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Schittich, Christian

Traditionelle Bauweisen

Ein Atlas zum Wohnen auf fünf Kontinenten

BIRKHÄUSER

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    79,95 € / $89.99 / £72.50*

    Hardcover
    Publication Date:
    October 2019
    ISBN
    978-3-0356-1609-5
    See all formats and pricing

    Overview

    A comprehensive reference work covering traditional building methods Numerous examples of vernacular domestic architecture from all five continents More than 1000 impressive color photographs and detailed drawings

    Aims and Scope

    Traditional building methods – such as those used in pueblos, timbered houses, or the Japanese minka – exist in fascinating diversity and create the face of a region. However, as a result of globalization they have been marginalized in many places. In the fastest developing countries in particular, a wealth of experience that goes back hundreds of years is being irretrievably lost, even though valuable insights can be gained for modern building. Using the examples of selected domestic buildings from all continents, 30 international experts demonstrate why we can still learn from vernacular architecture; they analyze the cultural context and the adaptation to topographic/climactic conditions, and focus on the local materials used as well as on the construction, the building process, and the necessary maintenance.

    Details

    24.0 x 30.0 cm
    384 pages
    BIRKHÄUSER
    Language:
    German
    Type of Publication:
    Specialist Text
    Keyword(s):
    Architecture Traditionel Architecture throughout the world

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    Christian Schittich, architect, former Editor-in-Chief of Detail (1998–2016), editor of numerous specialist books and manuals.

    Reviews

    Ein Liebesbeweis Wer dieses Grundlagenwerk über traditionelle Bauweisen auf der ganzen Welt studiert, versteht, dass der Mensch die Erde nicht nur zerstören, sondern auch behutsam mit ihr umgehen kann. Laura Weißmüller in Süddeutsche Zeitung 7./8. Dezember 2019 Der hohe Atlas des traditionellen Wohnens Atlas war bekanntlich ein Titan, der aufgrund seiner Loyalität zu Chronos von Zeus dazu verdonnert wurde, das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt der damals bekannten Welt zu tragen. Der Begriff „Atlas" aber im Sinne einer sammelnden Weltbeschreibung taucht erstmals in Gerhard Mercators 1595 posthum erschienenen Werk mit dem etwas umständlich lateinischen Titel „Atlas sive Cosmographicae meditationes de fabrica Mundi et fabricati figura" auf. Das von Christian Schittich herausgegebene Buch „Traditionelle Bausweisen" ist, wie der Untertitel verrät, auch ein Atlas. Ein „Atlas zum Wohnen auf fünf Kontinenten". Landkarten sind zu Beginn der Kapitel über Europa, Asien, Ozeanien, Afrika und Amerika zwar abgebildet, doch ist der hervorragend bebilderte Band eine andere Form von sammelnder Weltbeschreibung: Eine Sammlung traditioneller Wohn(bau)weisen, deren Urheber und meist auch Bewohner die einfachen Menschen sind – die „normale" Bevölkerung. Versammelt sind auch ungezählte, immer hervorragende Fotos, Pläne und erhellende Texte, die 36 internationale Experten – Architekten, Hausforscher und Anthropologen – verfasst haben. Sie analysieren Bauweisen und Haustypen, verorten sie in ihren kulturellen, topographischen und klimatischen Kontexten und beschreiben darüber hinaus Funktionen der Häuser sowie für den Bau verwendete Ressourcen, die meist aus der räumlichen Umgebung stammen. Überzeugend und angesichts des verbreiteten Glaubens an die technisch-rationale Herstellbarkeit identitätsstiftenden Bauens auch wohltuend, eröffnet dieser Band so tiefe Einblicke in die anthropologischen Dimensionen von Gebäuden und Siedlungen: „Ein Haus", so Schittich in seinem ins Thema einführenden Überblick, „ist weit mehr als nur ein technisch funktionales Gebilde. Als Lebensraum seiner Bewohner ist ihm fast immer auch eine symbolische und kultische Bedeutung inhärent". Es ist dieser ethnologische Blick, der Leben, Bauen und Wohnen zusammen sieht, der Schittichs Atlas zu einem besonderen Buch macht. In der Tat sollte diesen Band haben, wer sich mit „vernakulärer" Architektur beschäftigt, klimaneutrales und nachhaltiges Bauen als zentrales Thema sieht oder sich ganz allgemein für „Bauen und Bauten" als Teil einer lebensweltlich orientierten Kulturgeschichte interessiert. Und wie es sich für einen Atlas gehört, wird man die wunderschön gestaltete Publikation nicht nur einmal zur Hand nehmen, sondern dauerhaft als grundlegendes Nachschlagewerk nutzen wollen. Dabei ist es übrigens ganz gleich, ob man etwas über fränkische Fachwerkhäuser erfahren will, das niederdeutsche Hallenhaus, die bäuerlichen Steinbauten im Tessin, tibetische Bauernhäuser, Lehmbauten in der Sahelzone oder Bauformen im indigenen Nordamerika. Natürlich findet sich in Schittichs Atlas auch etwas zu den traditionellen Bauformen am Atlas. Genauer gesagt zu Wohnformen im Süden Marokkos zwischen dem südlichen Abhang des Hohen Atlas bis in die Sahara. Eric-Oliver Mader in Deutsches Architektenblatt 12/2019 (S. 32) Häuser entstehen aus Bedürfnissen Architektur: Eine faszinierende Reise um die Welt zu traditionellen, ressourcenschonenden Bauweisen Es ist schon schwierig mit der Tradition. Gerade in diesen nostalgisch-rückwärtsgewandten Zeiten wird sie oft als plumpe Referenz an ein irgendwie besseres Früher gebraucht. Das gilt erst recht für die Architektur. Von der Glorifizierung der Gründerzeit in Wien bis zur Fake-Rekonstruktion des „typisch deutschen“ Fachwerks in Frankfurt: Mit Tradition gewinnt man garantiert Zuspruch. Dabei ist traditionelles Bauen alles andere als ein in Ewigkeit zementierter Kanon, sondern Ergebnis eines jahrhundertelangen Prozesses, der nie ganz abgeschlossen ist. Es ist eine Schatztruhe des Wissens über oft komplexe Bautechniken, den effektiven Umgang mit Material, über Witterung und lokale Gegebenheiten. Ignoriert man dies und begnügt sich mit Oberfläche und Ornament, führt das zu Auswüchsen wie den Tiroler Betonburgen-Hotels, die mit Versatzstücken wie Sprossenfenster und Holzbalkonen bepickt werden. Tradition als Karikatur. Tiefer in diese Schatzkiste gegriffen dagegen hat Christian Schittich, langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift Detail, in dem von ihm herausgegebenen umfangreichen Band „Traditionelle Bauweisen“. Dieser versammelt Haus-Typologien von Ozeanien bis Oberbayern und ist dabei weit mehr als ein touristisch-oberflächlicher Weltatlas, der das Exotische abfeiert. Stattdessen wird das Traditionelle in Bild, Grundriss und Wort anschaulich analysiert und verständlich gemacht, im Bewusstsein, dass das Wort „traditionell“ in seiner Rückwärtsgewandtheit ein unbefriedigender Hilfsbegriff ist. „Der Begriff vernacular architecture, der das Bauen der einfachen Leute ohne Zuhilfenahme professioneller Planer umreißt, wurde in der englischen Sprache zu einem festen Begriff, während im Deutschen bis heute dafür kein entsprechendes Pendant existiert“, erklärt Schittich im Vorwort. Ob traditionell oder vernakulär, beides hat zu Unrecht den Ruf, unsexy und irgendwie „pauvre“ zu sein. Dabei ist es so ressourcenschonend wie intelligent, oft weit mehr als der Hightech-Zinnober, der heute als „Smart City“ und „Intelligentes Bauen“ verkauft wird. Iranische Windtürme sind optimierte Klimaanlagen, norwegische Grasdächer perfekt gegen Nässe isoliert. Architektur entsteht nie aus einer Laune heraus oder aus einem „Stil“, sondern aus der Logik des Alltags: Wo steht das Pferd, wo ist die Feuerstelle, wo ist das Wasser, wie bekommt man den Rauch weg und die Frischluft hinein, wie das Licht hinein und die Wärme nicht hinaus? Welche Materialien und Werkzeuge sind vor Ort verfügbar, gibt es Erdbeben, Überflutungen, Monsun? Je genauer man nachliest, desto mehr werden selbst scheinbar vertraute Bauweisen wie Fachwerkhäuser plötzlich genauso komplex und fremdartig wie sibirische Jurten. In manchen Bautypen lassen sich kontinentübergreifende Parallelen aufspüren, andere bleiben faszinierend singulär, wie die Tulous, die meist runden riesigen Festungswohnhäuser, die das Volk der Hakka in Südostchina errichtete und die wie Ufos aus Stein und Holz im Wald stehen. Am Ende der Reise von Friesland bis zum brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso wird klar: Das Gebaute entsteht aus einem notwendigen Bedürfnis, bis es irgendwann zu Kultur wird. Dann wird das Fachwerk zum Gestaltungselement, die gekalkte Fensterumrandung zum Ornament. Die Bauten in diesem Buch balancieren alle auf dieser Kante zwischen überlebensnotwendiger Technik und Kultur, ein berührendes Zeugnis dessen, was wir Zivilisation nennen. Es ist auch eine Ehrenrettung für Bauweisen, die heute leider oft als „arm“ diskreditiert werden, in manchen Regionen auch von den Bewohnern selbst, die sich stigmatisiert fühlen und lieber in modernen Bauten wohnen, auch wenn diese klimatisch völlig ungeeignet sind. Nicht zuletzt ist das Buch ein Fest für Freunde sprachlicher Ausdifferenzierung. Wo sonst liest man von dreischiffigen Flettdielenhäusern mit Kammerfach, Eulenlöchern und Muldenfalzziegeln (Norddeutschland), ewenkischen Stangenkegelzelten (Mongolei) oder birnenförmig zugehauenen Hartsteinfäusteln (Jemen)? Eben. Maik Novotny in FALTER 41/2019 vom 11.10.2019 (S. 50)

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