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Spiritual Care

Zeitschrift für Spiritualität in den Gesundheitsberufen

Editor-in-Chief: Frick, Eckhard / Peng-Keller, Simon

Ed. by Aberer, Elisabeth / Bischoff, Alexander / Büssing, Arndt / Eschmann, Holger / Hefti, René / Klein, Constantin / Maidl, Lydia / Mayr, Beate / Roser, Traugott / Utsch, Michael / Zwingmann, Christian

4 Issues per year

Online
ISSN
2365-8185
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Islam im interreligiösen Kontext von Spiritual Care

Holger Eschmann / Christian Zwingmann
Published Online: 2017-11-17 | DOI: https://doi.org/10.1515/spircare-2017-0078

Obwohl die Wurzeln von Spiritual Care überwiegend in der christlichen Tradition liegen, stellt sich angesichts der zunehmenden Globalisierung die Frage, wie andere Religionen und Kulturen die durch Spiritual Care eingebrachten Themen aufgreifen und weiterentwickeln. Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationsbewegungen nach und in Europa sowie der dadurch ausgelösten politischen Diskussionen wollen wir mit diesem Heft das Gespräch über unterschiedliche religiöse Zugänge zu Spiritual Care und Seelsorge eröffnen, das innerhalb der Internationalen Gesellschaft für Gesundheit und Spiritualität ja längst geführt wird. Dabei konzentrieren wir uns in dieser Ausgabe der Zeitschrift auf den Islam. Dies kann nur ein Anfang sein, da sich bereits bei der Konzeption des Hefts herausgestellt hat, wie unterschiedlich die wissenschaftlichen Herangehensweisen in den verschiedenen Kulturen und Religionen sind und wie stark auch eine innerislamische Pluralität in Fragen des Menschenbilds und der therapeutischen Sorge um den kranken Menschen spürbar wird.

Der erste Beitrag zum Hauptthema des Hefts ist allerdings aus einer christlichen Perspektive verfasst: Elisabeth Zissler vom Fachbereich Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien denkt über das Krankenhaus als einem interreligiösen Lernort nach, der durch kulturelle und religiöse Pluralität geprägt ist. Dies wird als Herausforderung und Chance für die klinische Seelsorgearbeit in religiös verschieden zusammengesetzten Seelsorgeteams erkannt.

Aus muslimischer Feder stammt ein grundlegender Artikel mit dem Titel „Spiritualität und Seelsorge in der Gesundheitsversorgung von Muslimen“. Nach einigen Erläuterungen zu einem muslimischen Verständnis von Gesundheit und Krankheit knüpfen Ahmet Göksu und İlhan Ilkılıç an den wissenschaftlichen Diskurs um Spiritual Care und Seelsorge an und plädieren für eine professionelle spirituelle und seelsorgliche Begleitung muslimischer Patienten durch Imame in deutschsprachigen Krankenhäusern.

Abdelmalek Hibaoui vom Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen spricht sich in seinem Beitrag vor dem Hintergrund der Spannung von Autonomie und Theonomie im islamischen Menschenbild für eine größtmögliche Selbstbestimmung des sterbenden Menschen angesichts einer häufig auf das menschlich Machbare fixierten westlichen Medizin aus.

Der angehende Psychiater Can Kuseyri untersucht in seiner Studie die Einstellungen des türkischstämmigen Medizinpersonals in Deutschland gegenüber Spiritualität und Religiosität. Dabei zeigen sich unter anderem signifikante Zusammenhänge zwischen der Religiosität und dem Geburtsland der Befragten, was auf die Auswirkungen der Diasporasituation bei den Probanden zurückgeführt wird.

Emine Balci-Sentürk untersucht in ihrer Arbeit das Hilfesuchverhalten von Muslimen im Bereich der psychosozialen Versorgung in Deutschland. Mit ihren Analysen weist sie nach, dass die Religiosität im Leben der befragten Muslime bedeutsamen Einfluss auf die Art der in Anspruch genommenen Hilfeleistung hat.

Neben diesen interreligiösen Beiträgen enthält das Heft weitere interessante Originalia: Die Praktische Theologin Isolde Karle reflektiert über Perspektiven einer Kooperation von Seelsorge und Spiritual Care. Dabei weist sie darauf hin, dass eine gelingende Zusammenarbeit gerade auch durch das Herausarbeiten des jeweils eigenen Profils und Orts der miteinander verwandten Disziplinen gefördert wird. Die Psychologen und Sozialwissenschaftler Christian Zwingmann und Bastian Hodapp fassen die Ergebnisse ihrer Metaanalyse über die Zusammenhänge von Religiosität bzw. Spiritualität und psychischer Gesundheit im deutschsprachigen Raum zusammen. Dabei kommen Sie mit ihren Ergebnissen sowohl auf Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen und nordamerikanischen Forschung als auch auf interessante Spezifika der Forschungskulturen beider Kontexte zu sprechen. Schließlich unternimmt der Psychiater und Psychotherapeut Joachim Heinrich Demling den Versuch einer psychiatrischen Abgrenzung von gesunder und leidvoller bzw. krankmachender Religiosität, der zu einem differenzierten Blick auf religiöse und spirituelle Phänomene im therapeutischen Zusammenhang verhelfen kann.

Natürlich finden sich neben diesen Hauptartikeln auch wieder einige kleinere Beiträge wie ein Interview, ein Essay aus der Feder von Rabia Düzcan, ein Stichwort und ein spiritueller Impuls, Rezensionen und diverse Mitteilungen. Wir wünschen Ihnen anregende Impulse und viel Freude bei der Lektüre des Hefts!

Holger Eschmann und Christian Zwingmann

About the article

Published Online: 2017-11-17

Published in Print: 2017-12-27


Citation Information: Spiritual Care, Volume 7, Issue 1, Pages 1–2, ISSN (Online) 2365-8185, ISSN (Print) 2193-3804, DOI: https://doi.org/10.1515/spircare-2017-0078.

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© 2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston.Get Permission

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[1]
Paul M. Kaplick and Ibrahim Rüschoff
Wege zum Menschen, 2018, Volume 70, Number 1, Page 78

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