Thomas Niehr, Jörg Kilian & Martin Wengeler (Hg.). 2017. Handbuch Sprache und Politik in 3 Bänden. (Sprache – Politik – Gesellschaft 21.1–21.3). Bremen: Hempen. 1227 S.

and Georg Weidacher
ThomasNiehr, JörgKilian & MartinWengeler (Hg.). 2017. Handbuch Sprache und Politik in 3 Bänden. (Sprache – Politik – Gesellschaft 21.1–21.3). Bremen: Hempen. 1227 S.

Die Herausgeber des bei Hempen in der Reihe „Sprache – Politik – Gesellschaft“ erschienenen „Handbuchs Sprache und Politik“ haben sich das Ziel gesetzt, „[...] den erarbeiteten deutschsprachigen Forschungsstand zum Zusammenhang von Sprache und Politik aus linguistischer Sicht zusammenzufassen“ (Bd. 1, Vorwort, S. VII).1 Dieses Vorhaben ist – so viel vorweg – erfolgreich umgesetzt worden. Nicht nur die schiere Anzahl der Beiträge, der die nicht nur für den Verlag, sondern auch für die Bequemlichkeit des Lesers vorteilhafte Aufteilung des Handbuchs auf drei Bände geschuldet ist, beeindruckt. Auch die thematische Breite und die durchwegs hohe Qualität der Beiträge vermag zu überzeugen.2

Band 1 beinhaltet neben dem Vorwort die Themenbereiche „Geschichte der Politolinguistik“ (Kap. 1), „Forschung zu Sprache und Politik in Nachbardisziplinen“ (Kap. 2) und „Linguistische Methoden und Beschreibungsebenen“ (Kap. 3). In dem Band werden somit die Grundlagen dieses Teilbereichs der Sprachwissenschaft sowie seine Verbindung mit bzw. Abgrenzung von anderen Wissenschaftszweigen, die sich auch mit Politik und politischer Kommunikation befassen, dargestellt.

Besonders wichtig sind die drei Beiträge in Kap. 1 (Efing, 1.1.; Kienpointner, 1.2.; Dieckmann, 1.3.), da sie trotz oder vielleicht eher wegen ihrer Heterogenität im Zugang zum Gegenstand zusammen die Herausbildung der Politolinguistik als Forschungsgebiet aus einander ergänzenden Perspektiven sehr fundiert darstellen. Insbesondere Beitrag 1.1. beschreibt von einer varietätenlinguistischen Position aus überzeugend die Problematik, der eine linguistische Analyse politischer Sprache oder vielmehr politischen Sprachgebrauchs gegenübersteht, wenn es um die Gegenstandsbestimmung geht.

Die Beiträge in Kap. 2 tragen der prinzipiellen Notwendigkeit eines interdisziplinären Zugangs zum Thema Rechnung. Schließlich könnte man die Politolinguistik als eine Bindestrichlinguistik bezeichnen, wenn sich in ihr auch nicht nur eine andere wissenschaftliche Disziplin, nämlich die Politologie, mit der Sprachwissenschaft verbindet, wie z. B. im Falle der Psycholinguistik die Psychologie. Vielmehr finden sich Forschungen zu Sprache und Politik in mehreren Nachbardisziplinen der Linguistik, nämlich in Politikwissenschaft (Patzelt, 2.1.), Soziologie (Keller, 2.2.), Wirtschaftswissenschaft (Brodbeck, 2.3.) und in der Politrhetorik (Knape, 2.4.), die ohnehin der Vorläufer linguistisch-pragmatischer Ansätze der Politolinguistik ist (siehe auch 1.2.) und dieser damit besonders nahesteht, und Geschichtswissenschaft (Mergel, 2.5.). Zu Überlappungen mit der Politolinguistik, wie sie in diesen Beiträgen beschrieben werden, kommt es z. B. im Rahmen diskursanalytischer Ansätze in der Soziologie (2.2.) und der Geschichtswissenschaft (2.5.), wobei Letztere außerdem im Falle der Erforschung von Begriffsgeschichten (2.5., S. 130–137) von der historischen Semantik profitieren kann und vice versa. Ein wenig fehlt dem Rezensenten in diesem Kapitel ein Beitrag zur Psychologie, deren Erforschung z. B. massenpsychologischer Phänomene oder von Emotionalisierung in Wahlkämpfen auch für die Politolinguistik relevant ist. Auch wäre vielleicht interessant gewesen, inwieweit sich die politische Philosophie mit Sprache und Kommunikation befasst hat bzw. es aktuell tut. Anzumerken ist hier allerdings, dass zumindest Teile dieses Bereichs in den Beiträgen zur Politikwissenschaft (2.1.) und zur Politrhetorik (1.2. u. 2.4) aufgehoben sind.

Die ersten vier Beiträge in Kap. 3 befassen sich mit dem – lange Zeit wohl dominierenden – Thema der Politolinguistik, mit der politischen Lexik. Durch die Erläuterung funktional orientierter (Niehr, 3.1.), korpusanalytischer (Ziem, 3.2.), frame-analytischer (Busse, 3.3.) und metaphernanalytischer (Drommler, 3.4.) Ansätze wird dieser Bereich umfassend abgedeckt. Dass es vor allem zwischen den Beiträgen von Ziem (3.2.) und Busse (3.3.) zu gewissen Redundanzen kommt, ist einerseits wohl unvermeidlich, andererseits der Darstellung unterschiedlicher Zugänge zu einem Thema – in diesem Fall Frames in der Politik – geschuldet und daher nicht negativ zu bewerten. In diesem Zusammenhang sei auch angemerkt, dass ein vor der Lektüre vermuteter anderer Fall von Redundanz, nämlich der bei der Behandlung des Themas „Metaphern in politischer Kommunikation“ durch die Beiträge von Drommler (3.4.) und Musolff (Bd. 2, 4.1.3.), von den Autoren sehr geschickt vermieden wird. Die beiden Beiträge überschneiden sich nur im Notwendigsten, fokussieren ansonsten aber andere Aspekte und ergänzen einander so hervorragend.

Die Beiträge von Lüger, Wengeler und speziell Liedtke (3.5.–3.7.) fokussieren von einem argumentationstheoretischen bzw. pragmalinguistischen Standpunkt aus sprachliches Handeln im Kontext der Politik, während Stein (3.8.), Gotsbachner (3.9.) und Spitzmüller (3.10.) den zumindest möglichen Beitrag von Text-, Gesprächs- und Diskursanalyse zur Politolinguistik erläutern. Hervorzuheben ist hier die Aktualität der in diesen Kapiteln präsentierten Darstellungen. So berücksichtigt z. B. Stein auch linguistische Forschungen zu Textsortenbeziehungen und Textsortenvernetzungen und damit ein eher neueres und gerade auch für die Politolinguistik relevantes textlinguistisches Thema. Gesondert zu erwähnen ist noch der letzte Beitrag des ersten Bandes von Sascha Michel: „Multimodale Analyse“ (3.11.). Multimodalität spielte auch schon früher in der politischen Kommunikation eine wichtige Rolle – man denke nur an den Einsatz von Reden begleitender Gestik oder an die Bebilderung von Flugblättern (vgl. Bd. 2, 4.3.6.). Durch den Einsatz des Fernsehens und der Neuen Medien für Propaganda und politische Diskussionsprozesse oder für die Vermittlung politischer Inhalte ist die Bedeutung multimodalen Kommunizierens jedoch noch immens gewachsen, was von der Politolinguistik zu berücksichtigen ist und was von ihr auch schon berücksichtigt wurde, wie Michel in seinem Beitrag sehr sachkundig und fundiert darstellt.

Diese Beiträge, die in Kap. 3 zusammengefasst sind, behandeln die theoretischen Grundlagen für die in Band 2 des Handbuchs vorgestellten konkreteren Forschungsgegenstände der Politolinguistik bzw. der dazu durchgeführten empirischen Arbeiten. Der hier gewährte Überblick ist, soweit dies angesichts der Vielfalt politolinguistischen Forschens möglich ist, umfassend und jedenfalls sehr umfangreich. Der Aufbau des Bandes insgesamt und der einzelnen Unterkapitel ist gut nachvollziehbar. Nur das Inhaltsverzeichnis – eine sicher etwas pingelige Kritik – ist im Gegensatz zu dem der anderen Bände zumindest auf den ersten Blick ziemlich unübersichtlich geraten, was auch daran liegt, dass der zweite Band nur aus dem in Unterkapitel unterteilten Großkapitel 4 besteht.

Wenn man jedoch genauer hinsieht, erkennt man das schlüssige Prinzip des Aufbaus dieses Kapitels bzw. Bandes: Jedem der vier Unterkapitel ist ein allgemein gehaltener Beitrag vorangestellt, in dem der jeweilige Forschungsgegenstand im Überblick skizziert wird, zu dem die einzelnen Beiträge dann bisher geleistete empirische Forschungsarbeiten zu konkreteren Themen vorstellen. So erläutern Felder und Jacob (4.1.) den für die Politolinguistik relevanten Begriff des Diskurses und stellen die wichtigsten Ansätze politolinguistischer Diskursanalyse vor, während Tereick (4.1.1.), Böke (4.1.2.), Musolff (4.1.3.) und Januschek (4.1.4.) sich mit den konkreten diskursanalytisch orientierten Themen „Risikodiskurse“, „Moralische Diskurse“, „Metaphern in Diskursen“ und „Akteure/Institutionen“ befassen. Auf diese Weise erhält man einen sicher nicht vollständigen, aber sehr informativen Überblick über diesen Themenbereich.

Dasselbe positive Urteil kann bezüglich der anderen Unterkapitel gefällt werden. In Kap. 4.2. (Meer) wird die Beschäftigung mit Gesprächssorten, wie z. B. politischen Interviews (Düring, 4.2.2.), angesprochen und in Kap. 4.3. geht es um politische Textsorten wie Parteiprogramme (Klein, 4.3.4.) oder Reden (König, 4.3.5.). Dabei wird der Textsortenbegriff neueren textlinguistischen Ansätzen entsprechend weiter gefasst, indem auch multimodale Kommunikate unter ihn subsumiert werden, so z. B. Wahlplakate (Pappert, 4.3.1.) und Wahlspots (Habscheid/Rumann, 4.3.2.) bzw. politische Kommentare und Nachrichten (Luginbühl, 4.3.7.), die sowohl in vornehmlich sprachbasierten als auch in bilddominierten Medien vorkommen. Ob Slogans (Donalies, 4.3.3.) tatsächlich als eigene Textsorte klassifiziert werden können, ließe sich durchaus diskutieren, dafür wird aber von der Autorin prägnant und überzeugend argumentiert (4.3.3., S. 651).

Als fehlend könnte man hier z. B. die Erforschung politischer Tweets monieren, einer Textsorte, die allerdings zumindest im deutschsprachigen Raum erst nach Redaktionsschluss des Handbuchs an größerer Bedeutung gewonnen hat und wohl aus diesem Grund nur kurz in einem anderen Zusammenhang in Kap. 4.2.4. (Runkehl) besprochen wird. Es werden aber auch zwischen Gesprächs- und Textsorten liegende Formen wie politische Chats und Forenkommunikation nicht in separaten Beiträgen thematisiert. Da es sich hierbei aber ebenfalls um neuere Formen politischen Kommunizierens handelt, zu denen es – zumindest Stand 2014 – noch nicht so viele politolinguistische Arbeiten gab, wären solche Beiträge in einem Handbuch, das einen Forschungsüberblick geben soll, wohl noch nicht gerechtfertigt gewesen.

Etwas heterogen in der Zusammenstellung ist Kap. 4.4. „Sprachhandlungen“, mit dem einleitenden Beitrag von Bock. Dafür ist es aber mit besonders interessanten und gelungenen Beiträgen ‚bestückt‘, die sich alle jeweils mit Forschungen zu einer bestimmten Form sprachlichen Handelns bzw. vorwiegend sprachlich-kommunikativer Praktiken in der Politik befassen. Die Themenbreite reicht von dem klassischen und immer noch zentralen Thema der Politolinguistik, nämlich „Um Begriffe kämpfen“ (Klein, 4.4.1.), bis zu der in den letzten Jahren wieder besonders aktuell gewordenen Problematik der Konstruktion des Eigenen und des Fremden (Lobenstein-Reichmann, 4.4.3.).

Die Platzierung des Beitrags von Forster „Kaschieren und verschleiern“ (4.4.2.), der sich mit Euphemismen und euphemistischem Sprechen befasst, in diesem pragmalinguistischen Kapitel und nicht z. B. in einem Großkapitel zur Lexik scheint vielleicht auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Dadurch – und auch schon durch den Titel des Beitrags – wird aber zu Recht hervorgehoben, dass es sich bei Euphemismen nicht bloß um Stilmittel handelt, sondern um die Umsetzung einer sprachlich-rhetorischen Kommunikationsstrategie (vgl. 4.4.2, S. 794).

Dass das Argumentieren offenkundig zu den wichtigsten Sprachhandlungen in der Politik gehört, würde schon die Behandlung dieser Thematik in gleich zwei Beiträgen in diesem Kapitel rechtfertigen. Diese Aufteilung hat aber darüber hinaus den Vorteil, dass so neben der traditionellen, auf Einzeltexte bezogenen Argumentationsanalyse (Kindt, 4.4.4.) auch die Analyse von Argumentationsprozessen in Diskursen vorgestellt werden kann (Spieß, 4.4.5.). Dies stellt angesichts massenmedial, vor allem aber auch über verschiedene Plattformen des Internets geführter politischer Debatten, die sich nicht an einer überschaubaren Anzahl von Einzeltexten festmachen lassen, einen interessanten und notwendigen Forschungsansatz dar. Die geringfügigen Redundanzen zwischen diesen beiden Beiträgen – z. B. bei der Besprechung des Modells von Toulmin – sind wohl unvermeidlich und stören nicht. Die große und steigende Relevanz des ebenfalls sehr fundierten letzten Beitrags des Bandes, in dem Holly sich mit dem Thema der Imagearbeit in der Politik befasst (4.4.6.), lässt sich auch nicht leugnen, wenn man bedenkt, für wie wichtig ein Großteil der heutigen Politikergeneration diesen Bereich propagandistischer Kommunikation offenkundig hält.

Der dritte Band des Handbuchs beinhaltet drei thematisch recht unterschiedliche Kapitel zur „Geschichte der politischen Sprache in Deutschland seit der Frühen Neuzeit“ (Kap. 5), zu „Anwendungsbereichen politolinguistischer Forschungsergebnisse“ (Kap. 6) und zur „Politolinguistischen Forschung in Europa“ (Kap. 7). Dadurch wirkt dieser letzte Band ein wenig, als wären hier quasi die „Reste“ des Forschungsgebiets verwertet worden. Angesichts der Relevanz und Qualität der Beiträge lässt sich dieser erste Eindruck jedoch keinesfalls aufrechterhalten.

Die Beiträge in Kap. 5 bieten zusammen einen diachronen Überblick über die Entwicklung polit-sprachlichen Agierens in Deutschland bzw. in deutschsprachigen Gebieten, und zwar anhand in diesem Zusammenhang besonders markanter Wendepunkte wie der Jahre 1848 (Schröter, 5.2.), 1918 (Eitz, 5.4.) und 1968 (Wengeler, 5.8.) oder wichtiger Epochen deutscher Geschichte von der Reformationszeit bis zur Französischen Revolution (Diekmannshenke, 5.1.), dem Nationalsozialismus (Sauer, 5.5.), der Nachkriegszeit in der BRD (Kämper, 5.6.) und in der DDR bis zu deren Ende (Schlosser, 5.7.) sowie der Zeit der „Wende“ und Wiedervereinigung (Reiher, 5.9.). Dazu kommt noch ein besonders interessanter Beitrag zum Zusammenhang von politischer Sprache und Kolonialismus (Warnke/Schmidt-Brücker, 5.3.), der auch Anmerkungen zu Empirie und Methodik historio-politolinguistischen Forschens enthält (5.3., S. 944–953).

Drei Anwendungsbereichen politolinguistischer Forschung widmet sich Kap. 6: „Linguistische Politikberatung“ (Roth, 6.1.), „Sprachdidaktik“ (Kilian, 6.2.) und „Sprachkritik“ (Schiewe, 6.3.). Die besondere Relevanz der in allen drei Beiträgen behandelten Themen liegt aus Sicht des Rezensenten darin, dass politolinguistische Erkenntnisse einen fundierten und positiven Beitrag zu den vornehmlich laienlinguistisch begründeten Diskussionen in diesen Bereichen leisten können. Dies ist im Falle der Sprachkritik offensichtlich, gilt insbesondere aber auch für die Sprachdidaktik, die einen wesentlichen Anteil an der politischen Bildung haben sollte und die damit verstärkt zur Befähigung zu politischer Partizipation in einer demokratischen Gesellschaft beitragen könnte. Auch die linguistische Politikberatung kann die Demokratisierung politischer Prozesse fördern, indem z. B. Bürger und Bürgerinnen in ihrem politischen Handeln unterstützt werden (vgl. 6.1., S. 1091–1095). Allen drei Beiträgen ist gemein, dass sie die über die Forschung im engeren Sinn hinausgehende Relevanz der Politolinguistik überzeugend aufzeigen und belegen.

Die Auswahl der Länder, deren politolinguistische Forschungslandschaft in den Beiträgen in Kap. 7 präsentiert wird, wirkt etwas willkürlich, wenn sie sich auch zumindest teilweise mit der Relevanz der Beiträge, die die Forschung der genannten Länder geleistet hat, begründen lassen mag. Vor allem durch die Schule der Kritischen Diskursanalyse um Ruth Wodak, aber auch durch andere Arbeiten insbesondere zu rechtspopulistischer Politik und Rhetorik hat sich Österreich vermutlich einen eigenen Beitrag (Stopfner, 7.4.) in diesem Handbuch „verdient“. Dass aber die Schweiz keinerlei Erwähnung findet, überrascht doch ein wenig. Wenn es schon entgegen der im Vorwort des Handbuchs (Bd. 1, S. VII) formulierten Einschränkung auf deutschsprachige politolinguistische Forschung eine Erweiterung der Darstellung auf Großbritannien (Schröter, 7.1.), Frankreich (Scholz/Fiala, 7.2.) und Italien (Gualdo, 7.3.) gibt, so ist nicht ganz klar, warum nicht darüber hinaus auch andere, auch außereuropäische Länder einbezogen werden. Der Begründung, dass „eine internationale linguistische Forschung sich noch nicht etablieren konnte“ (Bd. 1, S. VIII), kann zwar nicht widersprochen werden, sie erklärt aber nicht die konkrete Auswahl.

Diese Kritik, die sich im Übrigen nicht gegen die informativen Beiträge dieses Kapitels richtet, soll jedoch auf keinen Fall den überaus positiven Gesamteindruck schmälern, den der Rezensent bei der Lektüre des Handbuchs gewonnen hat. Aufgrund der umfassenden Darstellung des Forschungsbereichs „Sprache und Politik“ und der durchwegs gelungenen Beiträge kann dieses Handbuch jedem empfohlen werden, der sich in die Politolinguistik einlesen möchte. Darüber hinaus ist es auch hervorragend als Nachschlagewerk für Sprachwissenschaftler, aber auch z. B. Politologen geeignet, die sich mit einzelnen Themen im Bereich politischen Agierens und Kommunizierens oder mit politischen Diskursen auseinandersetzen wollen. Auch als Basislektüre für politolinguistische Lehrveranstaltungen kann das Buch bzw. können einzelne thematisch relevante Beiträge nutzbringend herangezogen werden, obzwar es sich um keine Einführung handelt und man wohl bei den meisten Beiträgen nicht ohne grundlegende Vorkenntnisse auskommt. Dieses Handbuch darf somit nirgends fehlen, wo man sich mit politischer Kommunikation und speziell dem Sprachgebrauch in politischen Kontexten beschäftigt.

Footnotes

1

Anzumerken ist, dass nach Angaben der Herausgeber (Bd. 1, Vorwort, S. VIII) aufgrund der relativ langen Herstellungsdauer des Handbuchs die Forschungsliteratur zur Politolinguistik und damit der Forschungsstand nur bis 2014 systematisch berücksichtigt werden konnte. Dies ist ein zwar gut nachvollziehbares, aber doch bedauerliches Manko, insbesondere wenn es um Themen wie den Einsatz Neuer Medien für politische Kommunikation geht.

2

Auf die einzelnen Beiträge wird mittels Nennung der Nummer des Beitrags verwiesen. Wo nötig, wird zusätzlich die Seitenzahl angeführt. Die Bandnummer wird nur vorangestellt, wenn auf einen Beitrag in einem der nicht gerade diskutierten Bände verwiesen wird.

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