Vom immunisierten Volkskörper zum „präventiven Selbst“. Impfen als Biopolitik und soziale Praxis vom Kaiserreich zur Bundesrepublik

Malte Thießen
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Geschichte, Oldenburg, Deutschland

Vorspann

Impfstoff ist knapp, Impfungen selbst sind nicht ungefährlich und deshalb umstritten. So ist es heute – und so war es im 19. Jahrhundert, als die Präventivmedizin noch in den Kinderschuhen steckte. Malte Thießen, Historiker an der Universität Oldenburg, skizziert die Etappen der langen Impfgeschichte, er bietet in seinem facettenreichen Aufsatz aber sehr viel mehr: Im Zentrum steht der Staat als ambitionierter Akteur umfassender Biopolitik, der zur Immunisierung des „Volkskörpers“ lange auf Zwang setzte. Im „Dritten Reich“ wandelte sich diese Rolle. Neben den Interventionsstaat trat der Appellationsstaat, der das persönliche Verantwortungsgefühl stimulierte und damit – nolens volens – der Herausbildung des Leitbildes vom „präventiven Selbst“ diente, das wir heute kennen.

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