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SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen

[SIRIUS: Journal of Strategic Analysis ]

Editor-in-Chief: Krause, Joachim

Ed. by Kamp, Karl-Heinz / Masala, Carlo / Wenger, Andreas

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2510-2648
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Machtprojektion ins NATO-Meer: Die Marine der VR China in der Ostsee

Sebastian Bruns / Sarah Kirchberger
Published Online: 2017-12-14 | DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2017-0088

Bei diesem Beitrag handelt es sich um die überarbeitete deutsche Fassung eines Artikels, der am 16.08.2017 unter dem Titel „The PLA Navy in the Baltic Sea: A View from Kiel“ beim Center for International Maritime Security (www.CIMSEC.org) erschienen ist.

1 Einleitung

Am 19. Juli 2017 erreichte eine aus drei Schiffen bestehende Flottille der Chinesischen Marine nach langer Fahrt durch den Indischen Ozean und um den europäischen Kontinent herum die Ostsee, um dort ein gemeinsames Manöver mit der Russischen Marine abzuhalten. Die Flotille lief am 21. Juli in Kaliningrad ein, dem Manöver-Hauptquartier dieser bilateralen Übung. Obgleich die chinesische Seekriegsflagge nicht zum ersten Mal in diesem nordeuropäischen Gewässer zu sehen war (denn eine chinesische Fregatte hatte an der Kieler Woche 2016 teilgenommen), so war „Joint Sea 2017“ doch das erste gemeinsame russisch-chinesische Marinemanöver überhaupt in der Ostsee. Diese Unternehmung sorgte in Europa für Stirnrunzeln, und verschiedene NATO-Marinen bemühten sich, die chinesischen Marineschiffe auf ihrem Weg in die Ostsee zu beschatten und die Manöver zu überwachen.

Der gewählte Zeitpunkt im Juli war sicher kein Zufall angesichts der Tatsache, dass die Beziehungen zwischen West und Ost – wie auch immer definiert – zunehmend unter Spannung stehen. Auch signalisiert diese Out-of-Area-Übung, dass China seinen maritimen Interessen einen immer höheren Stellenwert beimisst und bereit ist, diese entschlossener durchzusetzen. Auch die zeitliche und räumliche Nähe zum G20-Gipfel in Hamburg dürfte ganz im Sinne der Planer gewesen sein. Insofern fügt sie sich in das Bild eines insgesamt deutlich robusteren Auftretens der Chinesischen Marine im asiatisch-pazifischen Raum und darüber hinaus im globalen Rahmen ein. Peking hat in den Jahren 2016 und 2017 mehr moderne Kampfschiffe in Dienst gestellt als irgendeine andere Seestreitkraft und baut gegenwärtig mindestens zwei konventionell angetriebene Flugzeugträger in Eigenproduktion. Zu Beginn dieses Sommers eröffnete die VR China außerdem ihren ersten ständigen Militärstützpunkt im ostafrikanischen Dschibuti. Parallel dazu wurden im Rahmen der Belt & Road Iniative (BRI, auch: „Neue Seidenstraße“ oder „One Belt, One Road“ genannt)1 große Summen in Häfen und Containerterminal-Infrastrukturen entlang der Hauptschiffahrtsrouten investiert. Dies ist ein weiterer Beleg für die Absicht Chinas, durch gezielte Nutzung der maritimen Domäne in Zukunft eine größere internationale Rolle zu spielen. Ist die zunehmende Präsenz der Chinesischen Marine im Indischen Ozean und in europäischen Gewässern daher zum „neuen Normalzustand“ geworden?2

In dem folgenden Aufsatz vertreten wir die Aufassung, dass man einen größeren Kontext berücksichtigen muss, wenn man Sinn und Zweck dieser bilateralen chinesisch-russischen Flottenmanöver verstehen will. Daher versuchen wir, diesen Vorgang in größere Zusammenhänge einzuordnen und analysieren ihn vor dem Hintergrund der allgemeinen Modernisierungs- und Expansionsstrategie der Chinesischen Marine in den letzten Jahren einerseits und einer sich stetig vertiefenden russisch-chinesischen Kooperation im politischen, militärischen und wirtschaftlichen Bereich andererseits. Wir arbeiten Aspekte der Thematik heraus, die teils Gründe zur Beruhigung liefern, teils aber auch Anlass zur Sorge sind, und schließen mit politischen Handlungsempfehlungen für die NATO und Deutschland.

2 Die gegenwärtigen Manöver und ihr Hintergrund

Die gemeinsame Marineübung mit Russland im Juli 2017 in der Ostsee war die erste offizielle Einsatzfahrt der Chinesischen Marine in diesem Seegebiet überhaupt. Für China bot sich damit die Gelegenheit, jüngste Errungenschaften im Bereich des volksrepublikanischen Schiffbaus und der Marinetechnik in Europa zur Schau zu stellen. Wohl aus diesem Grunde gehörten dem Flottenverband einige der modernsten und leistungsfähigsten Überwasserkampfschiffe der Chinesischen Marine an: die Hefei (DDG-174), ein Luftabwehr-Lenkwaffenzerstörer, der mit dem chinesischen Pendant zum amerikanischen AEGIS-Warn- und Feuerleitsystems ausgerüstet ist; die Yuncheng (FFG-571), eine Lenkwaffenfregatte vom Typ 054A, sowie die Luomahu (AOR-964), ein der chinesischen Südflotte zugeteilter Flottenversorger des Typs 903. Ursprünglich sollte der Zerstörer Changsha (DDG-173) an dieser Übung teilnehmen, aber nachdem er von Hainan aus in See gestochen war, musste er durch sein Schwesterschiff Hefei ersetzt werden, anscheinend weil er im Indischen Ozean einen gravierenden Maschinenschaden erlitten hatte.3

3 Gleichzeitige Einsatzfahrten in nord- und südeuropäische Gewässer

Es ist kein Zufall, dass China gleichzeitig eine weitere Flottille – ebenfalls aus drei Schiffen – ins Schwarze Meer entsandte. Changchun (DDG-150), ein Zerstörer vom Typ 052C, der über bis zu 48 HHQ-9-Flugabwehrraketen hoher Reichweite verfügt, die Jingzhou (FFG-532), eine erst vor kurzem in Dienst gestellte Fregatte des Typs 054A, sowie der Flottenversorger Chaohu (AOR-890) verlegten bei starkem Regen ins türkische Istanbul. Diese Fahrt erfolgte unmittelbar im Anschluss an das NATO-Marinemanöver Sea Breeze 2017, bei dem ukrainische, rumänische, bulgarische und andere NATO-Marineschiffe zwischen dem 10. und 22. Juli gemeinsam im Schwarzmeer übten. Zudem wurden die russisch-chinesischen Kriegsspiele nur vier Wochen nach BALTOPS abgehalten, einem jährlich stattfindenden, großen multinationalen Seemanöver unter US-Führung, an dem bis 2013 im Rahmen der „Partnerschaft für den Frieden“ auch Russland teilgenommen hatte.4

Nur zwei Wochen zuvor war zudem Deutschland, die stärkste Seemacht der Ostsee, Gastgeber des G-20-Gipfels in Hamburg gewesen. Als Australien im Jahr 2014 den G-20-Gipfel ausrichtete, entsandte die russische Marine ihr Flaggschiff, die Waryag, in den Südpazifik. Es ist daher davon auszugehen, dass der Zeitpunkt für das chinesisch-russische Marinemanöver in der Ostsee auch in dieser Hinsicht mit Bedacht gewählt wurde; es sollte ein Signal an die NATO-Mitglieder und übrigen Anrainerstaaten der Ostsee senden. Schließlich brachte Russland zwei seiner mächtigsten Kriegsschiffe bei „Joint Sea 2017“ ein: Das größte U-Boot der Welt, die Dmitri Donskoj (ein Boot der Typhoon-Klasse), und das größte Überwasserkampfschiff der russischen Seekriegsflotte, den nukleargetriebenen Schlachtkreuzer Pjotr Weliki. Beide Schiffe sind aufgrund ihrer Größe für die enge und flache Ostsee operativ in höchstem Maße ungeeignet, aus symbolpolitischer Warte aber von großem Nutzen.

Regelmäßige russisch-chinesische Marineübungen begannen im April 2012, als das erste gemeinsame Flottenmanöver im Gelben Meer in der Nähe von Qingdao stattfand. Seither werden alljährlich bilaterale Seemanöver durchgeführt. Wie die Tabelle im Anhang zeigt, haben Umfang und Komplexität der Manöver stetig zugenommen. Jane´s Defence Weekly berichtete, dass bei den Übungen im Jahr 2016 zum ersten Mal ein gemeinsames Kommando-Informationssystem eingesetzt wurde, um die Interoperabilität zu verbessern und Lageeinschätzungen besser aufeinander abzustimmen.5 Mitte September 2017 folgte schließlich die erste gemeinsame Übung im Ochotskischen Meer und im Japanischen Meer in unmittelbarer Nähe der koreanischen Halbinsel.6 Dies ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass China und Russland bis heute offiziell keine militärischen Verbündeten sind. Was also bedeutet diese Entwicklung?

4 Ehrgeizige Modernisierungspläne für die Seestreitkräfte in Russland und China

In Hinblick auf Marinefähigkeiten streben China und Russland danach, echte Hochseekapazitäten wiederzuerlangen (im Fall Russlands) beziehungsweise zu erreichen (im Fall Chinas). Nach einem jahrzehntelangen Niedergang beabsichtigt die Russische Marine, ihre Überwasserflotte zu vergrößern, eine Mindest-Trägerkapazität aufrechtzuerhalten und eine glaubwürdige seegestützte nukleare Abschreckungsfähigkeit zu bewahren. Bislang allerdings hat Russland seinen Worten kaum Taten folgen lassen.7 Die Chinesische Marine hofft unterdessen, sich in eine vollständig „computerisierte“ Streitkraft zu verwandeln, die zu netzwerkzentrierten Operationen fähig ist;8 sie hat vor, mittelfristig bis zu drei Flugzeugträgerkampfgruppen zu betreiben, und entwickelt eine echte seegestützte nukleare Abschreckungskapazität, für die U-Boot-Langstreckenfahrten in den Westpazifik und den Indischen Ozean (und vielleicht sogar ins Nordpolarmeer und in den Atlantik) von zentraler Bedeutung sind. Zumindest solange die Reichweite der U-Boot-gestützten JL-2 Raketen von ca. 7.200 km nicht deutlich erhöht werden kann, können chinesische Atom-U-Boote, wenn sie im Südchinesischen Meer stationiert sind, keine Bedrohung für das US-amerikanische Festland darstellen. Die Boote müssten ungeortet mindestens ca. 4.000 km in den Pazifik fahren, um amerikanische Gebiete an der bevölkerungsreichen Ostküste der USA zu bedrohen.9

Abgesehen von Entwicklung, Bau und Indienststellung der notwendigen Waffensysteme erfordern all diese ehrgeizigen Ziele vor allem intensives Mannschaftstraining in häufigen und komplexen gemeinsamen Einsatzübungen in weit entfernten Meeresgebieten. Für Russland dienen die regelmäßigen Joint Sea-Manöver dagegen als ein Gegengewicht zu den jährlichen BALTOPS-Übungen unter US-Führung, an denen Russland nicht mehr teilnimmt, und sie ersetzen die FRUKUS-Manöver der 1990er- und 2000er-Jahre mit Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. China hat durch seine Anti-Piraterie-Einsätze vor dem Horn von Afrika erste Erfahrungen mit Out-of-area-Einsätzen der Marine gesammelt. Diese führten schließlich zur Gründung des ersten Übersee-Logistikzentrums der chinesischen Marine in Djibouti im Sommer 2017.10 Bis jetzt ist Chinas Einfluss in der Welt jedoch in erster Linie noch wirtschaftlicher, nicht militärischer Natur, weil es China nach wie vor an militärischen Verbündeten fehlt und seine Streitkräfte keinen Zugang zu einem weltweiten Netzwerk von Stützpunkten haben, das China eine wirklich globale militärische Präsenz ermöglichen würde. Im Zusammenspiel mit dem notwendigen Schutz chinesischer Auslandsinvestitionen, entsandter Arbeitskräfte und Handelsinteressen in Afrika und Eurasien infolge der Seidenstraßen-Initiative ist dennoch mit einer häufigeren chinesischen Flottenpräsenz auch in europäischen Gewässern zu rechnen.

5 Hat der Westen Grund zur Sorge?

Aus Sicht der NATO und Europas ist vor allem die zumindest theoretische Möglichkeit einer umfassenden Entente zwischen Russland und China als Folge zunehmender Konvergenz zwischen den wirtschaftlichen, militärischen und strategischen Interessen beider Staaten ein Punkt, der sorgsam im Auge behalten werden sollte.

In der Vergangenheit waren die Beziehungen beider Länder von Misstrauen und strategischer Konkurrenz getrübt. Führende russische Politiker fürchten wahrscheinlich noch immer die wirtschaftliche Übermacht Chinas und sind besorgt wegen einer möglichen Masseneinwanderung von Chinesen in den Fernen Osten Russlands. China wiederum ist für das Gelingen seiner ehrgeizigen „Belt & Road-Initiative“ auf die Kooperation Russlands angewiesen. Russland ist zurzeit militärisch zwar relativ stark (in der maritimen Domäne insbesondere im Unterwasserbereich), aber wirtschaftlich schwach. Seine wichtigsten Exportprodukte sind Bodenschätze und Waffentechnologien. China dagegen ist zwar ein ökonomisches Schwergewicht, hat jedoch riesige industrielle Überkapazitäten aufgebaut und ist zudem auf Importe von Gütern genau der Art angewiesen, die Russland anzubieten hat. Insbesondere seitdem die westlichen Sanktionen aufgrund der Krim-Krise ihre Wirkung zu entfalten begannen, benötigt Russland chinesisches Kapital, um seine ehrgeizigen Projekte zum Abbau von Bodenschätzen in der Arktis fortzusetzen,11 während China weiterhin auf eine Reihe militärischer Hochtechnologie-Transfers aus Russland, etwa in der Luft- und Raumfahrt und bei Raketentechnologien angewiesen ist.12 Das klamme Russland hat ehrgeizige Beschaffungspläne für seine Seestreitkräfte, die jedoch dadurch beeinträchtigt wurden, dass es den Zugang zu ukrainischen und westlichen Waffentechnologien verloren hat, während China, das seit 1989 mit einem westlichen Waffenembargo konfrontiert ist, gegenwärtig seine Marine massiv ausbaut und, anders als Russland, auch über die finanziellen Mittel dafür verfügt. Mögliche Synergien im Bereich der Marinerüstung betreffen vor allem U-Boot-Design und Bau, da China dem Vernehmen nach Interesse bekundet hat, russischeU-Boote der Lada- bzw. Kalina-Klasse zu erwerben.13

Außerdem sind beide Regierungen entschlossen, gegen das sogenannte „westliche Hegemonialstreben“ zu kooperieren und arbeiten an einer sogenannten „Demokratisierung der internationalen Beziehungen“.14 Beide lehnen die universellen Werte ab, die mit der westlichen freiheitlichen Ordnung verbunden sind, und behalten sich das Recht vor, territoriale Konflikte innerhalb ihrer Einflusssphäre, die ihres Erachtens ihre sogenannten „Kerninteressen“ bedrohen, mit militärischen Mitteln zu „lösen“. Moskau und Peking wollen außerdem zuvorderst ihren eigenen Herrschaftsanspruch innenpolitisch zementieren, indem sie sich zivilgesellschaftlichen Forderungen nach Wandel und Reformen widersetzen, und sehen hinter allen derartigen Forderungen grundsätzlich westliche Subversionsversuche. Da beide Länder zudem zurzeit westlichen Waffenembargos unterliegen, die schon in der Vergangenheit großangelegte Rüstungsprogramme, auch im Marine-Bereich, beeinträchtigten, hat der umfangreiche Waffenhandel zwischen China und Russland durch neue Verträge noch weiter zugenommen. Eine Nebenwirkung dieser langjährigen wehrtechnischen Kooperation sind technologische Gemeinsamkeiten zwischen beiden Militärs, die wiederum die Interoperabilität beider Streitkräfte fördern.15

Daher bietet die Vertiefung der militärtechnologischen Kooperation und die verstärkte Zusammenarbeit beim Abbau von Bodenschätzen Russland und China zurzeit vielfältige Synergien, und die Ergebnisse dieser Anreizstrukturen sind bereits sichtbar: Nachdem der Westen die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland in Folge der Krimkrise von 2014 weitgehend auf Eis legte, wurden zwischen Putins Russland und Xis China zahlreiche neue und großangelegte Rüstungs- und Rohstoffgeschäfte vereinbart. Kooperationsprojekte zwischen beiden Nationen in der Arktis, die hauptsächlich dem Zweck des Rohstoffabbaus dienen, wurden zudem offiziell unter dem Dach des gigantischen, wenn auch diffusen chinesischen „Belt & Road“-Projekts zusammengeführt.16 Das jüngst geschlossene „arktische Seidenstraßen-Abkommen“ zwischen China und Russland deutet darauf hin, dass es China gelungen ist, russische Ängste vor dem Eindringen chinesischer Schiffe in russische Hoheitsgewässer im Nordpolarmeer zu besänftigen.

Zusammengefasst enstehen durch das langjährige westliche Waffenembargo gegen China in Verbindung mit den westlichen Strafsanktionen gegen Russland seit 2014 sowie durch die Ängste beider Staaten vor westlicher Subversion im Zuge einer Strategie des „friedlichen Wandels“ (wie sie während des Kalten Kriegs gegen die Sowjetunion angewandt wurde) plus der vermeintlichen Gefahr einer militärischen Eindämmung durch die USA starke Anreize für beide Seiten, ihre Synergien im wirtschaftlichen, diplomatischen und militärischen Bereich zu nutzen. „Die Sichtweisen Russlands und Chinas in internationalen Fragen liegen sehr nah beieinander, ja sie sind oftmals fast deckungsgleich“, sagte Putin während eines China-Besuchs im Jahr 2016.17 Die Tatsache, dass die Regeln der chinesischen Internetzensur unlängst abgeändert wurden, um Putin gegen chinesische Online-Kritik zu schützen – dies war das erste Mal, dass einem ausländischen Staatsführer dieser amtliche „Schutz“ gewährt wurde – spricht ebenfalls für eine neue Nähe in den traditionell etwas angespannten Beziehungen.18 Daher ist anzunehmen, dass beide Länder ihre Zusammenarbeit im politischen und diplomatischen Bereich, zum Beispiel innerhalb des UN-Sicherheitsrats, fortsetzen und intensivieren werden.

Schließlich sind beide Länder mit strukturell ähnlichen sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert. Im Innern sind sie vor allem damit beschäftigt, Separatisten und systemkritische Kräfte zu bekämpfen, und außenpolitisch fürchten sie eine militärische Eindämmung durch die USA und eine westliche Einmischung in ihre „inneren Angelegenheiten“, was für China die Taiwan-Frage und für Russland die völkerrechtswidrige Krim-Annexion beinhaltet.19 Letzterer Gefahr begegnen beide Länder in ähnlicher Weise, indem sie sich auf asymmetrische Abschreckungskonzepte (Anti Access/Area-Denial-Zonen oder kurz: A2/AD-Zonen) einerseits und nukleare Abschreckung andererseits konzentrieren. Die russische Enklave Kaliningrad, das Hauptquartier des „Joint Sea 2017“-Manövers, ist der Eckpfeiler der größten russischen A2/AD-Zone in Nordeuropa. Außerdem findet das traditionelle russische Konzept der „arktischen Bastion“ für strategische U-Boote gegenwärtig sein Pendant in chinesischen Bestrebungen, Teile des Südchinesischen Meers zu einer Bastion für chinesische Atom-U-Boote mit ballistischen Raketen zu machen.20 Zudem sollte beachtet werden, dass beide Länder in jüngster Zeit in ihrem Umgang mit kleineren Nachbarstaaten innerhalb ihrer „Einflusssphären“ durchaus ähnliche, hybride Strategien eingesetzt haben – eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit.21 Russlands „kleine grüne Männchen“ haben ihr maritimes Gegenstück in Chinas „kleinen blauen Männchen“. Dies sind von der Regierung finanzierte und gesteuerte, sich als Fischer ausgebende „maritime Volksmilizen“, die Zwischenfälle im Süd- und Ostchinesischen Meer provozieren.22

Zusammengefasst ist festzustellen, dass die vertiefte militärtechnologische Zusammenarbeit auf der Basis vergangener Waffenlieferungen zu einem gewissen Maß an technologischer Übereinstimmung geführt hat, und dass in jüngster Zeit regelmäßige gemeinsame Manöver mit dem ausdrücklichen Ziel abgehalten wurden, durch diese Übungen auch eine bessere Interoperabilität zu erreichen. Aufgrund der Ähnlichkeiten in ihrer jeweiligen Bedrohungswahrnehmung können beide Länder vom Austausch von Erfahrungen in Bereichen wie hybride Kriegsführung, A2/AD („Interventionsabwehr“)-Strategien sowie bei Flugabwehr- sowie Anti-Schiffs-Raketen-Projekten profitieren. Auch ohne ein förmliches Militärbündnis verdienen diese Entwicklungen eine größere Aufmerksamkeit der NATO und westlicher Seestreitkräfte, nicht zuletzt vor dem Hintergrund gemeinsamer politischer Interessen und einer übereinstimmenden Weltsicht dieser beiden autoritären Staaten.

6 Vor welche Herausforderungen stellt dies die NATO?

Während das jüngste Manöver in der Ostsee als solches nicht besorgniserregend ist und in internationalen Gewässern stattfand, die von Marineschiffen aller Staaten frei befahren werden dürfen, ergeben sich daraus doch einige Überlegungen, die die NATO berücksichtigen sollte. Wenn sich die noch im Entstehen begriffene Marinekooperation zwischen China und Russland weiter vertieft und sich bilaterale russisch-chinesische Manöver in den Heimatgewässern von NATO-Staaten häufen sollten, dann könnte dies bedeuten, dass die begrenzten Ressourcen der NATO-Marinen zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen. Beschattung und Überwachung chinesischer und russischer Kampfschiffe bedeutet immer öfter, dass Einheiten entsendet werden müssen, die dringend an anderer Stelle benötigt würden. Tatsächlich könnte dies aus Sicht Russlands und Chinas einen der wichtigsten positiven Effekte ihrer Kooperation darstellen. Einige NATO-Seestreitkräfte hatten erst kürzlich ihre Bereitschaft bekundet, die Vereinigten Staaten im Südchinesischen Meer zu unterstützen, das China bekanntlich als Teil seiner engsten nationalen Interessenssphäre betrachtet.23

Die Erhöhung des Drucks auf den „maritimen Hinterhof“ der NATO in Europa könnte daher dem Zweck dienen, den Druck der USA und anderer westlicher Staaten auf die Chinesische Marine in ihren Heimatgewässern zu verringern. In diesem Sinne könnte das Manöver in der Ostsee in Abwandlung eines alten chinesischen Sprichworts auch als Versuch gewertet werden, „im Westen zu lärmen und dann im Osten anzugreifen“. Andererseits geben die russisch-chinesischen Manöver den NATO-Seestreitkräften aber auch die Chance, die Fähigkeiten der Chinesischen und Russischen Marinen näher in Augenschein zu nehmen. Dies kann im Lauf der Zeit dazu beitragen, die vielbeklagte Intransparenz im Zusammenhang mit der massiven Aufrüstung der Chinesischen Marine zu verringern. Dies wird außerdem helfen, die zukünftige maritime Strategie der NATO insbesondere auch in der Ostsee sachgerechter zu definieren.24

7 Politische Empfehlungen

Das jüngste russisch-chinesische Manöver sollte zunächst vor allem als ein Signal interpretiert werden. In diesem Sinne schrieb James Goldrick:

„Der Vorstoß der chinesischen Flotte in die Ostsee soll insbesondere Großbritannien und Frankreich vor Augen führen, dass China in Europa deren Bemühungen um eine maritime Präsenz in Ostasien etwas Gleichwertiges entgegensetzen kann (…) und, was vielleicht am wichtigsten ist, es deutet auf eine zunehmende Abstimmung zwischen China und Russland über Chinas Verhalten im Südchinesischen Meer und Russlands Sicherheitsstrategie in der Ostsee hin. Die Anrainerstaaten müssen eine Art [chinesische] Gegenleistung in der Ostsee für die russische Unterstützung der künstlichen Inseln und der Vorherrschaft Chinas im Südchinesischen Meer befürchten.“25

Zweitens sollte die theoretische Möglichkeit, dass Russland und China eine Art militärische Allianz schmieden könnten, ernsthafter analysiert und diskutiert werden, weil eine solche Entwicklung das strategische Kalkül in Bezug auf eine mögliche militärische Konfrontation der NATO beeinflussen würde. China bemüht sich seit Langem darum, der US-geführten Quasi-Allianz von mit dem AEGIS-Kampfsystem ausgestatteten Seestreitkräften vor seiner Haustür (Südkorea, Japan, Australien und die 7. US-Flotte) etwas entgegenzusetzen, und einige bekannte chinesische Intellektuelle (wie etwa Yan Xuetong) haben sich öffentlich dafür ausgesprochen, China solle Militärbündnisse schließen und Militärstützpunkte in Ländern errichten, mit denen eine wehrtechnische Kooperation besteht.26 Es ist nicht schwer zu ersehen, dass diese Bemerkungen wohl in erster Linie auf Russland gemünzt sind, den militärtechnologisch leistungsfähigsten Waffenhandelspartner Chinas. So entfernt dies aus vielerlei Gründen auch erscheinen mag: allein die Möglichkeit einer solchen Entwicklung sollte die NATO und alle europäischen Nicht-NATO-Staaten beunruhigen, insbesondere in Anbetracht der engen wirtschaftlichen Beziehungen Europas zu China.

Drittens: Zwar ist es kaum vorstellbar, dass die westlichen Sanktionen gegen Russland und China kurz- oder auch mittelfristig aufgehoben werden könnten, da beide Länder nicht gewillt scheinen, das Recht auf uneingeschränkte Souveränität kleinerer Länder in ihrer jeweiligen „Interessensphäre“ anzuerkennen. Dennoch sollten westliche Länder die Auswirkungen, die diese Sanktionen bislang hatten, etwa indem sie Anreize für eine russisch-chinesische Entente schufen, gründlich analysieren. Das Ziel sollte sein, Wege finden, China und Russland auf anderen Gebieten in konstruktiver Weise einzubinden, um so eine Alternative zu einer russisch-chinesischen Zweckehe bereitzustellen.

Viertens, die Deutsche Marine und die Seestreitkräfte anderer Ostseeanreiner sollten diese und zukünftige Fahrten der Chinesischen Marine in nordeuropäische Seegebiete als eine Chance zur Nachrichtengewinnung und als Gelegenheit nutzen, um den chinesischen Seestreitkräften mit Mitteln der Marine-Diplomatie zu begegnen. Für Deutschland ist es überdies höchste Zeit, ernsthaft den Ersatz für seine Aufklärungsschiffe (die Flottendienstboote der Oste-Klasse) zu planen; die Beschaffung der fünf zusätzlichen Korvetten der Braunschweig-Klasse zu beschleunigen; und mit den Verbündeten über eine geeignete Ostsee-Strategie im globalen Kontext zu beraten.

1 Tabelle 1: Größere bilaterale chinesisch-russische Seemanöver

Literatur

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Footnotes

  • 1

    Vgl. „Vision for Maritime Cooperation under the Belt and Road Initiative“ 2017. 

  • 2

    Nordenmann 2017. 

  • 3

    „Did China's Type 052D Destroyer Break Down In Indian Ocean?“ 2017. 

  • 4

    „BALTOPS concludes“ 2017. 

  • 5

    Tate 2016. 

  • 6

    „Ships, subs & helicopters: Russia & China kick off massive naval drills near Korean Peninsula“ 2017. 

  • 7

    Gorenburg 2017. 

  • 8

    Martinson und Yamamoto 2017. 

  • 9

    Kristensen und Norris 2016: 208–209; Babiarz 2017. 

  • 10

    Downs et al. 2017. 

  • 11

    Bertelsen und Gallucci 2016: 3. 

  • 12

    Schwartz 2017. 

  • 13

    „Ejun yanzhi xinxing changgui qianting, taotai Lada ji chushou Zhongguo“ 2015; Keck 2014. 

  • 14

    Liu und Ren 2014: 257. 

  • 15

    Für eine detaillierte Analyse vgl. die Ausführungen in Kirchberger 2015: 150–155 und Kirchberger 2017. 

  • 16

    Bennett 2017. 

  • 17

    „‘Friends forever’: Xi talks up China's ties with Russia during Putin trade trip“ 2016. 

  • 18

    Tan 2017. 

  • 19

    Vgl. Saalman 2016 und Zhang 2014. 

  • 20

    Babiarz 2017. 

  • 21

    Saalman 2016: 135–136. 

  • 22

    Erickson und Kennedy 2015. 

  • 23

    Vgl. Nguyen 2016 und „Britain's new aircraft carriers to test Beijing in South China Sea“ 2017. 

  • 24

    Horrell et al. 2016. 

  • 25

    Goldrick 2017. 

  • 26

    Vgl. Huang 2016. 

About the article

Published Online: 2017-12-14


Citation Information: SIRIUS - Zeitschrift für Strategische Analysen, Volume 1, Issue 4, Pages 379–386, ISSN (Online) 2510-2648, ISSN (Print) 2510-263X, DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2017-0088.

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