Kriminalität in der öffentlichen Wahrnehmung: Welchen Einfluss hat die Mediennutzung? / Crime in public perception: What about the media?

Michael Hanslmaier und Stefanie Kemme

Zusammenfassung

Daten des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zeigen, dass die Bevölkerung im Durchschnitt von einem Anstieg der Kriminalität in den letzten 10 Jahren ausgeht. Zwar geht das Ausmaß der Überschätzung im Verlauf der Jahre 2004, 2006 und 2010 zurück, jedoch spiegelt die Einschätzung der Bevölkerung den Rückgang der in der Polizeilichen Kriminalstatistik registrierten Delikte seit 1993 nicht wider. Kriminalität als gesellschaftliches Phänomen ist den meisten Menschen allerdings auch nicht direkt zugänglich und auch eventuell vorhandene persönliche Erfahrungen liefern keinen Überblick über die gesellschaftliche Entwicklung der Kriminalität. Die am häufigsten genutzte Quelle für Informationen über Kriminalität sind die Massenmedien. Basierend auf Daten einer deutschlandweiten Bevölkerungsumfrage aus dem Jahr 2010 zeigt sich, dass die Nutzung von Boulevardzeitungen und Nachrichtensendungen privater TV-Sender mit einer stärkeren Überschätzung der Kriminalitätsentwicklung einhergeht. Demgegenüber hat die Nutzung von Qualitätszeitungen im Internet einen negativen Effekt auf die subjektive Kriminalitätswahrnehmung. Der Einfluss der Internetnutzung variiert hierbei mit dem Alter: Jüngere Nutzer werden stärker beeinflusst als ältere Nutzer.

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