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Zeitschrift für Tourismuswissenschaft

Ed. by Aschauer, Wolfgang / Egger, Roman / Gronau, Werner / Hopfinger, Hans / Kagermeier, Andreas / Laesser, Christian / Schmude, Jürgen / Stettler, Jürg

2 Issues per year

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ISSN
2366-0406
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Der Süden: zur Konstruktion einer Raumsemantik im Tourismus

Prof. Dr. Tatjana Thimm
Published Online: 2018-06-08 | DOI: https://doi.org/10.1515/tw-2018-0004

Zusammenfassung

Dieser Beitrag untersucht, inwiefern die Sapir-Whorf- Hypothese, die die Abhängigkeit des Denkens von der Sprache postuliert, einen Erklärungsansatz zur raumsemantischen Konstruktion des touristischen Südens liefern kann. Sie dient als Analyseraster in Verbindung mit empirischen Befunden zu den touristischen Imageprofilen von Sevilla und Buenos Aires, die als Fallbeispiele touristischer Städte des Südens gewählt wurden.

Abstract

This paper analysis in which way the Sapir-Whorf-Hypothesis (dependency of thinking upon language) can deliver an explanation of the space-semantic construction of the touristic south. It serves as analysis tool in combination with empiric evidence regarding the tourism image profiles of Seville and Buenos Aires, which were selected as case studies of tourism cities in the South.

Schlüsselwörter: Sevilla; Buenos Aires; Raumsemantik; Sapir-Whorf-Hypothese; Image

Keywords: South; Sapir-Whorf-Hypothesis; Seville; Buenos Aires; space semantics; image

Diese Geschichte habe ich erfunden, um zu erzählen wie es war. (Ruge 2013, S. IV)

1 Einleitung

Der Ich-Erzähler und Protagonist des Romans Cabo de Gata von Eugen Ruge (2013) steigt in der Mitte seines Lebens aus, lässt Familie und bisherige Existenz in Berlin hinter sich und reist soweit nach Süden, wie der Bus ihn fährt, ans Cabo de Gata, ans Kap der Katze in Andalusien. Der Ich-Erzähler „erfindet“ diese Geschichte, um seine „Wahrheit“ zu erzählen (s. obiges Zitat) – raumsemantische Konstruktion ist dem Süden in der Literatur inhärent.

Der „Süden“ und Tourismus sind eng miteinander verwoben. Die emotionale Aufladung von touristischen Produkten mit der diffusen, geographischen Richtung bedient Sehnsüchte der Nachfrager und Imagekampagnen der Anbieter gleichermaßen. Diese erfolgreich inszenierte Alltags-Gegenwelt des Südens lässt gerade aufgrund ihrer Unschärfe Zuschreibungen mit positiven Narrativen wie Sonne, Strand oder Dolce Vita immer wieder neu zu. Es ist ein altes Leitmotiv, penetriert und konserviert durch Werbung, Literatur, Film oder neue Medien, das in der Sozialisation erworben wurde und über die Zeit stabil bleibt:

„Der Süden ist eine Idee, wir tragen ihn in uns (jeder werde ‚mit seinem Süden gleich geboren‘, hat Jean Paul einmal geschrieben). Der Süden ist aber auch eine Realität, wir können uns zu ihm hin auf den Weg machen. Imaginärer und realer Süden stehen in beständiger Wechselwirkung. Traum und Eroberung sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille.“ (Richter 2009, S. 10)

Der Süden war in der Antike gegenüber der Ost-West-Achse von untergeordneter Bedeutung. Vor dem Zeitalter der Entdeckungen, im Mittelalter vermutete man insbesondere im Süden Afrikas und Indien Monster und Fabelwesen. Das Unbekannte wurde durch die Imagination gefüllt. Zeitgleich gab es aber auch einen christlichen „spirituellen Süden“, der nach Thomas von Aquin für die Gnade des Heiligen Geistes steht und durch die Wärme der Liebe den Unglauben vertreibt. Mit dem Zeitalter der Entdeckungen verlagerten sich Paradise beziehungsweise Utopien in den Süden: Thomas Morus‘ Utopia (1516), Tommaso Campanellas Sonnenstaat (1602) oder Francis Bacons Neu-Atlantis (1627) befinden sich geographisch dort. Die Suche nach einem Südkontinent, der als „Gegenwicht“ die Landmassen der Nordhalbkugel ausgleicht, führte auch zur (europäischen) Entdeckung der pazifischen Inseln, der Südseemythos wurde geboren. Er entwickelte sich durch die Berichte der Entdecker, z. B. Bougainville (1771), Forster (1778) und ihrer Interpreten, z. B. Diderot (1796) mit Zuschreibungen wie freier Liebe, naturnahen, edlen Wilden und einer (angeblich) klassenlosen Gesellschaft von der romantischen Schwärmerei auch zur politischen Utopie, einem Gegenentwurf zu den zivilisatorischen Zwängen Europas (Börner 1984, S. 153, Redford 1991, S. 46, Richter 2009, S. 33, 51, 55, 90, 117, 119 und 123,Ritz 1983, Stein 1984).

Der touristische Süden aus Sicht der Deutschen wurde zunächst durch die Italiensehnsucht geprägt, beschrieben u. a. in Goethes Italienischer Reise (Goethe 1813/1817), weitete sich dann zunächst auf die Mittelmeerländer aus und wurde schließlich ubiquitär hinsichtlich aller sonnigen Länder. Der Süden als Synonym für Sonne und Strand ist die heute bevorzugte Himmelsrichtung der Freizeitgesellschaft (Richter 2009, S. 181 und S. 183). Neben dieser hegemonialen Konstruktion existiert auch ein weniger attraktives, negativ konnotiertes Gegenteil: als „reizlose und primitive Ferienumgebung“, in der außer am Strand liegen und feiern nichts weiter passiert (Aschenbrand 2017, S. 45).

Der Süden kann dabei aus Perspektive des deutschen Quellmarktes in verschiedenen regionalen Formen unterschiedlicher tourismuswirtschaftlicher Relevanz auftreten, z. B.:

  • als Mittelmeerländer

  • als Lateinamerika

  • als Südsee

  • als Länder des Südens (im Sinne von Entwicklungsländer)

  • als polarer Süden.

Die positive touristische Aufladung des Konstruktes „Der Süden“ wurde insbesondere für die Mittelmeerländer, Lateinamerika und die Südsee erfolgreich umgesetzt – Destinationen mit Attributen des Südens verkaufen sich gut. Der Südpol, bzw. die Antarktis, als Kälte- und Nischendestination und auch die Länder des Südens entwickelten gesonderte Imageattribute, die nur gelegentlich mit denjenigen von Mittelmeerändern, Lateinamerika oder der Südsee übereinstimmen (z. B. afrikanische oder asiatische Sun & Beach-Destinationen).

Die Attribuierung des Südens mit Sonne, Strand und Sinnlichkeit wird durch politisch-wirtschaftliche Realitäten gestört wie z. B. der Finanzkrise, der Migrationskrise oder der Wirtschaftskrise. Der Süden erscheint als ungeordneter, wirtschaftlich schwacher Antipode zum organisierten und wohlhabenden Norden. Diese Dichotomie war in der Vergangenheit durchaus gegenteilig: der europäische Süden galt als klimatisch angenehme, vegetationsreiche Wiege der europäischen Zivilisation. Diese Zuschreibungen kippten in „ökonomische Rückständigkeit, Armut, Korruption, politisches Chaos und Kriminalität“ (Schenk & Winkler 2007, S. 12, 14 & 18). Ausgleichsbewegungen in Form von Migration vom Süden in den Norden sind die Folge sowohl aufgrund des verheißungsvollen Images des Nordes für ein besseres Leben als auch wegen tatsächlicher Verdienstoptionen. Die touristischen Bewegungen verlaufen bevorzugt in die entgegengesetzte Richtung: dem Erfolg des touristischen Südens kann dies nichts anhaben, wirkt doch die individuelle und kollektive Imagination des Südens stärker und drängt Realitäten, die nicht in die imaginäre Geographie des Südens passen, zurück (Hennig 1999, S. 54 ff. und Decher 2011, S. 168). Die Umdeutung von Rückständigkeit und Chaos des Südens ins Pittoreske und Authentische (Baumeister 2007, S. 37, 40, 42 & 44 ) funktionierte und funktioniert bis heute im touristischen Kontext problemlos und wird seit jeher in der Literatur, der Musik, der Malerei, Reiseberichten, klassischen und neuen Medien und touristischen Intermediären repetiert und damit konstituiert, die Wahrnehmung entsprechend konfiguriert und dressiert (Schenk & Winkler 2007, S. 7, 12 & 18, Baumeister 2007, S. 31 & 35, und Thimm 2013). Der Süden etablierte sich als erfolgreiche Raumsemantik (Miggelbrink 2002) im Tourismus.

Das positive Stereotyp des touristischen Südens wird insbesondere von der Mittelmeerregion, Lateinamerika und der Südsee abgedeckt. Für diesen Beitrag wurden daher regionale Fallbespiele aus Spanien und Argentinien gewählt. Innerhalb dieser Länder wurde Buenos Aires für Argentinien als größte, bekannteste Stadt und zudem Hauptstadt ausgewählt. Für Spanien fiel die Wahl auf Sevilla, das als Hauptstadt Andalusiens für den klimatisch wärmsten und südlichsten Teil Spaniens steht, damit also quasi den Süden eines Südlandes repräsentiert. Beide Städte haben ein signifikantes Touristenaufkommen.

2 Forschungsstand

Das Theorienspektrum des Konstruktivismus lässt sich beispielsweise in

  • Sozialkonstruktivismus (Wirklichkeit entsteht durch das gesellschaftliche Gefüge)

  • Empirisch ausgerichteter linguistischer Konstruktivismus (Wirklichkeit entsteht durch Sprache)

  • Radikaler Konstruktivismus (eine intersubjektive Wirklichkeit in Form von Objektivität existiert nicht/ist nicht erkennbar)

einteilen und ist untereinander durch das Postulat der Beobachterrelativität verbunden (Pörksen 2015, S. 11 und Müller 2015, S. 246). Andere Kategorisierungen z. B. nach Sozialkonstruktivismus, kognitionstheoretischer Konstruktivismus, empirischer Konstruktivismus (Knorr-Cetina 1989) sind möglich.

Das Kaleidoskop der Konstruktivismus-Theorien und -Denkfiguren entwickelte sich über Disziplingrenzen hinweg und erreichte die Raumwissenschaft, die Geographie, mit dem Cultural Turn (Pott 2007, S. 29, Bachmann-Medick 2006, S. 7 und Sahr 2003, S. 236 ff.) beziehungsweise dem Spatial Turn (Glasze & Mattisek 2009, S. 7) als Neue Kulturgeographie. Deren kreativer Vielfalt an raumbezogenen Theoretisierungsoptionen (Michel Foucault, Judith Butler, Ernesto Laclau, Pierre Bourdieu, Jacques Derrida, David Harvey – um nur einige zu nennen) wird durchaus die Kritik des „mangelnden Anwendungsbezugs“ und der „konzeptionellen und begrifflichen Unschärfe“ (Berndt & Pütz 2007, S. 9) oder Praxisferne (Hacking 1999, S. 107) entgegengesetzt.

Die Beobachterabhängigkeit der Wirklichkeit im Konstruktivismus äußert sich in der Geographie in der sozialen Herstellung von Räumen. Räume werden nicht als letztendliche, objektive, universal gültige oder essentialistische Entitäten oder Evidenzen aufgefasst, sondern als diskursive hergestellte soziale Wirklichkeiten (Glasze & Mattisek 2009, S. 12 f. & S. 27 und Gebhardt et al. 2003, S. 23). Weichart (2010, S. 22 & 37) betont in diesem Zusammenhang die Selbstverständlichkeit des Raumkonstruktionsprozesses als automatisch ablaufenden Prozess im Alltag, als „Grundfunktion des kognitiven Apparates“.

Pott (2007, S. 45) postuliert zusammenfassend einen zirkulären Zusammenhang von Kontext und Raum:

„Identitäten wie Räume (Orte, Raumbezüge, Ortssemantiken und dgl.) sind Effekte von sozialen Kontexten, die sie selbst mit erzeugen.“

Tourismusräume als zeitlich befristete Räume der Differenz, frei vom Alltag (Dirksmeier 2010, S. 89) werden durchgängig durch Touristen, den Nachfragern vor, während und nach der Reise imaginiert, mit positiven Zuschreibungen besetzt und als Illusionsräume durch touristische Anbieter dauerhaft diskursiv erzeugt und etabliert (Wöhler, Pott & Denzer 2010, S. 11 und 17). Diese dauerhafte positive Verstärkung führte zu Klischees und Stereotypen wie z. B. „Der Süden“, die als werbliche Images permanent wurden.

Der Prozess der Erzeugung von Räumen erfolgt maßgeblich durch die Sprache: sie beschränkt sich nicht passiv auf die Abbildung von und die Verständigung über Wirklichkeit, sondern sie bringt diese durch Sprechakte erst hervor (Glasze & Mattissek 2009, S. 26 & S. 35, Berger & Luckmann 2004, S. 164).

Eine Voraussetzung für das Gelingen von Kommunikation über Räume ist dabei, dass eine identische Zuschreibung zu Zeichen aller Zeichenbenutzer besteht, anders gewendet, dass alle Kommunikationsteilnehmer unter einem Begriff dasselbe verstehen (Watzlawick 2009, S. 16). Dies ist am ehesten bei einer Gruppe mit identischer Sprache gegeben, allerdings nicht zwingend: durch die Sprache findet eine Aneignung der Welt durch ganz individuelle Zuschreibungen statt (Decher 2011, S. 116). Somit entstehen Räume durch Sprache originär auf der Ebene der Individuen, die durch eine gemeinsame Sprache eine gemeinsame Raumsemantik schaffen können, oder aber in Kleingruppen oder Individuen fragmentierte, unverbundene Zuschreibungen herstellen.

Die für diesen Beitrag zentrale Sapir-Whorf-Hypothese (s. u.) ist dem linguistischen Konstruktivismus zuzuordnen, hat aber aufgrund der ihr inhärenten Relevanz homogener Sprachgemeinschaften auch einen kollektiven Ansatz, der gesamtgesellschaftlich wirkt und damit auch einen sozialkonstruktivistischen Aspekt. Sie ist damit ein klassisches Modell der Raumsemantik nach Miggelbrink (2002): als „versprachlichter Raum“, der räumliche Bilder durch Sprache erschafft, die sich dadurch als Wirklichkeit konstituieren.

Aus den obigen Ausführungen wird die folgende Forschungsfrage abgeleitet: Liefert die Sapir-Whorf-Hypothese einen Erklärungsansatz der raumsemantischen Konstruktion des touristischen Südens?

3 Methodik

Methodisch wird das Analyseraster der Sapir-Whorf-Hypothese mit empirischen Befunden zu den südlichen Städtedestinationen Sevilla und Buenos Aires verbunden.

3.1 Das Analyseraster: Die Sapir-Whorf-Hypothese

1940 formulierte der Chemieingenieur Benjamin Lee Whorf, Linguistik-Quereinsteiger und Schüler des Sprachwissenschaftlers Edward Sapir, auf den Arbeiten seines Lehrers aufbauend die Sapir-Whorf-Hypothese bestehend

  1. aus dem sprachlichen Relativitätsprinzip

    „We are thus introduced to a new principle of relativity, which holds that all observers are not led by the same physical evidence to the same picture of the universe, unless their linguistic backgrounds are similar, or can in some way be calibrated.” (Whorf 1940, S. 7)

    und

  2. der Abhängigkeit des Denkens von der Sprache

    “It was found that the background linguistic system (in other words, the grammar) of each language is not merely a reproducing instrument for voicing ideas but rather is itself the shaper of ideas, the program and guide for the individual’s mental activity, for his analysis of impressions, for his synthesis of his mental stock in trade.” (Whorf 1940, S. 6)

Beide Aspekte finden sich zusammengefasst in einer anderen Formulierung von Whorf (1963, S. 20 zitiert in Gipper 1972, S. 10):

„Aus der Tatsache der Strukturverschiedenheit der Sprachen folgt, was ich das linguistische Relativitätsprinzip genannt habe. Es besagt, grob gesprochen, folgendes: Menschen, die Sprachen mit sehr verschiedenen Grammatiken benützen, werden durch diese Grammatiken zu typisch verschiedenen Beobachtungen und verschiedenen Bewertungen äußerlich ähnlicher Beobachtungen geführt. Sie sind daher als Beobachter einander nicht äquivalent, sondern gelangen zu irgendwie verschiedenen Ansichten von der Welt.“

Die Sprachverschiedenheit menschlicher Gruppen führt also gemäß Whorf zu abweichenden Wirklichkeitsauffassungen, während – im Umkehrschluss – die Wirklichkeitsauffassung einer homogenen Sprachgruppe in sich gleich oder zumindest sehr ähnlich sein muss.

Ein Wechsel von einer Sprache in die andere ist somit mit einem Wahrnehmungswechsel verbunden, da sich die Art zu Denken ändert (Gipper 1972, S. 3).

Die strenge Auslegung der Sapir-Whorf-Hypothese, im Sinne eines sprachlichen Determinismus von Wahrnehmung und Denken, was zur grundsätzlichen Unübersetzbarkeit von Texten führt, aber auch das sprachliche Relativitätsprinzip als solches waren Gegenstand eines internationalen Meinungsstreits, zumal die empirischen Befunde von Whorf selbst zur Sprache der Hopi-Indianer inzwischen als widerlegt gelten (vgl. dazu ausführlich Gipper 1972).

In diesem Beitrag wird der Auslegung der Sapir-Whorf-Hypothese von Gipper 1972, S. 239 und 248 gefolgt, der Relativität von Sprache und Denken im Sinne Whorfs als „in einer bestimmten Beziehung stehend“, d. h. zwar relativ aber nicht deterministisch auffasst und für das Verstehen die Bedingungen des Verstehens, d. h. die Sprache, voraussetzt. Gipper sagt damit, dass Sprache das Denken und damit die Wirklichkeitsauffassung gemäß Whorf beeinflusst, aber nicht in der Weise determiniert sei, dass Sprachschranken zu unüberwindbaren Wahrnehmungsschranken werden, schließlich verbände Menschen eine gemeinsame außermenschliche Realität als gemeinsamer Bezugspunkt. In die gleiche Richtung argumentiert auch Moser (2015, S. 100): Hinweise auf „vorsprachliche Dimensionen“ in Form von „universellen physikalischen und mentalen Strukturen“ seien in Whorfs Werk vorhanden:

„Die Sprache [laut Whorf] ordnet die Realität, aber sie erzeugt sie nicht.“ (Mitterer 2011, S. 27)

Einer radikalen, totalen Sprachabhängigkeit des Denkens widerspricht zudem die auch gegenüber Whorf geäußerte Kritik der linguist’s fallacy, eines für konstruktivistische Denkfiguren typischen zirkularen Paradoxons (Pörksen 2015), nämlich,

„[der] Trugschluss des Linguisten, der darin besteht, dass die behauptete Sprachabhängigkeit des Denkens, wenn sie tatsächlich zuträfe, überhaupt nicht erkannt werden könnte. Denn da sich der Beobachter damit zugleich selbst zum Gefangenen seiner eigenen Sprache erklärt, kann er keine Vergleichsmöglichkeit gewinnen.“ (Gipper 1972, S. 79–80)

Würde man die Sapir-Whorf-Hypothese in dieser strengen Variante auslegen, würde sie sich in genau diesem Widerspruch verfangen: das durch das die Sprache determinierte Denken wäre nicht im Stande ein sprachliches Relativitätsprinzip zu erkennen. Gespräche außerhalb der eigenen Sprache oder die Übersetzung von Texten wären nicht möglich (Moser 2015, S. 100).

In oben dargelegter Auslegung nach Gipper wäre die Sapir-Whorf- Hypothese eben nicht einer radikalen Form des Konstruktivismus zuzuordnen, sondern – neben dem klar linguistischen Aspekt – auch einer sozialkonstruktivistischen Auffassung zuordenbar, da die jeweilige Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Sprache spricht, als Kollektiv auch gesellschaftlich agiert.

Grundsätzlich befindet sich Whorf mit seinem sprachgebundenen Ansatz in der Tradition von zeitlich früheren Denkern wie Nikolaus von Kues, Francis Bacon, John Locke, Giambattista Vico, Johann Georg Hamann, Johann Gottfried Herder oder Wilhelm von Humboldt, die alle die Idee, dass Sprache Denken und Wahrnehmung beeinflusst, schon in der ein oder anderen Weise postuliert hatten. Die Zuspitzung und thesenhafte Formulierung dieser Aussage aber geht auf Whorf zurück (Gipper 1972, S. 5).

In diesem Beitrag dient die Sapir-Whorf-Hypothese als Analyseraster der Konstruktionsprozesse des touristischen Südens im Sinne einer Raumsemantik:

3.2 Empirisches Vorgehen

Ausgehend von Whorfs Grundidee, dass Sprache die Wirklichkeit organisiert, wurden literaturbasiert Attribute in Form von gegensätzlichen Adjektivpaaren (z. B. international – provinziell, chaotisch-organisiert) für die Städte Sevilla und Buenos Aires abgeleitet. Anschließend wurden nach dem Verfahren des semantischen Differenzials (Osgood, Suci & Tannenbaum 1957) deutschsprachige Probanden auf einer fünfstufigen Skala nach ihrer Wahrnehmung von Sevilla beziehungsweise Buenos Aires befragt. Die Probanden wurden ausschließlich im deutschsprachigen Raum befragt, d. h. in Berlin und Konstanz, beziehungsweise sie stammen aus den Leserdatenbanken der deutschsprachigen Zeitschriften Tangodanza und Anda und der Kundendatenbank von Tangoreisen. Die Ableitung der Adjektivpaare aus der Literatur erfolgte durch Auswertung wissenschaftlicher Literatur zu den Städtedestinationen Sevilla (z. B. Andrades-Caldito et al. 2013) und Buenos Aires (z. B. Schettini 2011 et al.), durch Analyse von Webauftritten und Print-Werbematerial der beiden Städte sowie einer Google-Bild-Analyse zu den Begriffen Sevilla und Buenos Aires. 21 der bipolaren Adjektivpaare sind für Sevilla und Buenos Aires dieselben, ausschließlich nur für Sevilla wurde zusätzlich abgefragt:

  • spanisch – nicht-spanisch

  • maurisch – nicht maurisch

  • jüdisch – nicht jüdisch

  • bekannt für Flamenco – unbekannt für Flamenco

  • bekannt für Stierkampf – unbekannt für Stierkampf

  • bekannt für Mode – unbekannt für Mode

  • bekannt für Opernaufführungen – unbekannt für Opernaufführungen

  • Ausschließlich nur für Buenos Aires wurde abgefragt:

  • lateinamerikanisch – nicht lateinamerikanisch

  • bekannt für Tango – unbekannt für Tango

  • bekannt für Fußball – unbekannt für Fußball

  • bekannt für Gastronomie – unbekannt für Gastronomie

  • bekannt für Kultur – unbekannt für Kultur

Darüber hinaus wurde erfragt, ob der Wohnort in Deutschland oder Spanien, respektive Argentinien ist und ob die jeweilige befragte Stadt (Sevilla respektive Buenos Aires) schon einmal besucht worden ist. Die Stichprobe setzt sich wie folgt zusammen:

Tab. 1

Zusammenstellung der Stichproben, eigene Darstellung 2017

Bei den Stichproben 1 und 2 wurde die Befragung über die jeweiligen Leser/ Kundendatenbanken von Tangodanza (Auflage: 4500), Tangoreisen und Anda (Auflage: 4500) lanciert. Die beiden Tanzzeitschriften sind deutschsprachig, auch der Reiseveranstalter Tangoreisen zielt auf den deutschsprachigen Markt. Diese befragten Gruppen sind hinsichtlich Vorwissen durch Lesen einschlägiger Texte oder Vor-Ort-Erfahrungen über die befragten Städte Buenos Aires und Sevilla anders vorbelastet als die Befragten in Konstanz und Berlin (Stichproben 3 und 4), die ganz überwiegend Sevilla und Buenos Aires noch nicht besucht hatten. Letztere wurden in Form einer Gelegenheitsstichprobe – d. h. die Auswahl der Probanden lag im Ermessen der studentischen Befragungsgruppen – in den Städten Berlin und Konstanz im Jahre 2013 erfasst. Auch bei den Stichproben 3 und 4 kann von einem gewissen, durch Medien transportierten Bekanntheitsgrad der Städte Sevilla und Buenos Aires ausgegangen werden. Einschränkend wird bemerkt, dass den vergleichsweise hohen Fallzahlen der Stichproben 3 und 4 geringe Fallzahlen bei den Stichproben 1 und 2 entgegenstehen. Durch die spezifische Art der Stichproben 1 und 2 (s. u.) können dennoch indikative Aussagen getroffen werden.

4 Ergebnisse

Beide Städte erzielen bei den Stichproben 3 und 4 hohe Zustimmungswerte von über 50% (Positionen 1-2 von 1-5 der Skala) zu den Attributen:

  • international (Gegenbegriff: provinziell)

  • exotisch (Gegenbegriff: alltäglich)

  • authentisch (Gegenbegriff: künstlich)

  • anregend (Gegenbegriff: ruhig)

  • chaotisch (Gegenbegriff: organisiert)

  • lateinamerikanisch (B. A.)/spanisch (S.) (Gegenbegriffe: nicht lateinamerikanisch/nicht spanisch)

  • kreativ (Gegenbegriff: sachlich)

  • sinnlich (Gegenbegriff: nüchtern)

  • entspannt (Gegenbegriff: stressig)

  • optimistisch (Gegenbegriff: pessimistisch)

  • religiös (Gegenbegriff: weltlich)

  • heiß (Gegenbegriff: kalt)

  • monumental (Gegenbegriff: nicht monumental)

  • urban (Gegenbegriff: ländlich)

  • musikalisch (Gegenbegriff: unmusikalisch)

  • tolerant (Gegenbegriff: intolerant)

  • offen (Gegenbegriff: geschlossen)

Buenos Aires erzielt darüber hinaus hohe Zustimmungswerte für: bekannt für Tango, Fußball, Gastronomie und Kultur, Sevilla erwartungsgemäß für: bekannt für Flamenco, Stierkampf, Mode und Opernaufführungen.

Die folgenden Attribute wurden in der Tendenz bei beiden Städten eher indifferent (Position 3 der Skala, Mittelwert) gesehen:

  • bohème – bürgerlich

  • dienstleistungsorientiert – industriell

  • maurisch – nicht maurisch (nur für Sevilla erhoben)

  • jüdisch – nicht jüdisch (nur für Sevilla erhoben)

  • weiblich – männlich

Abweichung zwischen den Zuschreibungen von Sevilla und Buenos Aires ergaben sich wie folgt:

Als avantgardistisch (Gegenbegriff: konservativ) wurde insbesondere Buenos Aires eingestuft, Sevillas Zuschreibung bleibt indifferent. Sevilla wurde eher als europäisch (Gegenbegriff: nicht europäisch) und weniger innovativ (Gegenbegriff: traditionell) eingestuft als Buenos Aires.

Zusammenfassend lassen sich die gemeinsamen Zuschreibungen der beiden Städte als eine große Schnittmenge beschreiben. Die Gemeinsamkeiten überwiegen, gegenüber den differenzierenden Attributen:

Der Vergleich zur den Stichproben 1 und 2 ist insofern interessant, als dass im Falle der Anda-Leser/-innen 88% bereits in Sevilla waren und seitens der Tangodanza-Leser/-innen und Tangoreisen-Kunde/-innen ihrerseits 79% schon Buenos Aires besucht hatten. Diese speziellen Zielgruppen haben zudem eine höhere Affinität zu den jeweiligen Städten, die für sie Zentren eines Hobbys, des Tanzens sind. Durch den Aufenthalt vor Ort wird außerdem eine höhere Ortskompetenz, sowohl in Form von Faktenwissen als auch in Form von Modifikationen individueller Zuschreibungen, erworben. Vielfach sind diese Aufenthalte bei Tanzausbildung mehrwöchig, wenn nicht gar mehrmonatig, so dass die Alltagserfahrung in den jeweiligen Städten den touristischen Blick (Urry 2012) zumindest partiell ersetzt.

Die Anda-Leser/innen (Stichprobe 2) bezeichnen Sevilla abweichend zu Stichprobe 4 eher als stressig, maurisch und konservativ.

Die Tangodanza-Leser/-innen (Stichprobe 1) und Tangoreisen-Kunden/-innen schreiben Buenos Aires abweichend zu Stichprobe 3 das Attribut stressig zu. Bei exotisch-alltäglich, optimistisch-pessimistisch, religiös-weltlich tendieren sie zur Indifferenz.

5 Diskussion

Die Ergebnisse verweisen sowohl für Buenos Aires als auch für Sevilla auf weitgehend deckungsgleiche, diskursiv verfestigte Imageprofile. Diese beiden Städte des Südens verfügen über durch Sprache im Zeitverlauf transportierte Images. Als touristische Räume existieren beide Städte schon länger und daher stand hinreichend Zeit zur Verfügung, Zuschreibungen aufzubauen, wiederholt zu kommunizieren und zu verfestigen. Auch die intensivere Auseinandersetzung mit dem touristischen Raum durch Lektüre von Fachzeitschriften und Vor-Ort-Aufenthalten erschüttert diese einmal hergestellte Raumsemantik nicht: lediglich das unmittelbare Erleben städtischer Hektik führt für beide Städte zu einer Neubewertung des bipolaren Adjektivpaares entspannt-stressig in Richtung stressig. Im Falle von Sevilla wandelt sich die Indifferenz zum Attribut „maurisch“ in eine positive Affirmation, was durch zunehmende Ortskenntnis erklärbar ist, gleiches gilt für das Attribut „konservativ“.

Die Sapir-Whorf-Hypothese kann daher als Erklärungsmodell zur raumsemantischen Konstruktion des Südens herangezogen werden: durch Sprache hergestellte Attribute zu beiden Städten existieren a priori (ohne Reiseerfahrung), sie formen das Denken über diese Städte und bleiben auch bei der realen Erfahrung dieser Orte stabil. Die Wirklichkeitserfahrung in den Städten selbst ist zur Herstellung ihrer Raumsemantik nicht notwendig. Sie beeinflusst diese nur minimal.

Es steht nicht im Widerspruch zur Sapir-Whorf-Hypothese, dass es auch eine Rückbezüglichkeit der Wirklichkeit auf Denken und Sprache gibt, da hier von einer nicht-deterministischen Auslegung der Hypothese ausgegangen wurde. Die Umschreibung des Attributes beider Städte von entspannt in stressig wäre ein Beispiel für eine solche Umkehrung:

Wenn die Sapir-Whorf-Hypothese umkehrbar ist, dann ist grundsätzlich auch eine zirkulare Anordnung in beide Richtungen denkbar, die die Frage der Kausalität aufhebt:

Die zirkulare Darstellung der Sapir-Whorf-Hypothese, umgeformt zu einer kontinuierlichen Wechselwirkung von Sprache- Denken-Wirklichkeit mit der Möglichkeit der Beeinflussung in beide Richtungen (die Pfeile unten geben die Richtung der Beeinflussung an) ermöglicht das Isolieren der folgenden Wirkungsketten:

  1. Sprache -> Denken -> Wirklichkeit (ursprüngliche Sapir-Whorf-Hypothese)

  2. Denken -> Wirklichkeit -> Sprache

  3. Wirklichkeit -> Sprache -> Denken

  4. Wirklichkeit -> Denken -> Sprache (Umkehrung der Sapir-Whorf-Hypothese, s. Abb. 3)

  5. Denken -> Sprache -> Wirklichkeit

  6. Sprache -> Wirklichkeit -> Denken

Wirklichkeitskonstruktion nach Whorf 1940, eigene Darstellung 2017
Abb. 1

Wirklichkeitskonstruktion nach Whorf 1940, eigene Darstellung 2017

Schnittmenge der Zuschreibungen Sevilla und Buenos Aires, eigene Darstellung 2017
Abb. 2

Schnittmenge der Zuschreibungen Sevilla und Buenos Aires, eigene Darstellung 2017

Umkehrung der Wirklichkeitskonstruktion nach Whorf 1940, eigene Darstellung 2017
Abb. 3

Umkehrung der Wirklichkeitskonstruktion nach Whorf 1940, eigene Darstellung 2017

Die Sapir-Whorf-Hypothese umgeformt zur systemischen Wechselwirkung von Sprache, Denken und Wirklichkeit, eigene Darstellung 2017
Abb. 4

Die Sapir-Whorf-Hypothese umgeformt zur systemischen Wechselwirkung von Sprache, Denken und Wirklichkeit, eigene Darstellung 2017

In diesem Beitrag wurden anhand des empirischen Materials die Varianten a) und d) reflektiert. Ein empirischer Nachweis zu b) erscheint schwer möglich, gleiches gilt für f). Die Variante c) ginge von der Prämisse aus, dass ein primärer Einfluss der Wirklichkeit auf Sprache und Denken vorliegt, wobei die Sprache vor dem Denken kommt (analog zu a)). c) ist damit eine modifizierte Umkehrung der Sapir-Whorf-Hypothese, so wie e) eine Modifizierung der Sapir-Whorf- Hypothese selbst wäre. Die Diskussion zur jeweiligen Ursächlichkeit von Sprache, Denken und Wirklichkeit stellt sich bei Akzeptanz von einer grundsätzlichen, systemischen Wechselwirkung nicht (vgl. hierzu auch Moser 2015).

6 Fazit

In diesem Beitrag wurde auf der Basis der Sapir-Whorf-Hypothese die raumsemantische Konstruktion des touristischen Südens anhand der Städtebeispiele Sevilla und Buenos Aires im deutschsprachigen Raum analysiert. Die empirisch ermittelten Imageprofile beider Städte wiesen kaum Unterschiede auf und veränderten sich durch Vor-Ort-Erfahrungen nur geringfügig. Dieser Befund entspricht der Sapir-Whorf-Hypothese, die von einer Wirklichkeitskonstruktion durch Sprache ausgeht. Sie liefert damit einen Erklärungsansatz zur raumsemantischen Konstruktion des touristischen Südens. Dennoch lassen sich Umkehrungen der Sapir-Whorf-Hypothese feststellen, d. h. der Einfluss der Wirklichkeit auf Denken und Sprache tritt punktuell durch den Vor-Ort-Aufenthalt, durch die unmittelbare Konfrontation mit der Wirklichkeit auf. Denkt man die Sapir-Whorf-Hypothese weiter in Richtung eines zirkulären-systemischen Modells, das Kausalität durch Wechselwirkung ersetzt, eröffnen sich neue Perspektiven und Forschungsoptionen hinsichtlich der genauen Funktionsweise der Wechselwirkungen untereinander und ihrer Bedeutung für das Image-Marketing von Städten.

Literaturverzeichnis

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About the article

Prof. Dr. Tatjana Thimm

Prof. Dr. Tatjana Thimm Professorin für Tourismusmanagement, HTWG Konstanz, Alfred-Wachtel-Str. 8, D-78462 Konstanz

Tatjana Thimm hat seit 2007 eine Professur für Tourismusmanagement an der HTWG Konstanz inne. Zu ihren Themen in Forschung und Lehre zählen: Destinationsmanagement, Kulturtourismus und nachhaltige Tourismusformen. Regionale Schwerpunkte sind der Bodensee, Spanien, Indien, Argentinien, Kanada und Neuseeland.


Published Online: 2018-06-08

Published in Print: 2018-05-25


Anmerkung: Ich danke zwei anonymen Gutachter/-innen für hilfreiche Anmerkungen und Kritik.


Citation Information: Zeitschrift für Tourismuswissenschaft, Volume 10, Issue 1, Pages 49–66, ISSN (Online) 2366-0406, ISSN (Print) 1867-9501, DOI: https://doi.org/10.1515/tw-2018-0004.

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