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Perspektiven der Wirtschaftspolitik

Editor-in-Chief: Haucap, Justus

Ed. by Arnold, Lutz / Corneo, Giacomo / Grimm, Veronika / Horn, Karen / Schneider, Friedrich / Wagner, Franz / Winter, Joachim


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ISSN
1468-2516
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Volume 20, Issue 1

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Ein paar Neuerungen

Justus Haucap
  • Corresponding author
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf, Germany
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Published Online: 2019-06-08 | DOI: https://doi.org/10.1515/pwp-2019-0018

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dieser Ausgabe darf ich erstmals federführend die Perspektiven der Wirtschaftspolitik (PWP) herausgeben. Ich danke dem Vorstand des Vereins für Socialpolitik für sein Vertrauen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinen Mitherausgebern. Zugleich bin ich mir bewusst, ein großes Erbe anzutreten, das mir Karl-Heinz Paqué als langjährig federführender Herausgeber hinterlassen hat.

Mit dem Wechsel des federführenden Herausgebers sind auch einige weitere Änderungen verbunden. Zum einen ist der Herausgeberkreis um Joachim Winter (LMU München) erweitert worden. Weiter Herausgeber bleiben Lutz Arnold (Regensburg), Giacomo Corneo (FU Berlin), Veronika Grimm (Erlangen-Nürnberg), Karen Horn (Erfurt, Chefredaktion), Friedrich Schneider (Linz) und Franz Wagner (Tübingen). Zum anderen hat der Herausgeberbeirat gewechselt. Dieser besteht nun aus folgenden Kolleginnen und Kollegen: Johannes Becker (Münster), Rüdiger Bachmann (Notre Dame), Monika Bütler (St. Gallen), Gabriel Felbermayr (Kiel), Annika Herr (Hannover), Dirk Loerwald (Oldenburg), Andreas Löschel (Münster), Karl-Heinz Paqué (Magdeburg), Andreas Peichl (München), Dina Pomeranz (Zürich), Nadine Riedel (Bochum), Regina Riphahn (Erlangen-Nürnberg), Christoph Schaltegger (Luzern), Christoph Schmidt (RWI Essen), Isabel Schnabel (Bonn), Monika Schnitzer (München), Ludger Schuknecht (OECD), Katharina Spieß (DIW Berlin), Jens Südekum (Düsseldorf), Ludger Wößmann (München) und Jeromin Zettelmeyer (Washington). Der Herausgeberbeirat ist nun deutlich jünger als bisher, und es sind auch deutlich mehr Frauen vertreten.

Die PWP haben seit ihrem Relaunch vor etwa sechs Jahren viel Lob und Zuspruch erhalten, aus der akademischen Welt wie aus dem Kreis der wissenschaftsnahen Leserinnen und Leser in Politik und Verwaltung. Wir sind dafür außerordentlich dankbar, und vieles soll deshalb auch so bleiben, wie es ist. Geplant sind weiterhin Surveys

zu wirtschaftspolitisch relevanter Forschung in der Rubrik Wissenschaft im Überblick, die jedem einen Überblick verschaffen, der sich zu einem bestimmten Thema auf den aktuellen Stand bringen will; unabhängig begutachtete Beiträge aus der Forschung; ausführliche, vertiefte Interviews mit Ökonominnen und Ökonomen (Das Gespräch); ad hoc auch Beiträge in der Rubrik Aus aktuellem Anlass. Ein paar Neuerungen haben wir trotzdem vor.

Erstens bringen wir in jeder Ausgabe von nun an ganz am Anfang des Hefts auf einer Seite zwei Grafiken, die aktuelle Daten zu wichtigen Themen plastisch greifbar machen. Diese neue Rubrik Unsere Welt in Zahlen mag schon einmal einen kleinen Beitrag zu einer stärker evidenzbasierten Wirtschaftspolitik leisten, und sie kann auch in der Lehre hilfreich sein. Wir beginnen damit in dieser Ausgabe mit Grafiken zum Thema „Plastikverschmutzung“. Diese Grafiken werden Sie künftig auch auf unserem Twitter-Account @PerspektivenWP finden, denn wir werden – zweitens – die Aktivitäten der PWP in den sozialen Medien deutlich hochfahren. Wir werden dort regelmäßig über neue Beiträge in der PWP informieren und hoffen so auf noch mehr Breitenwirkung.

Drittens werden wir die Struktur der Hefte leicht umstellen. Nach dem Editorial und der Rubrik Unserer Welt in Zahlen folgt nun zunächst, wann immer es sich ergibt, ein Beitrag in der Rubrik Aus dem Verein für Socialpolitik. In diesem Heft ist dies gleich die schöne Thünen-Vorlesung, die Benny Moldovanu (Bonn) auf der Jahrestagung des Vereins in Freiburg im vergangenen September über das Abstimmungsverfahren im Bundestag und in der Weimarer Republik gehalten hat. Die Untersuchung basiert sowohl auf einer historisch-politischen Evaluation der Abstimmungen als auch auf einer spieltheoretischen Untersuchung. Man sieht, wie eine vergleichsweise einfache Theorie schon eine Menge bringen kann, um die Verwendung bestimmter gesetzgeberischer Verfahren zu erklären und deren Ergebnisse vorauszusagen.

Daran schließen sich die – wie gesagt ebenfalls unregelmäßigen – Beiträge aus aktuellem Anlass an. Diesmal befasst sich hier Joachim Weimann (Magdeburg) sehr kritisch mit den Ergebnissen der sogenannten Kohle-Kommission. Es folgt die Rubrik der Surveys, Wissenschaft im Überblick. Hier berichtet diesmal Klaus-Dirk Henke (TU Berlin) über die Entwicklung der Gesundheitsökonomie als Studienfach wie auch als Forschungsgebiet in den vergangenen 40 Jahren. Er verdeutlicht die Besonderheiten und zieht einen Vergleich zu anderen Studienfächern, bevor er einen Überblick über die qualitative und quantitative Erfassung der Gesundheitswirtschaft sowie über ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen liefert. Zudem enthält der Beitrag einen Exkurs zur Über- und Fehlversorgung in deutschen Krankenhäusern.

In der Heftmitte finden Sie ein Interview mit Rudolf Richter (Saarbrücken), das Karen Horn und ich mit einem unserer früheren akademischen Lehrer geführt haben. Richter ist als Wegbereiter der Institutionenökonomik in Deutschland bekannt. Er hat sich im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere aber auch mit vielen anderen Fragen von der Oligopoltheorie über die Makroökonomie bis hin zur Geldtheorie beschäftigt. Dass wir Ökonomen allzu lange versucht haben, wie Physiker zu arbeiten, wie er uns vorhält, ist eine Einschätzung, die vermutlich nicht wenige teilen.

Die aktuelle Ausgabe enthält zudem zwei Beiträge aus der Forschung. Holger Görg und Léa Marchal vom Institut für Weltwirtschaft (Kiel) berichten über die Effekte deutscher Direktinvestitionen im Empfängerland vor dem Hintergrund des Leistungsbilanzüberschusses. Wie sie zeigen, schmälern deutsche Übernahmen französischer Unternehmen im Durchschnitt Produktivität, Qualifikationsstruktur und Handelsaktivität der Übernommenen Unternehmen nicht. Zugleich wirkt die Präsenz deutscher Unternehmen sogar positiv auf französische Firmen, die in derselben Branche aktiv sind. Letzteres gilt sowohl für die Produktivität und Qualifikationsstruktur als auch für Export- und Importaktivitäten, wobei die Effekte bei Exporten stärker erscheinen als bei Importen. Für den intensiv diskutierten deutschen Leistungsbilanzüberschuss bedeutet dies, dass sich dieser bei deutschen Direktinvestitionen im Ausland zwar saldenmechanisch erhöht, dass zugleich die Unternehmen im Empfängerland aber auch ihre Produktivität und Handelsaktivitäten steigern.

Sven Steinkamp (Osnabrück) stellt in seinem Beitrag schließlich die dezentralen Elemente europäischer Geldpolitik in einer institutionellen Analyse vor und erläutert Chancen und Risiken. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Politik des Eurosystems in ökonomischen Modellen und der Lehre zwar oft als vollkommen zentralisiert behandelt wird, dies in der Realität jedoch nicht ist. Insbesondere in der Beurteilung der Bankensolidität, der Schaffung notenbankfähiger Sicherheiten, der Notfall-Liquiditätshilfe und den Portfolioentscheidungen der nationalen Zentralbanken gebe es diskretionäre Entscheidungsspielräume auf dezentraler Ebene. Diese Spielräume hülfen, asymmetrische Schocks zu dämpfen und Ansteckungseffekte einzudämmen. Jedoch ergäben sich bei den Anleihekäufen auch moralische Risiken: Die nationalen Zentralbanken handelten riskanter, da sie das Risiko ihrer Käufe innerhalb der Währungsunion teilten. Mittelfristig ließe sich dies zwar ändern, doch erschwerten die aktuellen Abstimmungsverfahren des Eurosystems Reformen.

Wir haben uns bemüht, im vorliegenden Heft für möglichst viele Mitglieder unseres Vereins und für alle Leserinnen und Leser darüber hinaus etwas Interessantes, Spannendes und Anregendes zu bieten. Mein Bestreben als federführender Herausgeber ist es, zum einen eine Zeitschrift mit hohem wissenschaftlichen Mehrwert zu produzieren und zum anderen auch die wirtschaftspolitische Relevanz der PWP noch weiter zu steigern. Für Ihr Feedback bin ich jederzeit dankbar.

Justus Haucap

About the article

Published Online: 2019-06-08

Published in Print: 2019-06-06


Citation Information: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Volume 20, Issue 1, Pages 1–2, ISSN (Online) 1468-2516, ISSN (Print) 1465-6493, DOI: https://doi.org/10.1515/pwp-2019-0018.

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