Alternative Ernährungsnetzwerke als Alternative Ökonomien

Marit Rosol 1
  • 1 Department of Geography, University of Calgary, Calgary, Canada
Marit Rosol

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Interesses an alternativen Ökonomien werden in diesem einführenden Beitrag Alternative Ernährungsnetzwerke als alternative wirtschaftliche Netzwerke konzeptualisiert, welche herkömmliche Produktions-Konsum-Beziehungen in ökologischer und/oder sozialer Hinsicht zu verändern suchen. Hierfür wird die Entwicklung der Debatte einschließlich kontroverser Aspekte nachgezeichnet. Um die geographische Ernährungsforschung weiter voranzubringen, werden abschließend wirtschaftsgeographisch orientierte Forschungsfragen und -perspektiven abgeleitet.

1 Einführung

In der Auseinandersetzung mit dem wachsenden Interesse und Angebot an hochwertigen, gesunden, ökologisch und fair produzierten Lebensmitteln, deren Herkunft sich zurückverfolgen lässt, hat sich seit Ende der 1990er Jahre ein neuer geographischer Forschungszweig entwickelt. Dieser wird als Alternative Food Geographies (AFG) – oder „Geographien Alternativer Ernährung“ –bezeichnet (Whatmore/Thorne 1997; vgl. auch Maye et al. 2007b). Alternative Food Geographies sind durch die Beschäftigung mit besonderen Produkten (z. B. Bioprodukten), anderen Vertriebswegen (z. B. Abokistensystemen) und/oder alternativen Wirtschaftsformen (z. B. Genossenschaften) gekennzeichnet. Nordamerika und Europa stehen dabei im Zentrum des Interesses (für Ausnahmen siehe Beiträge in Maye et al. 2007b).

Mit ihrem Fokus auf besondere, alternative, Produkte, Vertriebssysteme oder Wirtschaftsweisen stellen AFG einen Forschungszweig der sich seit Ende der 1980er entwickelnden Agri-Food-Studies dar, welche neben den interdisziplinären Food Studies und der Rural Sociology v. a. von der Human- und Wirtschaftsgeographie vorangetrieben werden. In den Agri-Food-Studies wird Ernährung als komplexes System verstanden, welches von der Produktion über die Verarbeitung, den Transport, der Distribution, die Zubereitung und den Konsum von Nahrungsmitteln bis zur Entsorgung von Nahrungsresten reicht. Dieses System ist in Formen staatlicher, lokaler und suprastaatlicher Regulation eingebunden (zum Konzept der food systems vgl. Dixon 1999; Ericksen 2008).

Ein Blick auf die Vielfalt der ernährungsbezogenen Prozesse und Tätigkeiten, der Waren- und Dienstleistungsströme verdeutlicht, dass eine Beschäftigung mit Ernährung nicht nur der Kultur- oder der Entwicklungsgeographie zuzuordnen ist, sondern starke Bezüge zur Wirtschaftsgeographie aufweist. So spielen Lebensmittel seit langem in den wirtschaftsgeographischen Subdisziplinen der Agrargeographie, der Transport- und Logistikforschung, der Konsumgeographie, den Forschungen zu ländlicher Regionalentwicklung sowie der Geographische Handelsforschung eine wichtige Rolle. Durch ihren Fokus auf Ernährungssysteme sowie auf die Beziehungen zwischen Produktion und Konsum bringen Agri-Food-Studies jedoch bis dato getrennte (wirtschafts-)geographische Forschungszweige miteinander in Verbindung (Winter 2003a; Ermann 2015, 79). Sie erlauben somit auch die immer wieder eingeforderte Überwindung der Trennung zwischen einer produktionsorientierten Wirtschaftsgeographie und einer konsumorientierten Handelsgeographie (Kulke 2007). Konzeptionell werden u. a. Embeddedness-Ansätze sowie (globale) Produktions- und Wertschöpfungsketten (Kulke 2007; Stringer/Le Heron 2008; Le Heron 2009; Dannenberg/Kulke 2014) einer ‚relationalen‘ Wirtschaftsgeographie (Bathelt/Glückler 2003; Yeung 2005) aufgegriffen.

Für die Forschungen zu alternativer Ernährung spielen Debatten um Alternativen Ökonomien und ihre räumlichen Ausprägungen (Leyshon et al. 2003; Fuller et al. 2010; Hillebrand/Zademach 2013) eine wichtige konzeptionelle Rolle. Von besonderer Bedeutung ist dabei der von den Wirtschaftsgeographinnen Gibson und Graham entwickelte Diverse Economies-Ansatz, welcher zeigt, dass kapitalistischen Wirtschaftsweisen (mit den zentralen Merkmalen von Lohnarbeit, Produktion für den Markt und kapitalistischen Unternehmen) nur die sichtbare Spitze eines Eisbergs in unseren derzeitigen Ökonomien darstellen (Gibson-Graham 2006; 2008). Der verborgene, große und bedeutsame Teil der Wirtschaft beruhe hingegen auf nicht-kapitalistischen Wirtschaftsarrangements, welche auf Vertrauen, Geschenken, Verwandtschaft, Selbstversorgung, Tauschhandel, Kooperativen und nicht-monetärem Austausch beruhen. Ziel dieser Forschungen ist es, die große Vielfalt alternativer Formen der Ökonomie in den Bereichen Produktion, Tausch, Arbeit, Finanzierung und Konsum unter Berücksichtigung der dynamischen Beziehungen zwischen verschiedenen Orten und Maßstabsebenen sichtbar zu machen und zu erklären. Auch wenn, wie in diesem Aufsatz gezeigt wird, eine nicht-kapitalistische Ausrichtung keineswegs für alle Formen von alternativem Ernährungssystemen und -netzwerken zutrifft, sind diese Ansätze eine bedeutende Referenz für die Erforschung von Geographien Alternativer Ernährung.

Le Heron identifiziert die im Zentrum dieses Beitrags stehenden Alternativen Ernährungsnetzwerke (Alternative Food Networks, AFN) als einen der aktuell wichtigsten wirtschaftsgeographischen Forschungsbereiche innerhalb der Agri-Food-Studies (2009, 556–557).1 In der deutschsprachigen Wirtschaftsgeographie ist das Thema alternative Ernährung bislang jedoch kaum präsent. Es gibt zwar durchaus eine Reihe deutschsprachiger Wirtschaftsgeograph_innen, die zu Ernährungsthemen arbeiten, z. T. auch explizit zu ökologischer Landwirtschaft und Bioprodukten. Diese Forschungen beziehen sich jedoch nicht auf den Begriff der Alternative Ernährungsnetzwerke oder Alternative Food Geographies (z. B. Bernzen 2014; Ermann 2015) und konzentrieren sich im Unterschied zum regionalen Fokus der englischsprachigen Debatte, welche explizit die (post)industriellen Gesellschaften Europas und Nordamerikas fokussiert, oft auf Afrika oder Asien (z. B. Franz/Hassler 2010; Ouma et al. 2013). Erstaunlicherweise gibt es also bisher wenig Dialog zwischen den Agri Food Geographies innerhalb der deutschen Wirtschaftsgeographie und den internationalen Alternative Food Geographies (für eine Ausnahme siehe Tamásy 2013).

Neben einer Einführung in die Thematik möchte dieser Beitrag deshalb auf Basis einer umfassenden Auswertung der thematisch-relevanten, vorwiegend englischsprachigen Literatur für eine verstärkte Auseinandersetzung in der Wirtschaftsgeographie mit den Geographien Alternativer Ernährung und insbesondere mit Alternativen Ernährungsnetzwerken als eine Form Alternativer Ökonomien anregen. Im Folgenden werden dazu Alternative Ernährungsnetzwerke zunächst charakterisiert (Abschnitt 2). Im zentralen Abschnitt 3 wird diskutiert, inwiefern es sich um „alternative“ ökonomische Netzwerke bzw. „alternative“ Ökonomien handelt. An dieser Stelle werden auch aktuelle Entwicklungen einschließlich kritischer Stimmen dargelegt. Es wird gezeigt, dass seit den 1990er Jahren im internationalen Kontext um Fragen alternativer Ernährung ein vielfältiges und innovatives geographisches Forschungsfeld entstanden ist, welches von Beginn an wichtige Impulse aus der Wirtschaftsgeographie erhielt. Schließlich werden im Ausblick weiterführende wirtschaftsgeographische Forschungsfragen und -perspektiven einer Geographie alternativer Ernährung abgeleitet.

2 Charakteristika Alternativer Ernährungsnetzwerke – Alternative Food Networks (AFN)

Ein Interesse für die Geographien Alternativer Ernährung steht im Zusammenhang mit dem, was Winter die Repolitisierung von Ernährung im globalen Norden bezeichnet (Winter 2003a, 508). Für die Wirtschaftsgeographie von besonderem Interesse innerhalb der AFG sind Alternative Food Networks (AFN), da es sich dabei um wirtschaftliche Akteure und Prozesse im engeren Sinne handelt. Oft als Begriff für den gesamten Bereich alternativer Ernährung gebraucht (vgl. z. B. Goodman/Goodman 2009), ist es m. E. hilfreich, AFN in einem engeren Sinne in Anlehnung an Watts et al. (2005) zu verstehen als Netzwerke bzw. Systeme der Nahrungsbereitstellung, mithin als Unterkategorie der Alternative Food Geographies. Für nicht-gewinnorientierte und v. a. politisch oder aber karitativ agierende Organisationen, Initiativen und Netzwerke bevorzuge ich den Begriff der Alternative Food Initiatives (AFI). AFN im hier vertretenen Verständnis unterscheiden sich von AFI darin, dass sie den Produzent_innen eine Existenzgrundlage ermöglichen sollen. In der Literatur werden beide Begriffe jedoch oft synonym gebraucht (z. B. Allen et al. 2003).2

Gegenstand der geographischen Forschung sind Alternative Ernährungsnetzwerke seit etwa Ende der 1990er Jahre. Die Ursprünge dieser Netzwerke liegen jedoch schon in den Umweltbewegungen und modernen Genossenschaftsbewegung der 1970er und 1980er Jahre bzw. den bereits im 19. Jahrhundert geschaffenen Konsum- und Produktionsgenossenschaften (für das Beispiel von Einkaufsgemeinschaften bzw. Food Coops vgl. u. a. Little, R. et al. 2010).

AFN verstehen sich als Kritik an und praktische Alternative zum derzeit dominanten industriellen Nahrungsmittel(vertriebs)system. Groß- und Einzelhandel und weitere Akteure spielen dabei, anders als in den konventionellen Nahrungsmittellieferketten, meist eine nachrangige Rolle. Anders als die unüberschaubaren und inzwischen i. d. R. globalen Wertschöpfungsketten und Lieferbeziehungen der industriellen Nahrungsmittelproduktion wollen AFN Konsument_innen direkt mit den Produzent_innen von Nahrungsmitteln (v. a. Landwirt_innen) über kurze Lebensmittelliefer- bzw. Vermarktungsketten (Short Food Supply Chains – SFSC) in Verbindung bringen (ausführlicher zu SFSC vgl. Renting et al. 2003). Auf diese Weise wollen AFN die Beziehungen zwischen Nahrungsmittelproduzent_innen (i. d. R. Landwirt_innen) und Konsument_innen „re-sozialisieren bzw. re-verräumlichen“ („resocialise or respatialise“ Renting et al. 2003, 398). Über AFN werden Konsument_innen, deren Lebensmittelkonsum ethisch bzw. ökologisch geleitet oder allgemein ‚Werte-‘basiert ist (Clarke 2008), mit Nahrungsmittelproduzent_innen in Kontakt gebracht, die solche Produkte anbieten und existenzsichernde Preise dafür erzielen wollen (Hinrichs 2000, 299).

Entsprechend sind die alternativen Netzwerke aus Produzent_innensicht durchaus an Wirtschaftlichkeit bzw. zumindest Existenzsicherung orientiert. Oft ist das Besetzen und Schaffen von Nischenmärkten auch eine Reaktion auf die Wettbewerbsbedingungen in den konventionellen Vertriebswegen mit ihren geringen Gewinnmargen und starkem Konkurrenzdruck (Goodman/Goodman 2007).3 Sie werden gleichzeitig jedoch vom normativen Gedanken einer ökologischen, direkten und kleinteiligen Nahrungsmittelproduktion, -distribution und -konsumtion geleitet und basieren vielfach auf Vertrauen und persönlicher Interaktion (Jarosz 2008). So sollen auch die Produktions- und Konsumverhältnisse selbst verändert werden.

Kern von AFN ist die Direktvermarktung über den Verkauf auf Wochenmärkten, über FoodCoops, Vertragslandwirtschaft bzw. Solidarische Landwirtschaft (Community Supported Agriculture – CSA), über Abokistensysteme oder auch das noch recht neue und ursprünglich aus Frankreich stammende Konzept der Marktschwärmereien. Meist handelt es sich um Produzent_innen aus dem ländlichen Raum, welche über nahgelegene städtische Verkaufsmöglichkeiten die wachsende Nachfrage in den Städten nach saisonalem und biologisch produzierten Lebensmitteln aus der Region bedienen, mithin auf die Nachfrage aus den Städten angewiesen sind. Merkmale dieser SFSC sind also i. d. R. die räumliche Nähe von Produktion und Konsum (d. h. short im räumliche Sinne), weshalb z. B. auch urbane Landwirtschaft und Gärten zu den AFN gerechnet werden können (vgl. dazu z. B. Rosol/Schweizer 2012; Rosol 2014; Mincyte/Dobernig 2016). Allerdings gehört auch der Fair Trade Sektor zu den AFN, welcher i. d. R. über größere räumliche Distanzen, jedoch ebenfalls über kurze (short) Lieferketten und besondere Vertriebswege (in der Bundesrepublik ursprünglich die sogenannten Weltläden) verfügt und dadurch einflussreiche konventionelle Zwischenhändler umgeht (vgl. z. B. Malpass et al. 2007).4Short FSC können also sowohl räumlich als auch funktional verstanden werden.

3 AFN als Alternative Ökonomien? Begrifflichkeiten und Kontroversen

Zu Beginn der Forschungen zu AFN stand v. a. die Produktionsseite im Vordergrund und die Frage, was „alternativ“ bedeuten kann – in der Theorie und in der Praxis (Maye et al. 2007a). Diese Frage lässt sich allerdings nur beantworten, wenn zunächst geklärt wird, was unter Alternativität verstanden wird.

3.1 Zum Begriff der Alternativität

Geographien der „alternativen“ Ernährung als besondere Formen von Produktions-Konsum-Beziehungen richten sich vor dem Hintergrund von Umwelt-, Gesundheits- und ethischen Bedenken zunächst allgemein gegen das konventionelle Nahrungssystem5 (vgl. u. a. Watts et al. 2005; Maye et al. 2007a; Le Heron 2009; Wiskerke 2009). Der Begriff „alternativ“ lässt sich jedoch noch genauer differenzieren. Ich folge hier Watts et al. (2005), welche, basierend auf Debatten in der Wirtschaftsgeographie, zwischen einerseits einem alternativen Angebot an Nahrungsmitteln/Produkten (1) und andererseits alternativen Produzent_innen-Verbraucher_innen-Beziehungen und Vertriebswegen/Netzwerken (2) unterscheiden. Diese Differenzierung möchte ich um alternative Formen der Arbeit und der ökonomischen (Betriebs-)Organisation, d. h. um den Aspekt der Alternativen Ökonomien ergänzen (3) (vgl. Tabelle 1).

Tabelle 1:

Dimensionen der Geographien alternativer Ernährung sowie Beispiele (eigene Darstellung auf Grundlage von Watts et al. 2005, ergänzt um Alternative Ökonomien).

(1) Alternative Nahrungsmittel(2) Alternative Netzwerke(3) Alternative Ökonomien
– Bioprodukte

– Qualitätsprodukte

– Regionalprodukte und -label
– Direktvermarktung auf Wochenmärkten

– Abokistensysteme

– Vertragslandwirtschaft (CSA)

– Urbane Landwirtschaft

– Fair Trade
– Kollektivbetriebe/Genossenschaften/Solidarische Ökonomie

– Food Sharing

– Unbezahlte Arbeit/Freiwilligenarbeit

(1) In der ersten Variante (alternative Nahrungsmittel) versteht sich „alternativ“ als Alternative zu ernährungswissenschaftlich als minderwertig eingeschätztem Essen, welches reich an ‚leeren‘ Kalorien, Fett, Zusatzstoffen, Salz und Zucker, hochgradig verarbeitet und konventionell produziert ist. Zu diesen alternativen Produkten zählen z. B. Produkte aus ökologischem Anbau oder besonders hochwertige Produkte. Ein Gütekriterium ist dabei auch, die Herkunft nachverfolgen zu können, weshalb regionale Produkte und regionale Label (z. B. Geschützte Ursprungsbezeichnung, Geschützte Geographische Angabe) (vgl. Ermann 2005) eine besondere Rolle spielen.6

Im Zentrum steht also die Qualität der Nahrungsmittel bzw. ein ‚turn to quality‘ (Goodman 2003). Dieser ist u. a. eine Folge der im Zuge der diversen Lebensmittelskandale geänderten Nachfrage nach gesunden und hochwertigen Nahrungsmitteln und damit von Konsumentscheidungen, die nicht rein preisgeleitet sind. Entsprechende Forschungen nähern sich dem Thema deshalb im Vergleich zu den anderen beiden Varianten stärker von der Seite des Konsums (Goodman/Goodman 2009, 209; Barnett et al. 2010) (vgl. dazu auch Linnemann 2017; Krüger/Strüver 2017; Idies unveröffentlicht). Die Definition von „Qualität“ ist natürlich hochgradig kontextuell und kann unterschiedliche Faktoren wie Geschmack, Berücksichtigung von Tierwohl, ethischen Aspekten und agrarökologischen Anbauweisen, Regionalität, Abwesenheit von Zusatzstoffen und Gentechnik, hygienische Unbedenklichkeit von Produktion, Verarbeitung und Verpackung usw. umfassen.

(2) Die in diesem Aufsatz im Zentrum stehenden AFN stellen die zweite Variante dar (alternative Netzwerke), d. h. alternative Vertriebswege und Produktions-Konsumbeziehungen. Sie verstehen sich konkret als räumliche, ökonomische und soziale Alternative zu den konventionellen Lebensmittellieferketten.

(3) AFG sind nicht zwangsläufig alternativ im ökonomischen Sinne. Im Gegenteil handelt es sich meist um Unternehmungen, welche wie auch konventionelle Betriebe auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet sind und auf Lohnarbeit, privatem Eigentum sowie klassischen Finanzierungswegen basieren (Watts et al. 2005, 33). Da sie jedoch i. d. R. soziale und ökologische Ziele verfolgen, die über die rein ökonomische Existenzsicherung hinausgehen, können sie als „alternativ-marktbasiert“ bzw. einzelne Vertriebsformen wie beispielsweise Erzeugermärkte bzw. Farmers Markets auch als „alternative Märkte“ (Hinrichs 2000) bezeichnet werden. Lee spricht in diesem Zusammenhang von Betrieben, welche zwar innerhalb der Marktlogik agieren, jedoch außerhalb der kapitalistischen Norm der reinen Gewinnorientierung (Lee 2000, 138).

Es gibt jedoch auch AFN, die sich als Alternative Ökonomien verstehen, d. h. sich durch andere Formen von ökonomischen Transaktionen (z. B. Tausch, Schenkung), Arbeitspraktiken (z. B. unbezahlte Arbeit von Mitgliedern, gleicher Lohn für alle Mitarbeitenden), ökonomischen Organisationsformen (Kooperativen und Genossenschaften) und Finanzierungsformen (z. B. Direktkredite von Mitgliedern, Genossenschaftseinlagen, Crowdfunding) auszeichnen (vgl. auch Zademach 2014, 129 zu Austauschbeziehungen in einer vielfältigen bzw. diversen Ökonomie nach Gibson-Graham). Unter Rückgriff auf den Diverse-Economies-Ansatz (Gibson-Graham 2006; 2008; Gibson-Graham et al. 2013) werden z. B. Einkaufsgemeinschaften wie FoodCoops untersucht (Little, R. et al. 2010) oder die Idee und Praxis der 100-Miles-Diet (Harris 2009). Die Übergänge zwischen „alternativ-marktbasiert“ und „nicht-marktbasiert“ (oder auch „Alternative zum Markt“ vgl. Hinrichs 2000) sind dabei fließend.

3.2 Wie alternativ sind AFN?

Es ist also darauf zu achten, ob sich die Alternativität auf die Produkte, auf die Produktions-Konsum-Beziehungen oder aber die Formen der Arbeit und Betriebsorganisation beziehen. Im konkreten empirischen Fall können dabei alle drei Dimensionen von Alternativität – in unterschiedlicher Intensität – zusammenwirken. Der umfassende Sinn von Alternativität (in Bezug auf Produkt, Vertrieb, Arbeit) war insbesondere für die Anfänge von Alternativen Ernährungsnetzwerken oft ein Charakteristikum. Die analytische Unterscheidung hat sich jedoch angesichts der gestiegenen Nachfrage nach Bioprodukten als sinnvoll erwiesen. So werden mittlerweile einzelne Aspekte der AFN (z. B. Nahrungsmittelsicherheit und Gesundheit, Bio-, Regional- und Fair Trade-Produkte) durch konventionelle Produzent_innen und den Handel aufgegriffen. Zudem wird der höchste Umsatz von Bioprodukten inzwischen im konventionellen Handel erzielt (Bernzen 2014). Damit verbundene weitergehende Ziele wie z. B. existenzsichernde Löhne für Landwirt_innen, die Unterstützung kleinteiliger und nachhaltiger Landwirtschaft etc. werden jedoch nicht in gleichem Maße übernommen. Die problematischen sozio-ökonomischen Beziehungen und Produktionsbedingungen des derzeitigen Nahrungssystems werden somit ignoriert (Goodman/Goodman 2009). Watts et al. (2005, 30) wiesen bereits früh darauf hin, dass der alleinige Fokus auf die Qualität der Produkte und die Vernachlässigung der Netzwerke, welche diese in Umlauf bringen, die Systeme anfällig für die Vereinnahmung durch konventionelle Food Supply Chains mache. Dies degradiere sie zu reinen Nischenprodukten, welche den problematischen Trends im industriellen Nahrungsmittelsektor wenig entgegenzusetzen habe – und ihre Alternativität fraglich mache (Watts et al. 2005, 30). Sie schlagen deshalb vor, den konventionellen Food Supply Chains eigene, alternative Vertriebswege entgegenzusetzen (ebd.), eben jene AFN.

Doch auch ein Schwerpunkt auf AFN im engeren Sinne gewährleistet nicht, dass diese dem derzeitig dominanten Nahrungssystem strukturell etwas entgegensetzen können (oder wollen). Jonas (2013) folgend können alternative Betriebe in ihrem Verhältnis zu klassischen marktbasierten Aktivitäten nach ‚alternativ-ergänzend‘, ‚alternativ-substituierend‘ sowie ‚alternativ-oppositionell‘ differenziert werden (Jonas 2013, 34; vgl. auch Fuller/Jonas 2003). Die meisten AFN können nach dieser Klassifikation sicherlich als alternativ-ergänzend eingeordnet werden, da sie i. d. R. weiterhin unternehmerisch und marktorientiert arbeiten, allerdings wie erwähnt für spezielle Nischen-Märkte. Sie sind keineswegs grundsätzlich oppositionell bzw. anti-kapitalistisch oder substituierend. Allerdings weisen die meisten AFN Merkmale auf, die in verschiedene Kategorien fallen.

Hinsichtlich der Frage der Alternativität wird inzwischen zunehmend die Tendenz zur Selbstausbeutung sowie zu Ausgrenzungen in AFN kritisch diskutiert, eine Diskussion, die auch allgemein in Bezug auf Alternative Ökonomien bzw. Diverse Economies geführt wird (Jonas 2010). Kritisiert werden z. B. die Selbstausbeutung von Landwirt_innen in CSA (Galt 2013a), die gestiegene Arbeitsbelastung von Frauen in AFN (Som Castellano 2016), die „Whiteness“ bzw. Formen von Rassismus innerhalb von AFN (Slocum 2007; Guthman 2008b), sowie der Zusammenhang zu Gentrificationprozessen (Jarosz 2008, 234). Einige neuere Arbeiten beschäftigen sich insbesondere auch kritisch mit Geographien der (un- bzw. unterbezahlten) Arbeit in AFN, d. h. mit der Frage, wer unter welchen Bedingungen die Arbeit erbringt (Mincyte/Dobernig 2016; Biewener 2016; Sbicca 2016). Die Frage der Arbeitsbedingungen bietet Anschlüsse zu neueren Debatten um Ernährungsgerechtigkeit bzw. Food Justice, welche die Forderung nach Zugang zu gutem Essen für alle unabhängig von Einkommen, Herkunft und Bildung und nach demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten mit der nach fairen Arbeitsbedingungen im Nahrungsmittelsektor verbinden (Allen 2010; Gottlieb/Anupama 2013; Rosol 2015). So wird insbesondere in den USA die diskursive und materielle Verbindung von good food und good jobs (im gesamten Nahrungsmittelsektor, d. h. in Produktion, Verarbeitung, Einzelhandel, Gastronomie etc.) sowie die Zusammenarbeit von food und labour movement zunehmend diskutiert (Myers/Sbicca 2015).

3.3 Geographien Alternativer Ernährungsforschung

Im Zusammenhang mit der Frage der „Alternativität“ entwickelte sich zudem eine differenzierte Geographie der AFN-Forschung, welche wie eingangs erwähnt auf die USA und Europa fokussiert: So bezieht sich, wie im Folgenden etwas genauer erläutert, der Begriff der „Alternativität“ in Europa eher auf das Produkt und in Nordamerika eher auf die Produktionsbedingungen und -netzwerke (Harris 2009, 56). In anderen Worten: während Forschungen aus den USA, oft in enger Kooperation zwischen Akademiker_innen und Aktivist_innen, AFN stärker als soziale (oppositionelle) Bewegungen ansehen und ihr gesellschaftliches Transformationspotenzial anhand ihrer sozialen und politischen Ziele und Praxis analysieren bzw. kritisieren (z. B. Allen et al. 2003; Guthman 2004, vgl. auch Reiher/Sippel 2015), fokussieren die Forschungen aus Europa sehr viel stärker auf die potenzielle Wirtschaftlichkeit von AFN.

Als Reaktion auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft werden in Europa seit Mitte der 1990er Jahre die Intensivierung regionaler Wirtschaftskreisläufe und eine nachhaltige Regionalentwicklung, z. B. über die Förderung von Regional- und Bioprodukten, als innovative Ansätze für ländliche Regionen entdeckt bzw. empfohlen und untersucht (z. B. Bätzing/Ermann 2001; Ermann 2015). Die damit verbundene Hoffnung ist, dass sich marginalisierte landwirtschaftlich geprägte Regionen über das Angebot von hochwertigen, regionalen und Bioprodukten und ländlichen „Gastro-“ Tourismus „neu erfinden“ können (Murdoch et al. 2000, 108). Die Potentiale von AFN für die ländliche Regionalentwicklung sind der Gegenstand vieler europäischer Studien zu AFN, insbesondere aus den Niederlanden, dem UK und Irland (Ilbery/Kneafsey 1999; Ilbery/Maye 2005; Marsden/Smith 2005; Wiskerke 2009; Little, J. et al. 2012). Über die Besetzung von Nischenmärkten soll ein größerer Teil der Wertschöpfung bei den Produzent_innen verbleiben bzw. neue Quellen für Wertschöpfung erschlossen werden. Auftrieb bekam dieses Thema durch Veränderungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, welche seit 1999 auch einen integrierten Ansatz zur ländlichen Entwicklung verfolgt und damit potentiell auch AFN fördert (Ilbery/Maye 2005). Dass AFN in diesem Sinne inzwischen „markt-gängig“ sind, wird entsprechend eher als Erfolg denn als Problem angesehen (Goodman/Goodman 2009, 213–216).

Vor allen in den USA wird die marktbasierte Basis von AFN, die i. d. R. auf individuelle Kaufentscheidungen setzen, hingegen kritisiert. Eine solche Strategie reduziere politische bzw. gesamtgesellschaftliche Fragen auf Konsumentscheidungen und Individuen auf Konsument_innen (Watts et al. 2005). Zudem funktionieren sie über „attribution of individual blame“, wenn die ‚falschen‘ Kaufentscheidungen getroffen werden (Jackson et al. 2009, 12; basierend auf den Überlegungen von Young 2003; vgl. auch Young 2011).7 Weil sie zudem oft für Geringverdiendende nicht bezahlbar sind, schaffen sie eine exklusive Nische für Gutverdienende, statt das Recht auf gesunde und gute Ernährung und faire Arbeitsbedingungen für alle einzufordern. Dazu wären andere Maßnahmen notwendig wie z. B. staatliche Regulierungen zu Arbeitsrecht oder Umweltauflagen für landwirtschaftliche Betriebe. Der massive Einstieg von Großunternehmen in die inzwischen lukrativen Biomärkte, die sogenannte „Konventionalisierung von Bioprodukten“ (für Kalifornien vgl. Guthman 2004, für Österreich vgl. Grünewald 2015), zeigt die Grenzen dieser konsumbezogenen Politiken auf, welche die sozialen Verhältnisse von Produktion und Konsum vernachlässigen (vgl. auch Goodman/Goodman 2007).

3.4 Die „local trap“

Wie in Abschnitt 2 erläutert, versuchen AFN mit ihrem Fokus auf short food supply chains und räumlicher Nähe zwischen Produktion und Konsum die derzeitigen Produktions- und Konsumverhältnisse ökologischer und sozialer zu gestalten. Eine entsprechend hohe Bedeutung wird der lokalen bzw. regionalen Versorgung eingeräumt. Ein wichtiger Kritikpunkt besagt jedoch, dass AFN und die (Re-)Orientierung auf die regionale bzw. lokale Maßstabsebene8, die z. T. als Reaktion auf die Konventionalisierung von Bioprodukten erfolgte (Goodman/Goodman 2007), keineswegs fortschrittlich sein muss, dem industriellen Ernährungssystemen nicht zwangsläufig entgegensteht und ebenfalls exklusiv wirken kann (Jarosz 2008, 233; vgl. auch Ermann 2015). Zum Teil gehe mit dieser Privilegierung der lokalen Ebene ein sogenannter „defensive localism“ (Winter 2003b) einher, d. h. die Abgrenzung von privilegierten Orten nach außen. Dies verdecke sozio-ökonomische Ungleichheit und Interessenkonflikte innerhalb eines Ortes bzw. einer Region (Hinrichs 2003).

Goodman und Goodman kritisieren die europäischen Forschungen zum regionalen Entwicklungspotenzial von AFN nicht nur, wie oben gezeigt, weil diese soziale Machtbeziehungen vernachlässigen. Sie problematisieren auch die den europäischen Ansätzen zugrundeliegende unhinterfragten Annahme der lokalen/regionalen Ebene als gegeben, was wichtige humangeographische Erkenntnisse zu den Politiken von Ort (place) und geographischer Maßstabsebene (scale) ignoriere (Goodman/Goodman 2009, 216). Sie verweisen u. a. auf die Kritik von Doreen Massey an einem introvertierten, ausschließenden, begrenzten Verständnis von place (Massey 1991). Nicht zuletzt wird die Region bzw. werden geographische Ursprungsbezeichnungen inzwischen nicht nur von großen Supermarktketten entdeckt, sondern durchaus auch von konventionellen Nahrungsmittelproduzenten, die gleichzeitig sowohl auf die regionale Herkunft verweisen als auch in globale Produktionsnetzwerke eingebunden sind und für den Weltmarkt produzieren (vgl. z. B. für die deutsche Schweinefleischwirtschaft Klein/Tamásy 2016). Insofern sei die Bezeichnung „lokal/regional“ ebenso kommodifizierbar wie das Label „bio“ (Goodman/Goodman 2007).

Born und Purcell nennen in ihrem einschlägigen Aufsatz die Annahme, dass die lokale Ebene ‚von Natur aus gut sei‘, eine „local trap“ (Born/Purcell 2006). Sie zeigen dazu empirisch, dass die positiven Charakteristika, die allgemein der lokalen Ebene zugeschrieben werden, nicht in jedem Fall zutreffen. So wird auf lokaler Ebene nicht automatisch umweltfreundlicher produziert (da der alleinige Fokus auf Transportwege die Umweltkosten lokaler Produktion wie z. B. erhöhten Wasser- und Energiebedarf ignoriert und lokaler Anbau nicht automatisch ökologischer Anbau ist), sind die Lebensmittel sind nicht per se von höherer Qualität und frischer (da die Frische v. a. vom schnellen Transport und der ununterbrochenen Kühlkette abhängt, welche ggfs. von größeren Betrieben besser organisiert werden kann) und sind die Arbeitsbedingungen nicht automatisch fair (vgl. auch Tregear 2011, 425–426). Selbst lokale/regionale Ernährungssysteme, welche biologische Nahrungsmittel produzieren, können auf industrieller Landwirtschaft basieren und Arbeiter_innen ausbeuten. Ilbery und Maye zeigen in einer empirischen Studie zu spezialisierten Nahrungsmittelproduzent_innen aus dem UK, dass diese keineswegs per se besonders nachhaltig produzieren9, weshalb sie ebenfalls davor warnen, „to conflate terms such as ‚local’, ‚alternative’, ‚speciality’ and ‚sustainable’.“ (Ilbery/Maye 2005, 334).

Auf theoretischer Ebene kritisieren Born und Purcell zweitens die Gleichsetzung einer einzelnen Maßstabsebene (der lokalen) mit bestimmten normativen Zielen (z. B. mit Nachhaltigkeit, Gesundheit, Gerechtigkeit, Demokratie, Vertrauen etc.). Sie kritisieren, dass Lokalisierungsstrategien das Problem des derzeitigen Nahrungssystems auf einer bestimmten Ebene (der globalen) verorten und eine andere Ebene (die lokale) zur Adressierung dieses Problems anbietet. Das industrialisierte Nahrungsmittelsystem sei jedoch kein skalares Problem, sondern die Folge eines bestimmten Wirtschafts- und politischen Systems und sei von Entwicklungen auf ganz unterschiedlichen Maßstabsebenen geformt. In der Konsequenz führe die Fokussierung auf eine einzige Maßstabsebene zudem dazu – und dies ist die dritte, politische Kritik von Born und Purcell –, dass Handlungsmöglichkeiten auf anderen Maßstabsebenen (z. B. die nationalstaatliche Regulierung der Landwirtschaft, Einführung bzw. Erhöhung von Mindestlöhnen etc.) vernachlässigt und verdeckt werden (vgl. auch Harvey 1996; Guthman 2008a; Allen 2010).

Die Kritik an der „local trap“ bedeutet im Übrigen keinesfalls, dass lokale Produktion und lokaler Konsum insgesamt problematisch seien oder dass lokale Ernährungsinitiativen und -netzwerke nicht auch eine wichtige Rolle für strukturelle Veränderungen spielen können. Lokalisierung kann zu mehr Gerechtigkeit usw. führen, je nachdem welche Ziele vorangebracht werden als Resultat dieser Strategie. Der entscheidende Punkt ihrer Kritik ist, dass das Erreichen der normativen Ziele v. a. von politischen Entscheidungen abhängt, nicht von der Maßstabsebene.

3.5 Die Frage der Embeddedness

Inzwischen geraten nach einer ersten Generation der AFN-Forschung, die eher als Innenbetrachtung bezeichnet werden kann und welche AFN v. a. von konventionellen Food Supply Chains (FSC) abzugrenzen suchte, mehr und mehr die Diversität von Produktions-, Anbau- und Vertriebsmethoden, der Kontext von AFN (staatliche Regulationen, Wettbewerbssituation etc.) sowie die vielfältigen Beziehungen mit konventionellen FSC und die gegenseitige Durchlässigkeit ins Blickfeld. Maye et al. sprechen entsprechend von einem wichtiger werdenden „relational approach to AFNs“ (Maye et al. 2007a, 16). Eine wichtige – und letztlich doch wenig überraschende – Erkenntnis dieser zweiten Phase der AFN-Forschung seit etwa Mitte der 2000er Jahre ist, dass AFN und konventionelle Food Networks (FN) weit weniger klar abgegrenzt und dichotom sind als zunächst dargestellt. Viele alternative Nahrungsmittelproduzenten nutzen z. B. auch konventionelle Zulieferer, Verarbeitungsbetriebe und Vertriebswege und beliefern konventionelle Großkund_innen (für einen Überblick vgl. Tregear 2011, 423; vgl. auch Sonnino/Marsden 2006; Ilbery/Maye 2005). Ilbery und Maye sprechen deshalb auch von „hybrid food geographies“ (Ilbery/Maye 2005, 342).

Ein Versuch einer Theoretisierung von AFN greift auf den aus der Wirtschaftssoziologie stammenden und inzwischen auch in der Wirtschaftsgeographie bedeutsamen, von Polanyi geprägten Begriff der Einbettung bzw. Embeddedness zurück (so z. B. Hinrichs 2000; Murdoch et al. 2000; Sonnino/Marsden 2006). Die Wirtschaftssoziologie betont, dass Märkte entgegen neoklassischer Vorstellungen sozial strukturiert und mit kulturellen Normen und Bedeutungen aufgeladen sind. Wirtschaftliches Verhalten ist entsprechend ebenfalls „eingebettet“ und wird durch ein komplexes Gefüge sozialer Beziehungen vermittelt (Granovetter 1985; vgl. auch Hess 2004). AFN geht es vielen Einschätzungen zufolge um die Wiedereinbettung von Nahrungsproduktion und -konsum in ihren sozialen, geographischen, kulturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Kontext, vermittelt über soziale Beziehungen, die auf Vertrauen, Reziprozität und direktem Kontakt basieren (Goodman/Goodman 2009; Hinrichs 2000).

Allerdings ist eine Einbettung ökonomischer Aktivitäten keineswegs nur ein Kennzeichen alternativer Ökonomien oder gar die Antithese zum Markt (Hinrichs 2000, 296; empirisch für die regionale Einbettung der konventionellen Schweinefleischwirtschaft vgl. Klein/Tamásy 2016). Im Gegenteil, das Anliegen Polanyis und Granovetters (1985) war es, darauf hinzuweisen, dass jedwede wirtschaftliche Aktivität sozial eingebettet ist, sowohl in marktwirtschaftlich organisierten als auch in vormarktwirtschaftlichen Gesellschaften (siehe auch Krippner 2001 für eine Kritik an einem verkürzten Verständnis sowohl von Embeddedness als auch von Märkten). Zudem zeigt eine empirische Studie von Galt, dass soziale Einbettung von AFN z. B. keineswegs (Selbst-)Ausbeutung verhindert (Galt 2013a). Deshalb sei es nicht ausreichend, auf Einbettung allgemein zu verweisen oder sie gar mit „Alternativität“ gleichzusetzen, sondern es müssten spezifische Grade und Qualitäten von Einbettung genauer untersucht werden, unterschiedliche Arten von Netzwerken und deren Entwicklung bzw. Evolution identifiziert und geklärt werden, wie in diesen Netzwerken unterschiedliche Austauschbeziehungen zum Tragen kommen (Murdoch et al. 2000, 116). Zudem müssten geographische Unterschiede in Bezug auf Regulationen, Anbautraditionen, Struktur der Nahrungsmittelindustrie sowie Verbraucheransprüche bzw. -bewusstsein herausgearbeitet werden.

Insgesamt hilft das Konzept der Embeddedness, die verschiedenen Faktoren wie Lieferketten, involvierte Akteure, das Marketing, die Bedeutung von Vertrauen und Netzwerken sowie die Beziehung zwischen Produkt und Raum im Kontext zu untersuchen. Sonnino und Marsden schlagen deshalb vor, nicht nur die soziale, regulatorische und institutionelle, sondern auch die räumliche Einbettung von AFN zu untersuchen (Sonnino/Marsden 2006, 189 ff.). Dies bringe dann auch die Verflechtungen mit dem konventionellen Ernährungssystem und insgesamt die „competing agri-food geographies operating in the same region“ bzw. die Einbettung in sowohl alternative als auch konventionelle Netzwerke und Lieferbeziehungen (Sonnino/Marsden 2006, 196, Hervorhebung im Original) stärker in den Blick (vgl. auch Sage 2003; Ilbery/Maye 2005).

4 (Wirtschafts-)Geographien Alternativer Ernährung: ein Ausblick

Angesichts der eingangs benannten problematischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen des derzeitigen Ernährungssystems ist eine Auseinandersetzung mit Geographien alternativer Ernährung von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Im Zentrum dieses Aufsatzes stand die Verortung von Alternativen Ernährungsnetzwerken innerhalb der Debatten um Geographien alternativer Ernährung sowie Alternativer Ökonomien. Alternative Ernährungssysteme bieten seit längerem ein Experimentierfeld für Ansätze Alternativer Ökonomien, seien es genossenschaftlich oder als solidarische Ökonomien organisierte Betriebe oder auch das auf Tausch und Schenkung basierende nicht-kommerzielle foodsharing. Nicht zuletzt wird ein Großteil der ernährungsbezogenen Arbeit unbezahlt geleistet.

Es wurde jedoch gezeigt, dass Alternative Ernährungsnetzwerke nicht zwangsläufig mit alternativen Ökonomien gleichzusetzen sind, sondern sich ihre ‚Alternativität‘ zunächst über die Dimensionen der Vertriebswege, konkret der Short Food Supply Chains definiert. Oft treten anderen Dimensionen von Alternativität hinzu, d. h. es werden z. B. biologisch produzierte Produkte angeboten und die Produktion ist ebenfalls alternativ organisiert z. B. in Form einer Solidarischen Landwirtschaft. Der starke Zusammenhang zwischen den verschiedenen Dimensionen von Alternativität war insbesondere in den Anfängen meist ein Charakteristikum von AFN, wird jedoch angesichts der gewachsenen Lukrativität von Bio- und Regionalprodukten und dem entsprechend gestiegenen Interesse des konventionellen Handels inzwischen schwächer. Als Reaktion auf diese Konventionalisierung werden aktuell wieder verstärkt neue Formen des direkten Austausches zwischen Erzeuger_innen und Konsument_innen entwickelt, bei denen in Zeiten der Digitalisierung auch online-Plattformen eine zunehmende Rolle spielen. Politisch wird die Frage der direkten Versorgung von Städten mit frischen und gesunden Nahrungsmitteln aus dem Umland aktuell von den sich seit 2016 auch in deutschen Großstädten gründenden Ernährungsräten (inspiriert von den nordamerikanischen und britischen Food Policy Councils) aufgegriffen. Alternative Ernährungsnetzwerke und damit verbundene Fragen sowie die Spannungen zwischen den Polen ‚alternativ-marktbasiert‘ versus ‚Alternative zum Markt‘ spielen folglich weiterhin eine wichtige Rolle, sowohl in der Forschung als auch in der Praxis.

Zu dieser Auseinandersetzung hat die Wirtschaftsgeographie einiges beizutragen. Abschließend möchte ich deshalb einige wirtschaftsgeographisch inspirierten Forschungsfragen und Forschungsaufträge skizzieren, welche sich aus den bisherigen Darstellungen ergeben oder aber eine Weiterentwicklung und Neuorientierung darstellen:

  1. 1.Zunächst gibt es weiterhin empirischen Forschungsbedarf hinsichtlich der realen und potentiellen sozialen und ökonomischen Konsequenzen (und Vorzüge) von AFN und insbesondere der Bedeutung lokaler bzw. regionaler Nahrungssysteme und Ökonomien für die regionale Entwicklung. So existiert trotz der kritischen Erkenntnisse aus der humangeographischen scale-Forschung und der Kritik der „local trap“ vielfach immer noch die falsche Gleichsetzung von scale und sozialen, ökonomischen und ökologisch erwünschten Ergebnissen, erwartetem Verhalten und Eigenschaften von Nahrung. Gleichzeitig bietet eine partielle Regionalisierung städtischer Ernährungssysteme wichtige Potentiale, die es genauer zu untersuchen gilt.
  2. 2.Tregear mahnt zudem eine Begriffsschärfung an, d. h. letztlich eine theoretische Ausarbeitung der Konzepte, welche der AFN-Forschung zugrunde liegen (Tregear 2011). So stellt sich weiterhin die Frage, wie unter den gegebenen sozialen, politischen und ökonomischen Bedingungen und insbesondere der aktuellen Kommodifizierung ethischer Werte alternative Ökonomien wie AFN überleben können und was dies für ihren transformatorischen bzw. ‚alternativen‘ Anspruch bedeutet (Goodman et al. 2013). Welche Geographien zeigen sich dabei hinsichtlich der Wirkungen von AFN als Gegenbewegung oder aber Innovation des krisenhaften Systems (Sonnino/Marsden 2006, 191)? Welche Beziehungen bestehen zwischen Wertschöpfung und Arbeit in AFN? Um zu klären, inwieweit es sich bei AFN um alternative und vielfältige Ökonomien handelt, muss auch untersucht werden, inwiefern sie ihre Rolle darin sehen, die Machtverhältnisse in FSC aufzubrechen und zu verändern, und so über eine reine Nischenökonomie hinausweisen und ein „more heterodox agri-food paradigm“ (Sonnino/Marsden 2006, 194) mit herbeiführen können. Dazu sind insgesamt die Beziehungen zwischen alternativem und konventionellem Nahrungssektor und die Möglichkeiten umfassender agrarwirtschaftlicher Transitionen zu untersuchen (vgl. Tamásy 2013).
  3. 3.Anstelle eines Fokus auf einzelne Produzent_innen wären dazu v. a. umfassende Netzwerkanalysen notwendig, welche über Fallstudien hinausgehen und tatsächlich auch die regionale und ökonomische Governance der Räume untersuchen (Watts et al. 2005). Dazu bietet die relationale Wirtschaftsgeographie hilfreiche Ansätze. Die Potentiale von Netzwerkanalysen und einer fundierten Betrachtung von Embeddedness sind m. E. bisher nicht ausgeschöpft. So sind die Durchlässigkeit und (Wettbewerbs-)Beziehungen zwischen AFN und konventionellem Nahrungsmittelsystem und die Rolle der öffentlichen Hand und politischer Regulation (z. B. durch die EU-Agrarpolitik) noch unzureichend erforscht. Dazu gehört auch die Analyse und Bedeutung von politischer Regulation der Nischenmärkte, in welchen AFN entstehen, sich verändern und entwickeln (Sonnino/Marsden 2006). Zudem besteht die Forderung nach stärkerem Einbezug der Konsumseite (Goodman/Goodman 2007; Tregear 2011). Wiskerke betont, dass neben AFN auch der öffentliche Sektor sowie städtische Ernährungsstrategien (vgl. Kropp/Müller 2017 sowie Linnemann 2017) eine größere Rolle für die Erforschung und Praxis der AFG sowie für die Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung spielen sollten (Wiskerke 2009).
  4. 4.Hinsichtlich der Potentiale für eine ökologische bzw. nachhaltige Entwicklung bietet sich ein stärkerer Dialog mit der ökologisch orientierten Wirtschaftsgeographie bzw. Environmental Economic Geography (EEG)(Gibbs 2006; Soyez/Schulz 2008; Hayter 2008) an. Ein direkter Bezug zur EEG findet sich in der Literatur zu AFN meinem Kenntnisstand nach bisher nicht. Hier besteht das Potential, das Feld der EEG über einen Fokus auf Agri-Food-Studies bzw. AFN substanziell voranzubringen.
  5. 5.Während in der EEG oft wachstumsbejahende Ansätze vertreten werden, versteht sich das Konzept des Post-Wachstums dezidiert als Wachstumskritik (Latouche 2010; Schulz 2012). Als Beispiele für eine Politik von Suffizienz wird darin, neben Mobilität und Wohnen, insbesondere Ernährung ins Feld geführt (so z. B. in Schneidewind/Zahrnt 2013). Auch Schulz sieht Fragen der Nahrungsmittelproduktion sowie von Konsummustern (neben z. B. Transport- und Energiefragen) als zentrales Forschungsfeld für wirtschaftsgeographische Postwachstumsforschungen (Schulz 2012; Schmitt/Schulz 2016). Noch gibt es jedoch wenig Bezug der AFN-Forschung auf das noch recht junge Konzept des Postwachstums, sodass hier weitere Forschungspotentiale gegeben sind (vgl. auch Kropp/Müller 2017, Fladvad 2017 sowie Linnemann 2017).
  6. 6.Ebenfalls noch wenig in der Literatur diskutiert werden schließlich die Auswirkungen der Finanz-und Wirtschaftskrise seit 2008 auf AFN. Die Suche nach Verwertungs- und Anlagemöglichkeiten führt zum zunehmenden „landgrabbing“ auch im Globalen Norden und damit einer weiteren Verteuerung von Agrarland (Ouma 2014; Visser et al. 2015; Sippel et al. 2016). Dies bedroht z. T. die Existenz, zumindest aber den weiteren Ausbau von extensiver, ökologischer Landwirtschaft. Hier bieten sich weitere Anschlüsse u. a. zur Finanzgeographie.
Danksagung

Ich danke Sabine Dörry, Anke Strüver, Hanna Augustin und Benno Fladvad für ihre wertvollen Hinweise.

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Footnotes

1

Weiterhin führt er u. a. die Nutzung von Netzwerksansätzen zur Erfassung von komplexen Produktions-Konsum-Verhältnissen, sowie die „follow the thing/commodity“-Studien (Cook 2006) an.

2

Vgl. zu AFI auch den Beitrag von Kropp/Müller (2017).

3

Dass mit diesem produktionsorientierten Ansatz die Bedürfnisse von Konsument_innen ohne die entsprechende Kaufkraft ignoriert werden, wird weiter unten kritisch diskutiert, vgl. auch die Kritik von Goodman und Goodman (2007).

4

Inzwischen ist ein ‚Verlassen der Nische‘ bzw. die Konventionalisierung ähnlich dem Bioproduktbereich auch im Fair-Trade Sektor feststellbar, besonders augenfällig seit der umstrittenen Einführung eines eigenen Fairtrade-Siegels durch den Discounter Lidl im Jahr 2006 (Kister 2013; Kleine 2010; für eine allgemeine Kritik an der Konventionalisierung vgl. auch Goodman/Goodman 2009, 216–219; Bryant/Goodman 2004; Maye et al. 2007a, 8; Ermann 2015).

5

Die Kritik richtet sich v. a. gegen eine industrielle und Intensiv-Landwirtschaft (mit den Problemen von Monokultur, Pestizid- und Nitratbelastung, Exportorientierung, Patentierung von Saatgut und Hybridsaatgut, welches nicht für den Nachbau geeignet ist, Verschwendung und Zerstörung von Ressourcen wie Land und Wasser, Umweltzerstörung und -verschmutzung, Klimawandel, Verlust von Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit, Insektensterben), die starke Verarbeitung von Nahrungsmitteln und der Anreicherung mit künstlichen Zusatzstoffen, fehlende staatliche Regulierung sowie die enorme (Macht-)Konzentration der transnationalen Nahrungsmittelkonzerne (inkl. Saatgut- und Chemieindustrie – Düngemittel/Pestizide/GMO), Großhändler, Nahrungsmittelverarbeitung, Lebensmitteleinzelhandel) welche einen starken Preisdruck auf Landwirt_innen erzeugen (für einen Überblick vgl. u. a. Wiskerke 2009; Galt 2013b; Strüver 2015, Reiher/Sippel 2015).

7

Vgl. dazu auch die Beiträge von Fladvad 2017 sowie Idies unveröffentlicht.

8

In der englischsprachigen Literatur wird i. d. R. von local scale, localization, local products etc. gesprochen. Bei genauerer Betrachtung der dabei angegebenen Distanzen und räumlichen Bezüge (z. B. 100-mile-diet mit einem Radius von 160 km) müsste jedoch eher von Regionalisierung und Regionalprodukten die Rede sein, wie es im deutschsprachigen Raum üblich ist.

9

Nachhaltigkeit wird in ihrer Studie allerdings in einem sehr weitgehenden und anspruchsvollen Sinne operationalisiert.

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