Arbeitsmarktpolitischer Wandel in Deutschland seit 1991 und das Working Poor-Problem: Einsteiger als Verlierer des Reformprozesses? / Labour Policy Change in Germany since 1991 and the “Working Poor” Problem: Entrants and Re-entrants as Losers of the Reform Process?

Marco Gießelmann 1
  • 1 Universität zu Köln,Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung, Herbert-Lewin-Str. 2, 50931 Köln, Germany

Zusammenfassung

Legitimiert durch den Verweis auf Prozesse der Globalisierung wurden in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre sozial- und arbeitsmarktpolitische Reformen implementiert, die, direkt oder indirekt, auf den Ausbau des Niedriglohnsektors abzielen. Trotzdem konnte in vielen Studien zum „Working Poor“ - Problem kein tief greifender Wandel der materiellen Lebensbedingungen von Erwerbstätigen nachgewiesen werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass etablierte Erwerbstätige durch institutionelle Mechanismen weitestgehend vor den Auswirkungen der Reformen (bzw. vor einer Abwertung ihrer Arbeitsmarktposition) geschützt sind. Dieser Schutz besteht allerdings nicht für Personen, die nicht durch vorgelagerte Erwerbstätigkeit abgesichert sind. Dementsprechend zeigen empirische Analysen auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), dass sich niedrig entlohnte Beschäftigung und Armut insbesondere unter Einsteigern auf dem Arbeitsmarkt (aus dem Bildungssystem und bei Übergängen aus der Erwerbslosigkeit) ausgebreitet haben. Die Risiken dieser Gruppen sind in Relation zu allen Erwerbstätigen zwischen 1991 und 2006 überproportional angestiegen.

If the inline PDF is not rendering correctly, you can download the PDF file here.

FREE ACCESS

Journal + Issues

The Zeitschrift für Soziologie publishes peer-reviewed articles from all areas of sociology, aiming to represent both the diversity of empirical research as well as the plurality of theoretical traditions. Founded in 1971, the journal aims to represent the discipline as comprehensively as possible, inviting contributions from sociologists regardless of their conceptual affinities and orientations.

Search