Mittel- bis jungneolithische Siedlungshinterlassenschaften zwischen 3300–2600 v. Chr. – Der Fundplatz Oldenburg LA 232 im Oldenburger Graben, Ostholstein

  • 1 Institut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität, Johanna-Mestorf-Strasse 2–6, Kiel, Germany
  • 2 Institut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität, Johanna-Mestorf-Strasse 2–6, Kiel, Germany
  • 3 Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf, Schleswig, Germany
  • 4 Institut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität, Johanna-Mestorf-Strasse 2–6, Kiel, Germany
  • 5 Institut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität, Johanna-Mestorf-Strasse 2–6, Kiel, Germany

Zusammenfassung

Mit Beginn des DFG-Sonderforschungsbereiches 1266 „TransformationsDimensionen“ stand im Rahmen des Teilprojektes „Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene“ auch die Frage des Überganges von mittelneolithischen Trichterbecher- zu jungneolithischen Einzelgrabgesellschaften im Vordergrund des Interesses. Aufgrund fehlender Siedlungsbefunde wurden 2016 erste siedlungsarchäologische Untersuchungen durchgeführt, dazu zählte eine geophysikalische und archäologische Prospektion im Bereich der Fundstelle Oldenburg LA 232 in Ostholstein. Dieser neolithische Siedlungsplatz befindet sich auf einer Geländeerhöhung im Feuchtgebiet des westlichen Oldenburger Grabens, einer ehemaligen Förde- und Lagunenlandschaft, und schließt eine ehemalige Uferzone mit ein. Die Untersuchungen ermöglichten es, eine trichterbecherzeitliche Besiedlung (ca. 3340–3020 cal BC) auf der Geländeerhöhung in Form von Gebäudestrukturen, Vorratsgruben und einem Werkplatz zur Produktion von Flintgeräten nachzuweisen. Eine zweite Besiedlungsphase (ca. 2930–2630 cal BC) ist durch eine Fundschicht mit Pfeilschäften, Konstruktionshölzern, Vorarbeiten und Pfählen im Bereich der neolithischen Uferzone belegt und gehört der Übergangsphase Mittelneolithikum V/Jungneolithikum 1 (Store-Valby/frühe Einzelgrabkultur) an. In dieser Transformationsphase lassen sich, ausgehend vom neu gegrabenen Fundplatz, auf regionaler Ebene sowohl Kontinuitäten als auch Diskontinuitäten nachweisen. Insbesondere die Platzkontinuität ist für das Verständnis des Transformationsprozesses vom Mittel- zum Jungneolithikum in der Norddeutschen Tiefebene von entscheidender Bedeutung.

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The Praehistorische Zeitschrift is regarded as one of the most renowned German publications in the area of Prehistory and Ancient History. It presents detailed accounts of the most recent research conducted in Europe. The geographical emphasis is placed on Eastern, South-Eastern and Northern Central Europe. A comprehensive review section deals with recent German and international monographs from the field of prehistoric archaeology.

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