Revolution, Illuminismus und Theosophie. Eine Genealogie der „häretischen“ Historiographie des frühen französischen Sozialismus und Kommunismus

  • 1 Ruprecht-Karls UniversitätTheologisches Seminar, Heidelberg, Germany;

Zusammenfassung

Historische Studien, die sich in den 1830er und frühen 1850er Jahren mit der Geschichte von Sozialismus und Kommunismus beschäftigten, haben diese in eine dezidiert religiöse, „häretische“ Tradition gestellt. Diese wurde entweder von Kritikern als eine Verfälschung des Christentums dargestellt, oder aber von Sozialreformern als Kern des wahren Christentums, das den korrumpierten Kirchen entgegengesetzt wurde. In diesen Narrativen nahmen die Bezeichnungen illuminisme, théosophie und mysticisme eine bemerkenswert zentrale Stellung ein. Im Artikel soll daher die Genealogie dieser unklaren Bezeichnungen im gegebenen Kontext nachgezeichnet werden. Es wird argumentiert, dass sich die damit verbundenen Narrative bis in freimaurerische und theologische Diskurse des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen lassen, die sich um die Frage nach der „wahren“ Religion drehten. Im Zuge der Französischen Revolution erfuhren diese Narrative eine vielgestaltige Politisierung. Die Betrachtung dieser Entwicklungen erlaubt abschließend grundsätzliche Überlegungen zur Historiographie des Sozialismus sowie zum Verhältnis von Religion und Politik vor dem Hintergrund eines genealogischen Ansatzes.

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