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Zeitschrift für Tourismuswissenschaft

Ed. by Aschauer, Wolfgang / Egger, Roman / Gronau, Werner / Hopfinger, Hans / Kagermeier, Andreas / Laesser, Christian / Schmude, Jürgen / Stettler, Jürg

Online
ISSN
2366-0406
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Braucht der Tourismus von morgen „bessere“ Curricula oder „bessere“ Lehre?

Plädoyer für eine problem- statt wissensorientierte Hochschuldidaktik als Grundlage jeder zukunftsfähigen Tourismusausbildung

1FH Joanneum, Alte Poststraße 149, A-8020 Graz

Citation Information: Zeitschrift für Tourismuswissenschaft. Volume 8, Issue 1, Pages 111–122, ISSN (Online) 2366-0406, ISSN (Print) 1867-9501, DOI: https://doi.org/10.1515/tw-2016-0008, November 2016

Publication History

Published Online:
2016-11-28

Zusammenfassung

Tourismus gewinnt aufgrund seiner dynamischen Expansion zunehmend an Komplexität, wodurch sich für zukünftige und zukunftsorientierte touristische Ausbildungsprogramme neue Herausforderungen stellen. Um auf derartige Veränderungen zu reagieren, tendieren Entwicklungsteams von Curricula zumeist dazu, die „richtigen“ Inhalte zu definieren, statt den Augenmerk auf zukunftsfähige Didaktik zu richten, weshalb Expertenwissen, vermittelt durch Frontalunterricht, die didaktische Praxis touristischer Ausbildungen dominiert. Aufgrund merklicher Veränderungen der Lese-, Lern- und Aufmerksamkeitskompetenz unter der neuen, durch soziale Medien geprägten Studierendengeneration wird diese didaktische Praxis mit wachsenden Problemen konfrontiert. In Anpassung an die Dominanz des Frontalunterrichts neigen Studierende etwa dazu, sich prüfungsrelevante Inhalte im Hinblick auf deren kurzzeitige Reproduzierbarkeit anzueignen anstatt deren komplexen Zusammenhänge verstehen und praktisch umsetzen zu lernen. Auch wird die Effektivität von nicht-interaktiven Lehrmethoden durch Erkenntnisse der Hirnforschung in Frage gestellt, wonach interaktive Formen des problemorientierten Lernens dem Wesen des Lernens als selbstreferentieller Prozess besser entsprechen würden. Dieser Beitrag plädiert für die stärkere Berücksichtigung von konstruktivistischen, didaktischen Methoden bei der Entwicklung zukunftsfähiger touristischer Curricula gegenüber der Auswahl „richtiger“ Inhalte als nachhaltigen Beitrag zur Förderung von kritischem, kreativem und innovativem Denken unter zukünftigen Tourismusmanagern.

Abstract

The dynamic and expanding world of tourism is becoming increasingly complex. This tendency is leading to growing challenges for the educational programs of the future. To meet these challenges, the most prevalent approach is to focus primarily on identifying the “right” content of a program’s coursework rather than on the most suitable didactics. Presumably highly efficient “ex-cathedra teaching” of expert knowledge is the result. At the same time, lecturers are confronted with growing deficits in the knowledge levels of recent student generations, whose awareness of the world has been substantially formed by communication via social media rather than the reading of books. Moreover, neurobiological findings disprove the effectiveness of non-interactive forms of lectures and instead demonstrate that interactive forms of problem-orientated learning better meet the needs of learning as a self-referential process. In response to the prevalent practice of “ex-cathedra teaching”, there is a tendency among students to memorize academic material (which they then retain only for the short-term), rather than learning to understand the material in terms of the complex interactions that it entails. This paper strongly advocates paying more attention to problem- and solution-orientated methods of instruction, rather than focusing on what the “right” factual contents are. An important outcome of such a reorientation would be sustainable study programs that encourage critical, creative and innovative thinking based on constructivist didactics.

Schlüsselwörter: Interaktives Lernen; Aufmerksamkeit; Nachhaltigkeit

Keywords: interactive learning; attention; sustainability

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