Das Konzept der Aneignung in der qualitativen Rezeptionsforschung / The Concept of Appropriation in Qualitative Reception Studies

Eine wissenssoziologische Präzisierung im Anschluss an die und in Abgrenzung von den Cultural Studies / A Specification Informed by the Sociology of Knowledge with Respect to Cultural Studies Approaches

  • 1 Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Qualitative Bildungsforschung, Arnimallee 11, 14195 Berlin, Germany

Zusammenfassung

Dieser Beitrag diskutiert das in der (vor allem deutschsprachigen) sozialwissenschaftlichen Medien und Rezeptionsforschung populäre Konzept der Aneignung, das insbesondere auf Arbeiten aus dem Bereich der Cultural Studies zurückgeht, welche die Aktivität, Kreativität und den Eigensinn von RezipientInnen akzentuieren. Die Cultural Studies haben damit Pionierarbeit für eine qualitative resp. rekonstruktive Rezeptionsforschung geleistet. Es finden sich jedoch Tendenzen einer Romantisierung und Idealisierung der Aktivität des Zuschauers, die eine inflationäre Verwendung des Aneignungskonzepts nahelegen. In Abgrenzung von diesen - vorrangig poststrukturalistisch und interaktionistisch geprägten - Positionen und im Anschluss an Ansätze innerhalb der Cultural Studies, die Aneignung als spezifische Praxis der Rezeption begreifen, schlägt der Beitrag eine wissenssoziologische Präzisierung des Aneignungskonzeptes vor dem Hintergrund eigener Studien vor. Dies führt zu einer Differenzierung in eine produktive und reproduktive Aneignung, welche die Lesarten-Typologie nach Stuart Hall (dominant, ausgehandelt, oppositionell) weiterführt und differenziert.

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