Die Öffentliche Woiwodschaftsbibliothek Emanuel Smołka in Opole

Web-Portale und digitale Bibliotheksdienste in Polen am Beispiel der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek in Opole

Małgorzata Pindera 1  and Mirosława Wąsowicz 1
  • 1 Wojewódzka Biblioteka Publiczna, im. E. Smołki w Opolu, ul. Piastowska 18-20, Opole, Polen
Małgorzata Pindera
  • Corresponding author
  • Wojewódzka Biblioteka Publiczna, im. E. Smołki w Opolu, ul. Piastowska 18-20, 45-081 Opole, Polen, Opole, Polen
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and Mirosława Wąsowicz
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  • Wojewódzka Biblioteka Publiczna, im. E. Smołki w Opolu, ul. Piastowska 18-20, 45-081 Opole, Polen, Opole, Polen
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Zusammenfassung

Die Veränderungen durch die digitale Revolution betreffen auch die Bibliothekswelt. Bibliotheken müssen im virtuellen Raum präsent sein und ihre Services in sozialen Netzwerken bewerben. Die Woiwodschaftsbibliothek in Opole geht auf die Bedürfnisse des modernen Lesers ein, indem sie ihre Internet-Services und Web 2.0-Aktivitäten ausbaut und verbessert. Der Aufsatz beleuchtet Bibliotheksportale und E-Services in Polen am Beispiel der Woiwodschaftsbibliothek in Opole.

Ein Kunde ist der wichtigste Besucher in unserem Hause. Er ist nicht von uns abhängig. Wir sind von ihm abhängig. Er unterbricht unsere Arbeit nicht, sondern er ist Ziel und Zweck unserer Arbeit. Er ist bei unseren Aufgaben kein Außenstehender. Er ist Teil davon. Wir tun ihm keinen Gefallen, indem wir uns um ihn kümmern. Er tut uns einen Gefallen, indem er uns die Möglichkeit dazu bietet.

Mahatma Gandhi, 1890

Der wichtigste Auftrag von Bibliotheken ist es, dem Wissens- und Informationsbedürfnis ihrer Nutzerinnen und Nutzer so weit als möglich nachzukommen. Die Zahl der Leserinnen und Leser ist nicht rückgängig, gleichwohl haben sich die Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer und die Art der Nutzung verändert. Virtuelle Kontakte sind heute eine Selbstverständlichkeit, und Bibliothekarinnen und Bibliothekare werden zu Moderatoren von Wissen, die mit den sich ständig entwickelnden Kommunikationstechnologien und Instrumenten Schritt halten und den Umgang mit ihnen beherrschen müssen. Um den veränderten Nutzungsbedürfnissen Rechnung zu tragen, stellen Bibliotheken ihre Angebote auch in der virtuellen Welt zur Verfügung, herkömmliche Serviceleistungen erweitern sich durch das Internet. Dank der Möglichkeiten, die sich durch den Rückgriff auf unterschiedlichste Kommunikationskanäle wie E-Mail, Internetforen, Online-Befragung, Chatforen usw. bieten, ist der Zugang zu Informationen und Bibliotheksressourcen nahezu unbegrenzt und unabhängig von Ort und Zeit.

Die nun folgende kleine „Führung“ durch verschiedene Web-Portale und elektronische Bibliotheksdienste in Polen mit Schwerpunkt auf den digitalen Angeboten von Opoles Öffentlicher Woiwodschaftsbibliothek (WBP) ist in zwei Teile gegliedert:

  • Polnische Nachrichtenbulletins und Bibliotheksportale im Netz
  • Elektronische Dienstleistungen der WBP

Polnische Nachrichtenbulletins und Bibliotheksportale

Wir beschränken uns auf besonders relevante polnischen Webseiten und Bibliotheksportale.

Die Elektronische Bibliothek (EBIB) (http://www.ebib.pl) ist das bekannteste und beliebteste Informationsportal für Bibliotheksangestellte und andere Informationsspezialisten. Sie ist eine feste Größe in der polnischen Bibliothekswelt.

EBIB organisiert wichtige Konferenzen und Veranstaltungen im Jahreskalender der Bibliotheken (u. a. die Open Access-Woche) und unterhält Kooperationen mit vielen nationalen und internationalen Institutionen, mit denen sie gemeinsame Ziele verfolgt. Partner von EBIB sind Universitätsbibliotheken, öffentliche Büchereien und Bibliotheken aus den Bereichen Erziehung und Schule. EBIB ist Mitglied des Bündnisses Koalicja Otwartej Edukacji KOED, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Idee des freien Zugangs für alle zu schulischen, akademischen und kulturellen Bildungsressourcen in die Tat umzusetzen. Seit 1999 betreibt EBIB auch eine gleichnamige Fachzeitschrift, die nur in elektronischer Form erscheint. Die thematisch einschlägigen Ausgaben werden von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren konzipiert und der EBIB-Redaktion vorgeschlagen. Das Portal wird regelmäßig von mehr als 92.000 Nutzerinnen und Nutzern besucht. Der Dienst wird von Suchmaschinen, insbesondere von Google, stets ganz weit oben positioniert. Wer eine bibliotheksbezogene Anfrage in die Suchmaschine eingibt, bekommt meist EBIB als erste Adresse auf der Ergebnisliste präsentiert.

Die Vereinigung der polnischen Bibliothekare und Bibliothekarinnen (SBP) (http://www.sbp.pl) ist ein Informationsportal für aktuelle Entwicklungen und Ereignisse im polnischen Bibliothekswesen. Es berichtet über die Geschäftstätigkeit des Vorstands und der einzelnen Bezirke dieser Vereinigung, die den größten Zusammenschluss von Hochschul- und Fachbibliothekaren in Polen bildet. Berufsfeldspezifische Konferenzen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Workshops werden dort ebenfalls angekündigt. Auch rechtliche Fragen und Probleme werden aufgegriffen. Über einen Onlineshop haben Nutzerinnen und Nutzer des Portals Zugang zu sämtlichen SBP-Publikationen.

Der Verbund der Digitalen Bibliotheken (DLF) (http://fbc.pionier.net.pl) ist eine Plattform zur Recherche in allen digitalen Bibliotheken Polens. Das Projekt wird gemeinsam von akademischen und öffentlichen Institutionen wie Schulen, Büchereien, Archiven und Museen getragen. Aktuell kooperieren 117 digitale Bibliotheken im Verbund, der über eine Datenbank mit über 3,6 Millionen Eintragungen verfügt, vorwiegend Bücher, Artikel, Postkarten, Plakate und historische Bestände (als Scans im Netz zugänglich unter Wahrung der Urheberrechte), aber auch gedruckte Werke (zur Nutzung freigegeben durch die Urheber) und solche, die nur in elektronischer Form veröffentlicht wurden. Der Verbund ermöglicht das gezielte Durchsuchen der Bestände der digitalen Bibliotheken und aller an DLF angeschlossenen Datenbanken, einschließlich geplanter Digitalisierungsprojekte. Sie können nach Person, Titel, Schlüssel- oder Schlagwörtern recherchiert werden. Auch die Inhalte der Publikationen sind durchsuchbar.

w.bibliotece.pl ist ein öffentliches Portal für alle, die sich über die Sammlungen öffentlicher oder privater Bibliotheken in Polen austauschen wollen. Den unterschiedlichen Bedürfnissen bestimmter Nutzergruppen entsprechend ist das Portal in drei Bereiche für Bibliotheken, Lesepublikum und Verlage gegliedert. Bibliotheksangestellte erhalten Unterstützung bei der Katalogisierung, Erfassung und Nutzungsmöglichkeiten ihrer Sammlungen gemäß geltender Standards. Leserinnen und Leser können ihre Nutzerkonten einsehen, Bestellungen und Vormerkungen veranlassen, Bibliographien und Literaturlisten erstellen und sie erhalten Zugang zu weiteren speziellen Dienstleistungsangeboten. Verlagen bietet das Portal Gelegenheit, Neuerscheinungen bzw. ihr Programm vorzustellen.

Bibliosfera.net ist eine Website von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren für Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Alle, die überzeugt sind, dass Bibliotheken und Bibliotheksarbeit alles andere als langweilig sein müssen, können sich beteiligen. Die Hauptfunktion von Bibliosfera besteht darin, strukturierte Datenbanken mit Links zu allem, was mit Büchern, dem Bibliothekswesen, neuen Technologien und damit verwandten Themen zu tun hat, zu etablieren. Entsprechend werden dort auch Pressemitteilungen, Blogeinträge, Zeitungsartikel und Rezensionen verknüpft. Registrierte Nutzerinnen und Nutzer erhalten die Möglichkeit, weitere Links zu Beiträgen, Videos oder Bildern im Internet hinzuzufügen. Das Projekt wurde von zwei Studenten der Bibliothekswissenschaft aus Warschau, Krzysztof Lityński und Jakub Kolakowski, entwickelt. Dank vieler enthusiastischer ehrenamtlicher Mitbetreiber, die auch landesweite Kampagnen wie etwa „Geniale Bibliothekare“, „BiblioGrill“, „Woche der verbotenen Bücher“ oder „Woche der E-Books“ ins Leben gerufen haben, ist Bibliosfera heute weithin bekannt und sehr populär.

Auf den Seiten des Bibliotheksspiegels (http://www.lustrobiblioteki.pl/2016/07/agregator-blogow-bibliotecznych.html) sind über 300 Biblioblogs aus dem öffentlichen, pädagogischen und schulischen Bereich versammelt, darunter auch Blogs von Stadtteilbibliotheken. Aktuelle Themen, spannende Blog- und Foreneinträge, Stellenausschreibungen oder Workshops für Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, sowie Leseaktionen können dort recherchiert werden. Barbara Morawiec ist die Autorin, Chefredakteurin und Administratorin der Website. Entstanden 2010 als Blog einer Privatperson, wandelte sich der Bibliotheksspiegel später zum Nachrichtenbulletin für das gesamte Bibliothekswesen in Polen. Der Wandel ergab sich nicht zuletzt aus dem Wunsch, spannende Veranstaltungen und Trends aus der Welt der Bibliotheken bekannt zu machen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Inspiration und Information zu bieten.

Pulowerek.pl besteht seit 2009 und richtet sich an hauptamtliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare und Studierende der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, an Buchhändlerinnen und Buchhändler ebenso wie an Leserinnen und Leser und alle Freundinnen und Freunde des Bibliotheks- und Buchwesens. Die Bezeichnung „Das etwas andere Bibliotheksportal” verweist auf den Anspruch, nicht allein Informatives, sondern auch Lustiges und Abseitiges aus der Branche zu präsentieren, oft mit einer gehörigen Portion Abstand zum Image von Bibliotheken. Der Betreiber Maciej Rynarzewski schreibt: „Die Website richtet sich vor allem an Bibliotheksangestellte, um mehr Unterhaltung in ihren Arbeitsalltag zu bringen. Wir sammeln durchaus auch Kurioses und bereiten es in vergnüglicher Form auf. Die Themen sind zwar für eine breitere Öffentlichkeit interessant, doch der Humor funktioniert manchmal nur im hermetischeren Zirkel von Bibliotheksangestellten. Trotzdem wollen wir bei der Erstellung der Inhalte auch die Nutzer von Bibliotheken einbeziehen. Die neuste Version des Portals bietet ihnen nun die Möglichkeit, im Self-Publishing-Verfahren eigene Beiträge zu veröffentlichen. Wir organisieren bisweilen auch ausgefallene Wettbewerbe wie z. B. die Ausschreibung eines Preises für den am schönsten überfrachteten Bücherwagen. Grundsätzlich lassen wir nichts unversucht, um im Umfeld von Büchern gute Laune zu versprühen.”

Elektronische Dienste in der WBP

Die Zeiten, als die vornehmste Aufgabe von Bibliotheken darin bestand, Büchersammlungen anzulegen und Archive zu pflegen, sind vorbei. Moderne Bibliotheken müssen heute vor allem über ihre Ressourcen und die ihres Netzwerks informieren. Die Bandbreite elektronischer Dienstleistungen hängt dabei von der Größe der Bibliothek, der jeweiligen Nutzergruppe und vom Bibliotheksinformationssystem ab. Elektronische Dienste sind nach Basisdiensten und erweiterten Diensten gegliedert.

Basisdienste

  • Zugang zu Online-Katalogen der Bibliothek
  • Zugang zum Benutzerkonto
  • Buchbestellungen und Vormerkungen über das Internet
  • Verlängerungen online
  • Fernleihe online
  • Scannen von Dokumenten
  • Druckaufträge

Erweiterte Dienste

  • Website der Bibliothek
  • Suchanfragen über das Internet eingeben
  • Direkter Zugriff auf elektronische Medieneinheiten

Im Anschluss stellen wir eine Auswahl der digitalen Angebote der WBP vor.

Die Website wbp.opole.pl stellt die wichtigste Informationsquelle über E-Dienste der WBP dar. Sie wird derzeit überarbeitet und aktualisiert. Der Webauftritt wird in 2019 komplett erneuert und die Oberfläche graphisch so umgestaltet, dass sie auch den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen entspricht. Außerdem wird die Website verschiedenen Nutzungsumgebungen angepasst, d. h. für den Gebrauch auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten aufbereitet.

Unsere Regionalbibliothek benutzt das Bibliothekssystem „Sowa“, mit dem man

  • sich online mit einem Benutzerkonto anmelden kann (dazu müssen persönliche Daten in ein Webformular eingegeben werden). Andere Formalitäten wie die Komplettierung der Anmeldung und Begleichung der Gebühren für den Bibliotheksausweis erfolgen vor Ort in der Hauptbibliothek (oder in einer der Zweigstellen).
  • die Kataloge der Bibliothek online durchsuchen, Medien bestellen oder vormerken kann. Der Online-Zugang zu den Katalogen und zur Vormerkfunktion von Zuhause aus ist zeitsparend und bequem, die Nutzer kommen nur zur Abholung in die Bibliothek. Die Startseite der WBP enthält auch Links zum Zeitschriftenkatalog, zur Musiksammlung und zu anderen Webseiten von Opoles Woiwodschaftsbibliotheken.
  • das eigene Benutzerkonto einsehen kann, inklusive persönliche Daten, Ausleihen, Vormerkungen und Bestellungen. Benutzerinnen und Benutzer können die Ausleihfristen prüfen und Medien selbst verlängern.

Zur Suche nach regionalspezifischer Literatur kann von der Website der Bibliothek aus auf die Datenbank „Bibliographie der Woiwodschaft Opole” zugegriffen werden, die derzeit fast 80.000 Einträge zu Büchern und Artikeln über die Region enthält. Die Datenbank wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Hauses erstellt und gepflegt. Über den Reiter „Weitere Datenbanken“ können viele andere themenspezifische und allgemeine Kataloge, Literaturverzeichnisse und Textdatenbanken durchsucht werden.

Die Zweigbibliotheken der WBP besitzen eigene Websites oder Blogs:

Die beiden letztgenannten Zweigstellen nutzen seit 2012 die Plattform Wordpress, die den wichtigsten Informationsfunktionen genügt: Angabe von Kontaktmöglichkeiten, Adressen und Öffnungszeiten, sowie Vorstellung neuer Bücher, CDs, DVDs oder Hinweise auf aktuelle Bibliotheksveranstaltungen.

Nutzerinnen und Nutzer werden zudem per E-Mail an die Rückgabe von Büchern bzw. den nahenden Fristablauf erinnert oder über die Bereitstellung vorgemerkter Medien informiert.

Die Entstehung der Digitalen Bibliothek von Opole (OBC) (www.obc.opole.pl) geht zurück auf die enorme Nachfrage der Nutzerinnen und Nutzer nach geschichtlichen und aktuellen Informationen über unsere Region. Seit ihrer Entstehung Ende 2009 wurden über 12.100 digitale Publikationen abgerufen. Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer aus aller Welt belief sich im Juni 2018 auf mehr als 4.879.700.

Was bietet die OBC?

  • Historische Bestände zur Geschichte Polens, z. T. aus dem 16. Jahrhundert
  • Mittelalterliche Handschriften zu Schlesien
  • Historische Drucke, Alben, Stiche
  • Kartographisches (darunter jahrhundertealte Landkarten)
  • Zeitschriften aus der Region Schlesien (in polnischer, deutscher und tschechischer Sprache) vom frühen 19. bis ins 20. Jahrhundert
  • Flugblätter und Flugschriften (vor allem aus der Zeit des Plebiszits und der Aufstände in Schlesien)
  • Bücher über Schlesien aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert (einschließlich biographischer, historischer und religiöser Schriften)
  • Postkarten (mit Ansichten schlesischer Städte und Dörfer)
  • Zeitgenössisches: Werke aus der Region, die von den Verfassern zu den geltenden Lizenz- und Veröffentlichungsvereinbarungen der Öffentlichen Bibliothek Opole zur Nutzung überlassen werden.

In der OBC sind nur Werke zugänglich, bei denen die Urheberrechte entweder erloschen sind (in der Regel 70 Jahre nach dem Tod der Urheber), oder die von den Verfassern/Urheberrechteinhabern ausdrücklich zur Veröffentlichung freigegeben wurden. Das Angebot richtet sich an Studierende und Wissenschaftler, Geschichtsinteressierte (nicht selten mit dem Ziel, Monographien über ihre Heimatstadt zu verfassen) und alle Neugierigen, die ihren Wissenshorizont erweitern wollen. Die Bestände der OBC sind in die Datenbank des Verbunds der Digitalen Bibliotheken integriert und über die Europeana zugänglich. Seit kurzem bewirbt die OBC ihre Sammlung auch auf Facebook mit einer eigenen Fanseite.

Die Nutzerinnen und Nutzer der WBP haben auch Zugang zum virtuellen Lesesaal Ibuk LIBRA (http://libra.ibuk.pl), in den sie mittels eines Zugangscodes an den Terminals in der Bibliothek oder von zu Hause aus online gelangen können, um in den „Regalen“ zu stöbern. Der Zusammenschluss der Öffentlichen Bibliotheken Opoles bietet derzeit über 1.600 frei zugängliche elektronische Publikationen aus unterschiedlichen Bereichen an, sowohl wissenschaftliche Fachliteratur (Fachzeitschriften und -bücher aus Medizin, Wirtschaft, Recht, Geisteswissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften) als auch Populäres (Belletristik, Sachbuch, Handbücher, Ratgeber), sowie Wörterbücher, Lexika, Atlanten usw. Ibuk LIBRA läuft unter vielen Bibliothekssystemen. Jeden Monat gibt es ein „E-Book des Monats“ als Geschenk. Die Plattform ermöglicht Lesezeichen setzen, eine intertextuelle Suche, das Markieren von Textstellen und individuelle Kommentare und Notizen verfassen.

Neben E-Books stellen wir auch E-Book Reader zur Verfügung, auf denen Bücher aus der öffentlichen Domäne gespeichert sind. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen mit Behinderungen, Blinde oder ältere Leserinnen und Leser. Über einen Sprachgenerator werden Bücher zu Vorlesebüchern, auch die Schrift lässt sich stark vergrößern. Ebenso können Hörbücher auf dem Lesegerät abgespielt werden. Auch im Multimediabereich ist das Angebot groß. Menschen mit Sehbehinderungen können spezielle Geräte ausleihen, z. B. E-Reader mit Hörbuchfunktion oder einen Discman, um CDs und mp3-Dateien abzuspielen.

Die WBP ist an das ACADEMICA-System für die elektronische Fernleihe von Büchern und Fachzeitschriften angeschlossen, das auch sämtliche digitale Ressourcen der Nationalbibliothek (einschließlich zeitgenössischer Literatur und Zeitschriften aller Disziplinen) bereithält. Über eine halbe Million Publikationen (Monographien, Lehrbücher, Mitschriften, Artikel und komplette Zeitschriftenausgaben) sind damit zugänglich. Über ACADEMICA können Nutzerinnen und Nutzer ein Zeitfenster an einem der Computerterminals in der Bibliothek und die entsprechenden elektronischen Medien zu einem bestimmten Datum buchen, um im Lesesaal der WBP zu arbeiten. Benutzerinnen und Benutzer müssen sich dafür im Lesesaal anmelden. Der Zugang zu den urheberrechtlich geschützten Publikationen erfolgt während der regulären Öffnungszeiten des Lesesaals. ACADEMICA erlaubt eine Volltextsuche und hat eine Notizfunktion. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Nationalbibliothek und dem Wissenschaftsnetz unter der Schirmherrschaft der Stiftung für die Polnische Wissenschaft.

Ohne Präsenz in den sozialen Medien geht es heute nicht mehr. Facebook, Twitter, Blogs, Instagram oder Pinterest gehören einfach dazu, manche sprechen schon von der „vierten Revolution“. Für viele Nutzerinnen und Nutzer stellen soziale Medien die Hauptquelle ihrer Informationen dar - sie sind erste Adresse und Eingangstor zum Internet. Deshalb sollten sich Bibliotheken diesem Trend nicht verschließen, sondern ihre Nutzerinnen und Nutzer dort, wo diese immer mehr Zeit verbringen, abholen.

Die WBP hat deshalb bereits im Jahr 2010 eine Seite auf Facebook eingerichtet (https://www.facebook.com/wbpopole), mit mehr als 1.700 Followern. Ein Facebook-Account ist eine relativ einfache, kostenlose Möglichkeit, um die Sammlung der Bibliothek vorzustellen, über Dienstleistungen zu informieren und ein Lesepublikum anzusprechen. Gerade eine jüngere Generation von Nutzerinnen und Nutzern kann auf diese Weise erreicht werden. Außerdem kann man so zeitnah über Tagungen, Veranstaltungen, Aktionen oder Neuanschaffungen informieren. Auf Facebook geht es - anders als bei einer reinen Internetwebseite - um die kontinuierliche Interaktion mit den Nutzerinnen und Nutzern. Was zählt, ist der Kontakt mit ihnen, die Reaktionen der Bibliothek auf deren Fragen, Nachrichten oder Kommentare. Nutzerinnen und Nutzer wiederum können uns ihre Meinung sagen oder Posts liken.

Medien und Dienstleistungen der WBP werden über Facebook auf folgende Weise beworben:

  • durch Alben und Fotogalerien von Neuanschaffungen oder Veranstaltungen,
  • durch die Ankündigung von Bibliotheksveranstaltungen, z. B. mit Autoren oder Ausstellungen im Haus,
  • durch das Posten von Links zu interessanten Artikeln und Internetseiten.

Ende 2012 begann die WBP ihre Sammlung und ihre Dienstleistungen auch über Blogs vorzustellen. So entstanden zunächst die Blogs der Fremdsprachenbibliothek (https://bibliotekaobcojezyczna.wordpress.com) und der Musiksammlung (https://bibliotekamuzycznaopole.wordpress.com).

Später kamen weitere hinzu:

  • Der Blog der Zentralen Leihbücherei (https://wypozyczalniaopole.wordpress.com), seit 2013, der den Bestand der dort ausleihbaren Medien vorstellt. Der Blog kündigt nicht nur Neuanschaffungen an, sondern weist in thematischen Blogposts auch auf kulturelle Events oder Jubiläen (z. B. Geburts- und Todestage von Autorinnen und Autoren) oder auf Lesungen und andere Veranstaltungen in den Räumen der Bibliothek hin.
  • Der Blog des Hauptlesesaals (https://czytelniaopole.wordpress.com), seit 2014, der alle Bücher und Zeitschriften des Saals ausweist. Bestimmte Periodika (von der Zwischenkriegszeit bis heute) werden von Verweisen auf lesenswerte Artikel begleitet. Die Betreiberin des Blogs ermuntert auch regelmäßig zur Lektüre der Regionalpresse. Außerdem informiert sie über Veranstaltungen und Tagungen, die im Hauptlesesaal stattfinden.
  • Der Blog des virtuellen Lesesaals im Internet (https://internetowaopole.wordpress.com), seit 2016. Die Betreiber wollen das Augenmerk vor allem auf Dienstleistungen im Internet-Lesesaal lenken. Der Blog dient auch der informellen Weiterbildung, gibt Hinweise zur Nutzung des Internets allgemein oder zur Einrichtung eines E-Mail-Kontos. Man findet Informationen zu neuen Medien und Technologien, wie etwa E-Books, E-Book-Reader und vieles mehr.

Die WBP betreibt zusätzlich einen eigenen YouTube-Kanal, hat ein Profil auf Pinterest und einen Instagram-Account.

Über den Blog „Bücherwürmer der WBP“ (http://bibliotekaopole.blogspot.com) erhalten Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, sich über Bücher, CDs und DVDs im Bestand auszutauschen und eigene Rezensionen zu verfassen. Diese können über eine Kontaktadresse auf der Seite des Blogs an einen Moderator gesendet werden, der den Text nach Freigabe hochlädt.

Bereits seit Mitte 2011 bringt die WBP eine vierteljährlich erscheinende Online-Zeitschrift für Bibliotheksfachkräfte heraus (http://bibliotekarzopolski.pl). Es handelt sich um die Nachfolge des Magazins “Help at work”. Die Zeitschrift wird in bibliothekarischen Kreisen nicht nur regional hoch geschätzt. Durch das neue Medium gelingt es, eine immer größere Zahl von Leserinnen und Lesern zu gewinnen. In den letzten sieben Jahren verzeichnete die Internetseite der Zeitschrift, die unter der CC-Lizenz läuft, über 22.000 Besucher. Das Journal befasst sich mit allen für das moderne Bibliothekswesen relevanten Bereichen, stellt neue Trends, Technologien und Lösungskonzepte vor. Literatur- und Kulturveranstaltungen werden besprochen sowie gesellschaftliche und kulturelle Debatten begleitet. Auch Rezensionen zu neuen Büchern, Hörbüchern und Zeitschriften finden sich dort. Die Online-Zeitschrift versteht sich als berufsfeldspezifische Plattform zum Austausch von Informationen, neuen Ideen und Fachwissen im Bereich Bibliothek und darüber hinaus. Das Redaktionsteam besteht aus Bibliothekarinnen und Bibliothekaren verschiedener Fachrichtungen in Opole. Die Leitung der Redaktion ist in der WBP angesiedelt.

Fazit

Die Veränderungen durch die digitale Revolution wirken sich auch auf die Bibliotheksarbeit aus. Um den Ansprüchen moderner Nutzerinnen und Nutzer gerecht zu werden, hat die WBP ihr Dienstleistungsangebot auf das Internet ausgeweitet. Das Lesepublikum hat immer mehr Möglichkeiten, online auf Bücher, Zeitschriften, alte Drucke, Grafiken und andere Publikationen zuzugreifen. Neue Dienste im Netz erlauben es den Leserinnen und Lesern, die Bestände von jedem Ort aus rund um die Uhr zu nutzen, auch am heimischen Computer und mit mobilen Endgeräten. Bibliotheken müssen Schritt halten mit ihren Nutzerinnen und Nutzern. Sie sollten auch im virtuellen Raum präsent sein und ihr Angebot und ihre Dienste in den sozialen Netzwerken bewerben. Denn wie heißt es doch: „Wer nicht auf Facebook ist, den gibt es nicht“ (https://www.openglobal.co.uk/articles/80-if-your-business-isnt-on-facebook-you-dont-exist.html).

Literaturverzeichnis

  • Dąbrowska A.; Janoś-Kresło M.; Wódkowski A. E-usługi a społeczeństwo informacyjne. Warszawa 2009.

  • Gawroński A.; Dymkowski M. Biblioteczne portale albo wirtualne warsztaty informacyjne. Biuletyn EBIB 2000, nr 6(15), Polskie serwisy ogólne i specjalne. Dostępny: http://www.ebib.pl/biuletyn-ebib/15.

  • Gogiel-Kuźmicka A. Usługi elektroniczne oferowane przez biblioteki. Biuletyn EBIB [on-line] 2015, nr 1(155), Elektroniczna przestrzeń kultury i bibliotek [Dostęp: 20.03.2015]. Dostępny w:http://open.ebib.pl/ojs/index.php/ebib/article/view/320. ISSN 1507-7187.

  • Shih C. Era Facebooka: wykorzystaj sieci społecznościowe do promocji, sprzedaży i komunikacji z Twoimi klientami. Gliwice 2012.

Footnotes

Anmerkung

Aus dem Englischen übersetzt von Bettina Seifried.

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  • Dąbrowska A.; Janoś-Kresło M.; Wódkowski A. E-usługi a społeczeństwo informacyjne. Warszawa 2009.

  • Gawroński A.; Dymkowski M. Biblioteczne portale albo wirtualne warsztaty informacyjne. Biuletyn EBIB 2000, nr 6(15), Polskie serwisy ogólne i specjalne. Dostępny: http://www.ebib.pl/biuletyn-ebib/15.

  • Gogiel-Kuźmicka A. Usługi elektroniczne oferowane przez biblioteki. Biuletyn EBIB [on-line] 2015, nr 1(155), Elektroniczna przestrzeń kultury i bibliotek [Dostęp: 20.03.2015]. Dostępny w:http://open.ebib.pl/ojs/index.php/ebib/article/view/320. ISSN 1507-7187.

  • Shih C. Era Facebooka: wykorzystaj sieci społecznościowe do promocji, sprzedaży i komunikacji z Twoimi klientami. Gliwice 2012.

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