Zusammenfassung
Die Höhe und Anpassung der Zinssätze für Dispositionskredite wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Die hohe ökonomische Relevanz von Dispositionskrediten wird dahingehend deutlich, dass fast jeder vierte Verbraucher im Jahr 2012 bereits sein Girokonto mindestens einmal überzogen hat und dass private Haushalte in Deutschland Dispositionskredite durchschnittlich im mittleren zweistelligen Milliardenbereich in Anspruch nehmen. Hierbei erstaunt, dass der einfache ökonomische Zusammenhang zwischen der Bonität eines potenziellen Schuldners und dem Zins für einen Kredit nicht berücksichtigt, also dass die Höhe der Zinssätze für Dispositionskredite meist pauschal festgelegt wird. Kunden mit guter bis sehr guter Bonität zahlen daher häufig zu hohe Zinsen für die Nutzung dieser Kredite. Der vorliegende Beitrag analysiert in einer Szenarienbetrachtung die Zusatzkosten für Verbraucher aufgrund der fehlenden Bonitätseinstufung bei Dispositionskrediten. Neben der szenariogetriebenen Schätzung der Zusatzkosten stellt dieser Beitrag praxisorientierte Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für die Verbraucherpolitik vor.


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