Keltische Religion im Zeugnis der Sprache

Wolfgang Meid 1
  • 1 Institut für Sprachen und Literaturen, Universität Innsbruck

Allgemeine methodische Vorbemerkungen

Die linguistische Erklärung oder Kommentierung keltischen Sprachmaterials ist mit vielerlei methodischen und epistemologischen Problemen verbunden.

Die Problematik fängt bereits mit dem Gegenstand an, der hier zur Untersuchung steht: keltische Religion. Das Innerliche der Religion als etwas Subjektives und weitgehend Illusionäres ist nicht faßbar; zu erahnen sind religiöse Inhalte nur an ihren äußeren Manifestationen, die aber meist Ausdruck eines in kultischen Handlungen, Gebärden usw. ritualisierten kollektiven religiösen Bewußsteins – oder auch nur seinem Sinn nach nicht mehr bewußten Brauchtums – sind. Wo explizite Beschreibungen des religiösen Systems und seiner Glaubensinhalte nicht vorliegen oder dieses System sich nicht in literarischen Zeugnissen selbst manifestiert (wie in der griechisch-römischen oder der nordgermanischen Überlieferung), ist es sehr schwer, wenn nicht unmöglich, aus den äußerlichen Manifestationen – aus Kultstätten, Altären, Opfern, Weihgaben, Götterstatuen und Götternamen –, die ihrerseits erst der Interpretation bedürfen, auf den wesentlichen Inhalt und den inneren Zusammenhang des Systems zu schließen. Es ist klar, daß unser Zugang interdisziplinär sein, also die verschiedensten Zeugnisse miteinander kombinieren muß in einer Art Beweisführung aufgrund verschiedenartiger Indizien. Diese Indizien sind in der Regel nur isolierte Einzelelemente; die Komplexität und inhärente Symbolik einer Kulthandlung wie des Kultes insgesamt kann nur sehr unvollkommen erschlossen und ihr tieferer Sinn nur spekulativ veranschaulicht werden.

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Zeitschrift für celtische Philologie (ZcP) was founded in 1897 by Kuno Meyer and Ludwig Christian Stern. It is thus the oldest significant journal of Celtic studies still in existence. In the early period, its focus was on Celtic (mainly Irish) philology and ‘linguistic monuments’ to Continental Celtic (mainly Gaulish) languages. Later, these areas were extended to include new Celtic languages and typological questions.

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