Hans Richard Brittnacher, Erschöpfung und Gewalt. Opferphantasien in der Literatur des Fin de siècle. 2002

Annette Simonis 1
  • 1 Universität Köln, Institut für deutsche Sprache und Literatur, Albertus-Magnus-Platz, D-50923 Köln. annettesimonis@web.de

Mit der Krisensemantik der Jahrhundertwende verbindet sich ein bemerkenswertes Spektrum von Gewaltphantasien und literarisch sowie ästhetisch gestalteten Opferritualen, die ihren eindrucksvollen Niederschlag in den Werken namhafter Autoren wie Hofmannsthal, Rilke, Borchardt, George, Wilde, D'Annunzio und anderer gefunden haben. Obwohl jenes Phänomen des europäischen Fin de siècle der literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschung als solches seit langem vertraut ist, steht seine systematische Sondierung und Bewertung in kultur- beziehungsweise mentalitätsgeschichtlicher Hinsicht noch weitgehend aus. Die vorliegende Untersuchung, eine Berliner Habilitationsschrift, beschäftigt sich mit den genannten Opferphantasien in der Literatur der Jahrhundertwende in einer Reihe von aufschlußreichen Einzelinterpretationen zu Alkestis (Hofmannsthal, Rilke, Borchardt), Elektra (Hofmannsthal), Herodias/Salome (Flaubert, Wilde), Algabal (George) und Il Piacere (D'Annunzio), von denen die meisten als Essays in Zeitschriften und Sammelbänden vorab publiziert wurden (vgl. die Drucknachweise, S. 372).

Purchase article
Get instant unlimited access to the article.
$42.00
Log in
Already have access? Please log in.


or
Log in with your institution

Journal + Issues

The review journal Arbitrium was founded in 1983 by Wolfgang Harms and Wolfgang Frühwald. From the outset, its aim was to provide orientation and set milestones in view of the constantly growing number of scientific publications - by means of differentiated presentation, well-founded critical assessment and reflected classification.

Search