Zusammenfassung
Der Beitrag zeigt, wie die von Niklas Luhmann entwickelte Systemtheorie für eine empirische Analyse von Lärm und lärmerzeugenden Mechanismen geöffnet werden kann. Die dem Artikel zugrunde liegende analytische Strategie ist die Beobachtung der Operationen, die ein soziales System konstituieren. Eine entsprechende Analyse macht auf das Fehlen von Anschlusskommunikation und auf die aktive Produktion von Lärm (verstanden als Operationen ohne Anschlüsse) aufmerksam, d. h. sie öffnet die Analyse für systemische Autolysis (Selbstauflösung). Darauf aufbauend wird eine operationale Analyse organisationaler Kommunikation durchgeführt, die die Leitdifferenz Ereignis/Rekursivität benutzt. Der Artikel ist in sechs Abschnitte gegliedert. Nach der Einleitung wird eine operational-analytische Strategie skizziert (I). Danach wird das Konzept der Autolysis vorgestellt (II). Eine Fallstudie über das Entscheidungsverhalten in einer Organisation des Gesundheitswesens liefert dann Beispiele für organisationalen Lärm im Sinne von Entscheidungen ohne Anschlusskommunikationen (III). Die Fallstudie demonstriert eine aktive Produktion von Geräuschen und identifiziert vier Mechanismen, die ein Rauschen erzeugen (IV). Danach wird diskutiert, wie die Organisation den Lärm beobachtet, den sie erzeugt (V). Abschließend werden die Resultate einer Zusammenführung der operational-analytischen Zugangsweise und des Konzepts der Autolysis identifiziert und weiterführende Perspektiven skizziert.


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