Thomas Klugkist, Der pessimistische Humanismus. Thomas Manns lebensphilosophische Adaption der Schopenhauerschen Mitleidsethik. 2002

Helmut Koopmann 1
  • 1 Universität Augsburg, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Universitätsstraße 10, D-86159 Augsburg. helmut.koopmann@phil.uni-augsburg.de

Die humanistische Front hieß ein Buch, das Walter A. Berendsohn 1946 herausgab; es war gedacht als Überblick über das, was sich als Exilliteratur 1947 darbot. Der Titel war klug gewählt: es war in der Tat eine humanistische Front, die sich nach 1933 aufgebaut hatte, und ‚Humanismus‘ war ein alles andere als abgegriffener Begriff: er war im Kampf gegen die Nazis so etwas wie ein Generalnenner. Zum Humanismus bekannten sich so unterschiedliche Autoren wie Heinrich Mann und Stefan Zweig, Bertolt Brecht und Oskar Maria Graf, Lion Feuchtwanger und Franz Werfel – selbst wenn jeder etwas anderes darunter verstand. Gemeinsam war ihnen allen aber die Vorstellung, daß der Humanismus verteidigt werden müsse, da er so etwas wie der Inbegriff der europäischen Kultur sei. Auch Thomas Mann wurde nicht müde, diesem Humanismus das Wort zu reden. Von Pessimismus dabei keine Spur.

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