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SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen

[SIRIUS: Journal of Strategic Analysis ]

Editor-in-Chief: Krause, Joachim

Ed. by Kamp, Karl-Heinz / Masala, Carlo / Wenger, Andreas

Online
ISSN
2510-2648
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Thomas Newdick/Ofer Zidion: Modern Israeli Airpower – Aircraft and Units of the Israeli Airforce. Houston, Texas: Harpia Publ. 2013

Robert Stöhs
Published Online: 2018-09-09 | DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2018-3033

Reviewed publication

Newdick Thomas Zidion Ofer Modern Israeli Airpower – Aircraft and Units of the Israeli Airforce Harpia Publ. Houston, Texas 2013

In diesem Kompendium stellt Thomas Newdick, Herausgeber des englischsprachigen Fachmagazins Air Forces Monthly gemeinsam mit Ofer Zidon, Photograph der Zeitschrift Israel Air Force Magazine, die Geschichte der Israelischen Luftstreitkräfte dar, die in den Jahrzehnten nach der Gründung Israels in den zahlreichen Krisen, Kampfhandlungen und Kriegen oftmals als Speerspitze das Überleben des Staates garantierten.

Ausgehend von der Aufstellung der Israeli Air Force (IAF) als Teilstreitkraft der israelischen Streitkräfte (Israel Defense Forces, IDF) im Jahre 1948, wird die Entwicklung und der Einsatz der erfahrensten und stärksten Luftwaffe im Nahen und Mittleren Osten im Rahmen von Konflikten, Kriegen sowie humanitären Missionen von den Anfängen bis zur Gegenwart nachgezeichnet. Die Basis der neugeschaffenen Luftwaffe bildete eine Kollektion verschiedener Flugzeugtypen vieler Herkunftsländer, die bereits unmittelbar nach der Staatsgründung in Kampfhandlungen eingriffen. In den fünfziger Jahren wurde Frankreich durch Lieferungen von strahl- und propellergetriebenen Flugzeugen Israels wichtigster Partner im Bereich der Luftfahrtausrüstung.

Die Achse Frankreich-Israel festigte sich in den sechziger Jahren durch den weiteren Ankauf von Jets, Trainingsflugzeugen und der Aufstellung einer Hubschrauberflotte. Aufgrund des Sechstagekrieges verhängte Frankreich ein Waffenembargo gegen Israel. Das Jahr 1967 markierte somit das Ende der französischen und den Beginn der amerikanischen Ära als strategischer Partner der israelischen Luftwaffe. Dieses Embargo gab auch Anlass zum systematischen Aufbau der israelischen Luftfahrtindustrie.

In den siebziger und achtziger Jahren erfolgte die größte Umformung der IAF. Operative Erfahrungen aus dem Sechstagekrieg sowie dem Yom-Kippur-Krieg führten zur Entwicklung von sensorbasierten Netzwerken durch die Integration von UAVs und AEW (airborne early warning) Flugsystemen; die gleichzeitige Indienststellung und Integration von Kampfflugzeugen großer Reichweite der Typen McDonnell Douglas F-15A/B/C/D Eagle und General Dynamics F-16 A/B ermöglichte damit erstmals eine strategische Reichweite der IAF. Dies wurde mit der Zerstörung des Osirak Kernreaktors in der Nähe Bagdads bzw. beim Angriff auf das über 2000 km entfernte PLO Hauptquartier in Tunis im Jahre 1985 durch die IAF unter Beweis gestellt.

Die kontinuierliche Modernisierung, Adaptierung und Eingliederung modernster Waffensysteme (F15I, F16I, Apache AH64A/D, UH 60/S-70A) waren Antworten auf neue Gefahren und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Eine konzise Auflistung nennt die aktiv im Dienst stehenden Flugsysteme (Jagdflugzeuge, Transporter, Hubschrauber, UAVs, Flugzeuge für Sondereinsätze und Trainingsflugzeuge). Aufgrund jahrzehntelanger systematischer Entwicklung, Produktion und operativen Einsatzes, gehört Israels Luftfahrtindustrie mittlerweile zu den weltweit führenden im Bereich unbemannter Flugsysteme. Leider findet man in dieser Publikation weder Details zur Beladung und Bewaffnung der UAVs noch werden die installierten Außenlasten abgebildet.

Im Rahmen einer Reorganisation der Streitkräfte im Jahre 2005 wurde die offizielle Bezeichnung der Luftwaffe in Israel Air and Space Force (IASF) umbenannt, möglicherweise bezugnehmend auf orbitalgestützte Systeme und auf die vermeintlich strategisch-nukleare Komponente, die von offizieller Seite weder bestritten noch bestätigt wird. Die dafür notwendigen technischen Mittel, etwa die Trägersysteme Jericho II und Jericho III, ihre Einsatzdoktrin als auch Systeme der Überwachung und Kommunikation (u. a. Satelliten) werden ebenfalls nicht thematisiert. Das kurz gefasste Kapitel Flugzeugbewaffung beschreibt typische Außenlasten israelischer und amerikanischer Herkunft; präzise technische Daten zu den genannten Systemen werden nicht genannt.

In einer gelungenen Kombination von Text und Abbildungen präsentiert Thomas Newdick in den anschließenden Kapiteln die Geschichte der Luftwaffenbasen, ihrer jeweils stationierten Geschwader und wesentliche operative Einsätze.

Der Schlussteil verweist auf die Architektur eines integrierten Raketenabwehrschildes. Israel betrachtet den regelmäßigen Beschuss seines Territoriums durch Raketen bzw. Artilleriegeschosse als strategische Bedrohung und reagiert darauf mit einem dreigeteilten Raketenabwehrschirm: Arrow Block 4 System als ballistische Raketenabwehr, gefolgt von Patriot PAC 3 für mittlere Reichweiten (<45km) sowie Magic Wand/David’s Sling und Iron Dome-Systeme für den Nahbereich.

Dass Israel heute zu den stärksten Militärmächten der Welt zählt, lässt sich unter anderem auf ihren operativen Erfahrungen und taktischen Lehren aus den beinahe ununterbrochenen Kampfhandlungen seit Staatsgründung zurückführen. Ebenso verfügt Israel über eine außergewöhnlich innovative, hochentwickelte Militärindustrie, die für die spezifischen Anforderungen der Streitkräfte optimiert ist. Letztendlich ermöglicht die strategische Partnerschaft mit den USA sowohl den notwendigen Technologietransfers als auch die Bereitstellung modernster Waffensysteme und garantiert somit die militärische Überlegenheit Israels in der Region.

About the article

Published Online: 2018-09-09

Published in Print: 2018-09-03


Citation Information: SIRIUS - Zeitschrift für strategische Analysen, Volume 2, Issue 3, Pages 319–320, ISSN (Online) 2510-2648, ISSN (Print) 2510-263X, DOI: https://doi.org/10.1515/sirius-2018-3033.

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