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SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen

[SIRIUS: Journal of Strategic Analysis ]

Editor-in-Chief: Krause, Joachim

Ed. by Kamp, Karl-Heinz / Masala, Carlo / Wenger, Andreas

Online
ISSN
2510-2648
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Kheder Khaddour: Back to what Future? What remains for Syria’s displaced people? Washington, D.C.: Carnegie Endowment for International Peace, Januar 2018

Dr. Susanne Fischer
Published Online: 2018-09-09 | DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2018-3023

Reviewed publication

Khaddour Kheder Back to what Future? What remains for Syria’s displaced people? Washington, D.C. Carnegie Endowment for International Peace Januar 2018

Nachdem der so genannte Islamische Staat im Osten Syriens massiv zurückgedrängt wurde, kommt bei manchen die Hoffnung auf, dass zumindest ein Teil der ins Ausland sowie der innerhalb des Landes geflüchteten Bevölkerung in ihre Städte zurückkehren könnte. Kheder Khaddour zeigt an den komplexen Entwicklungen in den zwei wichtigsten Städten des syrischen Ostens, Raqqa und Deir Ezzor, dass diese Hoffnung nicht berechtigt ist: Während Raqqa vor und während der Herrschaft des Islamischen Staates quasi seine gesamte Bevölkerung verloren hat, hat Deir Ezzor seine Rolle als regionales ökonomisches und politisches Zentrum durch die gewaltsamen Auseinandersetzungen komplett verloren. Eine solche ökonomische Grundlage ist jedoch eine zentrale Voraussetzung dafür, dass sich Rückkehrer langfristig etablieren können. Auch die in beiden Städten vorherrschende Unsicherheit verhindert, dass sich Bevölkerungsgruppen wie Ärzte, Lehrer oder Ingenieure ansiedeln, die für ein funktionierendes städtisches System wichtig sind. Zudem hat in beiden Städten die Gewalt zur Auflösung zentraler stabilisierender Strukturen wie Familien, Stämme oder berufliche Vereinigungen geführt. Und schließlich wurden im Verlauf des Konfliktes in beiden Städten neue politische Vertreter installiert, die nun im eigenen Interesse agieren. Von diesen ist zu erwarten, dass sie versuchen eine Rückkehr und Reintegration von Geflüchteten zu Gunsten eigener Machtstrukturen auszunutzen, d. h. dass sie versuchen über Verhandlungen mit externen Akteuren ihre Position als Teil einer neuen syrischen Elite zu sichern. Schließlich wird diese lokale Gesamtsituation von kurdisch-arabischen Spannungen beeinträchtigt sowie davon, dass sowohl das syrische Regime wie die Syrian Democratic Forces (SDF) eigene Interessen mit Blick auf eine lokale Ordnung haben.

Angesichts dieser Entwicklungen formuliert der Autor unter anderem folgende politischen Empfehlungen: Erstens darf die Frage der Rückkehr von Geflüchteten in die jeweiligen Städte nicht getrennt von einer politischen Lösung des Konfliktes in Syrien behandelt werden. Vielmehr müssen zur „Lösung“ derartiger Aspekte klare Vereinbarungen in einer wie auch immer gearteten Friedenslösung enthalten sein. Zweitens muss nach Ansicht des Autors darüber nachgedacht werden, wie die traditionelle Rolle der betroffenen Städte Raqqa und Deir Ezzor wiederhergestellt und mit Blick auf die Gesamtsituation in Syrien entwickelt werden kann. Hierfür spielen die oben genannten zivilgesellschaftlichen Akteure und „professionellen“ Akteure eine zentrale Rolle, da diese Träger für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Drittens erörtert der Autor mögliche hybride Governance-Strukturen. Diese könnten einen Ausgleich zwischen den mit den SDF assoziierten Kräften und den Kräften des syrischen Regimes ermöglichen und von ehemaligen staatlichen Angestellten, die als neutrale Technokraten wahrgenommen würden, ausgefüllt werden.

https://carnegieendowment.org/files/CMEC_69_Khaddour_final.pdf

About the article

Published Online: 2018-09-09

Published in Print: 2018-09-03


Citation Information: SIRIUS - Zeitschrift für strategische Analysen, Volume 2, Issue 3, Pages 305–305, ISSN (Online) 2510-2648, ISSN (Print) 2510-263X, DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2018-3023.

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