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SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen

[SIRIUS: Journal of Strategic Analysis ]

Editor-in-Chief: Krause, Joachim

Ed. by Kamp, Karl-Heinz / Masala, Carlo / Wenger, Andreas

Online
ISSN
2510-2648
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Zur Diskussion gestellt

Roland Götz
Published Online: 2017-09-11 | DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2017-0081

Sehr geehrte Damen und Herren,

Den Beitrag von Hannes Adomeit „Innenpolitische Determinanten der Putinschen Außenpolitik“, in Heft 1/2017, S. 33–52, habe ich mit großem Interesse gelesen. Seiner These, dass hauptsächlich innere Faktoren, insbesondere Fragen des Machterhalts, das Außenverhalten des Kremls bestimmen, stimme ich zu. Zu dem Teil, der sich mit der „Staatlichen Kontrolle der ‚strategischen Sektoren‘ der Wirtschaft“ (Abschnitt 4.3, S. 40–41) befasst, sind jedoch zwei Richtigstellungen erforderlich.

1. Der im Artikel erwähnte „öffentliche Sektor“ in Russland hat nicht, wie der Zusammenhang suggeriert, einen Anteil von 70 % an der Entstehung des Bruttoinlandsprodukts, sondern es handelt sich bei dieser Zahl, die der Autor von Anders Aslund und Simon Commander übernommen hat, um die „Staatsquote“ (engl.: „public sector finance“). Ihre Angaben sind der Publikation des IMF: Russian Federation. Fiscal Transparency Evaluation, Mai 2014, S. 15, (https://www.imf.org/external/pubs/ft/scr/2014/cr14134.pdf), entnommen. In diese Zahl gehen außer der Wertschöpfung der staatlichen Betriebe und den Gehältern der Staatsbediensteten auch alle staatlichen Sozialleistungen sowie Subventionen ein, also alles, was über staatliche Konten fließt. Diese „Staatsquote“ liegt in den nordeuropäischen Wohlfahrtsstaaten und in Frankreich bei über 50 %, in Deutschland bei 45 %. Der Anteil der Wertschöpfung im öffentlichen Sektor, also dessen Beitrag zum BIP, kann auf rund die Hälfte der jeweiligen Staatsquote geschätzt werden.

2. Aslund und Commander schreiben nicht, wie es im Artikel heißt, dass bezogen auf die Gesamtwirtschaft der Anteil der 15 größten Unternehmen Russlands beim Umsatz 70 % und bei den Beschäftigten 85 % beträgt, sondern dass 2014 vom Umsatz (bzw. bei der Beschäftigtenzahl) der 15 größten Unternehmen 70 % (bzw. 85 %) auf Staatsbetriebe entfielen. Bei den beiden Autoren findet sich auch die Angabe, dass im „öffentlichen Sektor“ in Russland ein Drittel der Beschäftigten tätig sind, was mit der oben genannten Schätzung des BIP-Anteils des öffentlichen Sektors (für Russland rund 35 %) übereinstimmt.

Roland Götz, Berlin

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Published Online: 2017-09-11


Citation Information: SIRIUS - Zeitschrift für Strategische Analysen, Volume 1, Issue 3, Pages 316–316, ISSN (Online) 2510-2648, ISSN (Print) 2510-263X, DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2017-0081.

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