Von Hayek lernen: Wissen und Freiheit, Recht und Gesetzgebung / Learning from Hayek: Knowledge and Liberty, Law and Legislation

Erich Weede

Zusammenfassung

Hier werden Hayeks Vorstellungen vom Wissen als Kern seiner Gesellschaftstheorie aufgefasst. Dieser Zugang zu Hayeks Werk hat den Vorteil, dass man im Sinne der Popperschen Wissenschaftslehre die Frage nach den Falsifikationsmöglichkeiten der Hayekschen Theorie aufwerfen kann. Für Hayek ist Wissen ein breites Konzept. Es gibt theoretisches und praktisches Wissen, explizites und implizites Wissen, lokales und von Raum und Zeit unabhängiges Wissen. Für Hayek entscheidend ist die These, dass Wissen nicht zentralisierbar ist, dass nur individuelle Freiheit und dezentralisierte Entscheidungen die Nutzung und Mehrung von Wissen erlauben. Ähnlich seiner Unterscheidung von impliziten und explizitem Wissen, sieht Hayek das Verhältnis von Tradition und Recht. An der Tradition bzw. Präzedenzfällen orientierte Rechtsfindung wie beim common law hält er für fruchtbarer als Legislative, die allzu leicht die Staatstätigkeit endlos ausdehnt. Zugunsten von Hayeks Theorie lässt sich zeigen, dass Versuche der Wissens- und Entscheidungszentralisierung bzw. der Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit Wohlstand und Wachstum immer beeinträchtigt haben. Das gilt für den großen Sprung nach Vorn in China. Das zeigt die Analyse geteilter bzw. ehemals geteilter Länder. Auch ökonometrische Studien zu den Effekten der wirtschaftlichen Freiheit bestätigen deren Wert. Wie von Hayek erkannt, nützt wirtschaftliche Freiheit nicht nur den Freien, sondern auch denen, denen sie noch vorenthalten wird. Die ökonometrisch gut abgesicherten Vorteile der Rückständigkeit werden in diesem Sinne als externer Effekt der Freiheit im Westen interpretiert. Abschließend wird noch die Frage der Anomalien in Hayeks Theorie aufgeworfen.

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