- und Hebammenwissenschaften

Die HRK hat eine Entschließung ihrer Mitgliederversammlung vom 14. Nov. 2017 herausgegeben, in der sie sich zu den Primärqualifizierenden Studiengänge in Pflege-, Therapie- und Hebammenwissenschaften positioniert: https://www.hrk.de/fileadmin/redaktion/hrk/02-Dokumente/02-01-Beschluesse/Entschliessung_Primaerqualifizierende_Studiengaenge_14112017.pdf.

Zusammenfassend heißt es hierzu auf Seite 2 der Entschließung:

Tiefgreifende Veränderungen in Gesellschaft und Gesundheitswesen stellen zunehmend höhere Anforderungen an die Qualifizierung im Gesundheitswesen. Dies macht für einen für das Gesundheitssystem relevanten Teil der in den Gesundheitsfachberufen Tätigen eine hochschulische Ausbildung in primärqualifizierenden Studiengängen erforderlich. Bislang wurden an den Hochschulen überwiegend Studiengänge in Kooperation mit Berufsfachschulen eingerichtet. Die ausbildungsbegleitenden oder ausbildungsintegrierenden Studiengänge in Kooperation mit Berufsfachschulen entsprechen aber oft nicht hochschulischen Anforderungen an die wissenschaftliche Qualifikation des Personals, die Wissenschaftsfundierung oder die Strukturierung der Ausbildung. Die HRK betont daher, dass bei primärqualifizierenden Studiengängen die Verantwortung für die Konzeption, Durchführung, Evaluation und Akkreditierung der Studiengänge – auch für die praxisbezogene Ausbildung – bei der den Abschlussgrad verleihenden Hochschule liegen muss. Ein besonderes Problem bei allen primärqualifizierenden Studiengängen liegt darin, dass es zu Konflikten zwischen dem akademischen Selbstverständnis der Hochschulen und enggeführten beruferechtlichen Vorgaben kommt. Die HRK fordert daher den Gesetzgeber auf, die überfällige Änderung einschlägiger beruferechtlicher Bestimmungen einzuleiten.

Hochschulseitig setzt die Einrichtung primärqualifizierender Studiengänge die Entwicklung und Etablierung entsprechender wissenschaftlicher Disziplinen voraus, die sich durch Theorien- und Methodenentwicklung sowie genuine, nachhaltige Forschung auszeichnen. Notwendig ist auch eine systematische und kontinuierliche Forschungsförderung im Rahmen bestehender und neu einzurichtender Programme. Klinisch ausgerichtete Studiengänge erfordern eine Kooperation mit Universitätskliniken und/oder den akademischen Lehrkrankenhäusern. Durch die Einrichtung von primärqualifizierenden Studiengängen kommt es zu einer partiellen Verlagerung der Kosten der Ausbildung vom Gesundheitssektor auf die Länder als Träger der Hochschulen. Es muss zudem selbstverständlich sein, dass die Studierenden der entsprechenden Studiengänge Anspruch auf Ausbildungsförderung erhalten.

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Published Online: 2018-03-10

Published in Print: 2018-03-28


Citation Information: Public Health Forum, Volume 26, Issue 1, Pages 67–76, ISSN (Online) 1876-4851, ISSN (Print) 0944-5587, DOI: https://doi.org/10.1515/pubhef-2018-0002.

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