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SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen

[SIRIUS: Journal of Strategic Analysis ]

Editor-in-Chief: Krause, Joachim

Ed. by Kamp, Karl-Heinz / Masala, Carlo / Wenger, Andreas

Online
ISSN
2510-2648
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John Allen/ Philip M. Breedlove/ Julian Lindley-French/ George Zambellas: Future War NATO. From Hybrid War to Hyper War via Cyber War. 2017.

Martin Eduard Debusmann
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  • LLM MPhil MA, Strategic Advisor, Mitglied im Arbeitskreis „Junge Sicherheitspolitiker“ an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Berlin Germany
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Published Online: 2018-03-14 | DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2018-0009

Die Zeitschrift „SIRIUS“ sieht sich als Bindeglied zu der Welt der strategischen Forschungseinrichtungen und veröffentlicht regelmäßig Kurzdarstellungen von ausgewählten Studien, die sich mit wichtigen Aspekten der internationalen strategischen Entwicklung befassen. Dabei werden in jedem Heft einzelne Schwerpunkte gesetzt. Die Kurzdarstellungen dienen primär der Widergabe der Ergebnisse dieser Studien, das schließt kritische Kommentierung nicht aus.

Mit ihrem GLOBSEC-Beitrag „Future War NATO. From Hybrid War to Hyper War via Cyber War“ beziehen die Autoren, die amerikanischen NATO-erprobten Generäle a. D. John Allen und Philipp M. Breedlove, Professor Julian Lindley-French sowie der britische Admiral a. D. und ehemalige First Sea Lord der Royal Navy, George Zambellas, Stellung zu der Lage der NATO angesichts eines sich zunehmend aggressiver verhaltenen Russland. Um eine solche Konfliktlage zu meistern, benötige die NATO eine konzeptionelle Vorstellung vom Krieg der Zukunft („Future War Strategic Concept“), in dem u. a. der Zusammenhang zwischen dem Schutz der Zivilbevölkerung und die Wahrnehmung von Machtinteressen besser verstanden werde.

Das „Internet der Dinge“, vernetzte Technologien, künstliche Intelligenz und Big Data erhöhten zudem das Risiko, dass sich Russland in einem Zusammenspiel mit kriminellen und islamistischen Gruppierungen zusammenschlösse, um dem Westen in jeglicher Art schaden zu können. Anhand zweier detaillierter Szenarien zeichnen die Autoren das Bild, wie die NATO einem drohenden, neuartigen Angriff durch Russland entweder nichts entgegenzusetzen habe oder eben doch standhalten könnte. In den Szenarien kommen Kriegsstrategien und -mittel zum Einsatz, die den Wandel „from hybrid war to hyper war via cyber war“ darstellen.

Der Begriff des hybriden Krieges wird von den Autoren nicht erklärt, sondern vorausgesetzt. Er beschreibt im Regelfall die offene und verdeckte, reguläre und irreguläre, militärische und nicht-militärische Kriegsführung, bei der die Abgrenzung zwischen Krieg und Friedenszustand schwerfällt. Die Autoren definieren einen hyper war als den Einsatz von neuen Technologien in einer sich schnell und ständig ändernden Ausprägung von Krieg. Mit hyper ginge eine Beschleunigung des Konfliktablaufes und einer Verkürzung der Zeiträume für Entscheidungsfindungen einher. Dieses würde eine Automatisierung der Kriegsführung bedingen. Westliche Kulturen seien aufgrund ihrer Abhängigkeit von social media angreifbar für eine politische Manipulation und fake news, was zu einer Aufhebung der Trennung zwischen militärischen und zivilen Zielen in einem hybriden Krieg beitrage. Cyber war bezeichne den cyber-basierten Angriff auf zivile wie militärische Infrastruktur.

Russland sei bereits auf dem Weg, die Transformation zum hyper war aktiv zu beschreiten. Bei seinem Ansatz „Strategic Maskirovka“ handele es sich um eine hohe Form der asymmetrischen Kriegsführung eines einzelnen, eigentlich unterlegenen Akteurs gegen eine mächtigere, aber pluralistisch und fragmentiert agierende Gegnergruppe unter Ausnutzung derer größten Schwachstellen. China entwickele sich in eine ähnliche Richtung, und andere staatliche wie nicht-staatliche Akteure, unter ihnen terroristische Gruppierungen, trügen zu einer weiteren Unsicherheit bei. Die NATO-Mitgliedsstaaten hätten dieser neuen Art der Kriegsführung derzeit wenig entgegenzusetzen. Die Autoren votieren daher für ein neues NATO Future War Strategic Concept.

Das neue NATO-Konzept müsse unter anderem realistischere Übungen vorsehen, in denen die politische Führung eingebunden sei und damit der politische Zusammenhalt gestärkt werde. Das neue Konzept müsse die Rolle der NATO stärken, Aufklärung und Frühwarnsysteme sowie die strategische, militärische Kommunikation fördern, Konfliktmittel für das wachsende Spektrum von Konfliktarten vorhalten und damit unter anderem neue Technologien und nukleare Möglichkeiten berücksichtigen.

https://www.globsec.org/wp-content/uploads/2017/10/GNAI-Future-War-NATO-JLF-et-al.pdf

About the article

Published Online: 2018-03-14


Citation Information: SIRIUS - Zeitschrift für Strategische Analysen, Volume 2, Issue 1, Pages 76–76, ISSN (Online) 2510-2648, ISSN (Print) 2510-263X, DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2018-0009.

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