Pappenheim-Färbung: Beschreibung einer hämatologischen Standardfärbung – Geschichte, Chemie, Durchführung, Artefakte und Problemlösungen/Pappenheim Stain: Description of a hematological standard stain – history, chemistry, procedure, artifacts and problem solutions

Thomas Binder 1 , Heinz Diem 2 , Roland Fuchs 3 , Kai Gutensohn 4 , Thomas Nebe 5 , and für den Arbeitskreis Laboratorium der DGHO
  • 1 Labor für hämatologische Mikrofotografie, Buchenlandweg 211, 89075 Ulm, Deutschland
  • 2 Würmtallabor, München-Gauting, Deutschland
  • 3 Medizinische Klinik IV der Universität, Aachen, Deutschland
  • 4 Institut für Transfusionsmedizin der Universität, Hamburg, Deutschland
  • 5 Onkologikum, Speziallabor für Hämatologie und Onkologie, Kaiserslautern, Deutschland

Zusammenfassung

Vor genau 100 Jahren hat Artur Pappenheim die endgültige Fassung seiner „panoptischen Universalfärbung für Bluttrockenpräparate“ veröffentlicht, in der die Jenner-Färbung bzw. May-Grünwald-Färbung mit der Giemsa-Färbung kombiniert wird. Seine seither als Pappenheim-Färbung bzw. May-Grünwald-Giemsa-Färbung bekannte Vorschrift bewirkt eine kräftige und zuverlässige Anfärbung der Details von Kern und Zytoplasma mit besonders guter Darstellung der Granula. Die Pappenheim-Färbung wird weltweit in diversen Modifikationen mit entsprechend schwankender Färbequalität verwendet, die mit aktuellem Qualitätsmanagement nicht kompatibel ist. Artikel über die Qualitätskontrolle hämatologischer Standardfärbungen wurden bisher nicht veröffentlicht. Der Arbeitskreis Laboratorium der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie veröffentlicht deshalb die-sen erprobten „Standard für die Pappenheim-Färbung“. Mit dieser Standard-Prozedur gelingt eine Färbung, die in allen Laboratorien zytologische Präparate von Körperflüssigkeiten und Gewebepräparaten identisch und mit hoher Präzision anfärbt. Das Ergebnis entspricht der von Pappenheim verbal und in Bildern beschriebenen Anfärbung. Das Protokoll beschreibt die Präanalytik, den Prozess der Färbung in Küvetten und die Qualitätskontrolle. Dieses Standard-Protokoll ist auch für die Anfertigung von Präparaten für das Qualitätsmanagement (z.B. Ringversuche) anwendbar, wenn das Färbeergebnis visuell und kolorimetrisch überprüft wird. Mit Ausstrich- und Färbe-Vollautomaten wird mit einem ähnlichen Färbeprotokoll ein übereinstimmendes Färbeergebnis erreicht; die Färbung auf der Färbebank wurde nicht untersucht. Wir berichten über erste kolorimetrische Untersuchungen an korrekt und inkorrekt ausgeführten Pappenheim-Färbungen und beschreiben die korrekte Färbung nicht nur visuell, sondern auch anhand kolorimetrischer Daten.

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