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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Nikephoros Erotikos

Νικηφόρος

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25583
Namensvariante
Erotikos (Familienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
945
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Lehrer für Geometrie; Paideutes (Lehrer); Patrikios; Gesandter
Name normalisiert
Nikephoros
Ort
Bulgarien
Quelle
Theoph. cont. 6; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163); Leon Diakonos, Historia

N: Familienname: Erotikos —  Ἐρωτικός (s. u. unter P).

T: Patrikios und Paideutes — παιδευτής (Lehrer); Gesandter.

V: Er war ein angeheirateter Verwandter (γαμβρός) des Eparchos Theophilos Erotikos (# 28154), der ca. 945/46 Eparchos von Konstantinopel und danach Quaestor war.

Konstantinos VII. ernannte ihn – zu einem nicht genau datierbaren Zeitpunkt – im Rahmen seiner “Bildungsmaßnahmen” zum Lehrer für Geometrie: παιδευτὰς δὲ ἀρίστους προκέκρικεν· ... εἰς δὲ τὸ τῆς γεωμετρίας Νικηφόρον πατρίκιον τὸν γαμβρὸν Θεοφίλου ἐπάρχου τοῦ  Ἐρωτικοῦ.

Vermutlich handelt es sich bei ihm und dem Patrikios Nikephoros Erotikos, der 968/69 zusammen mit Philotheos (# 26636), dem Episkopos von Euchaïta, von Kaiser Nikephoros II. Phokas als Gesandter zu den Bulgaren geschickt wurde, um ein und dieselbe Person. Leon Diakonos berichtet, daß Nikephoros angeblich ein Bündnis gegen die Rhos und eine Heiratsverbindung zwischen zwei bulgarischen Prinzessinnen (# 30139) und den beiden jungen Kaisern Basileios (II.) und Konstantinos (VIII.) vorgeschlagen habe. Die Bulgaren hätten das Angebot akzeptiert und eine Gegengesandtschaft mit zwei Prinzessinnen nach Konstantinopel geschickt. Jedoch sei es infolge des Sturzes des Kaisers Nikephoros zu keinem Vertragsabschluß gekommen.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. VI 14, p. 446,9-14; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 5,1-6; Leon Diakonos, Historia V 3, p. 79,9 – 80,7.

L: Zu der Ernennung zum Lehrer cf. Speck, Universität 22–28; zu der Gesandtschaft von 868/69 s. Dölger–Müller, Regesten Nr. 718 (Lit.); Panagopoulou, Gamoi 151f.

P: Der Familienname Erotikos wird bei der Erwähnung der Ernennung zum Lehrer nur von Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) genannt. Auch bei der Erwähnung der Gesandtschaft von 968/69 durch Leon Diakonos führt er diesen Beinamen (τόν τε Πατρίκιον Νικηφόρον, ᾧ ἐπώνυμον  Ἐρωτικός). Da der Terminus γαμβρός in der Regel einen angeheirateten Verwandten bezeichnet, heißt das, daß entweder Theophilos oder (das ist wahrscheinlicher) N. den Familiennamen ihrer jeweiligen Frau angenommen haben muß. — Laut Markopoulos, in: Symmeikta 3 (1979) 100, ist er sehr wahrscheinlich identisch mit Nikephoros (# 25587), dem Lehrer des Dichters Ioannes Geometres (# 23092), wobei Markopoulos auf Krumbacher, Litteratur 731, und auf Speck, Universität 22f. Anm. 3, verweist. Die jüngsten Arbeiten zu Ioannes Geometres (Lauxtermann, in: Byz 68 [1998] 358; van Opstall 5) möchten sich in dieser Frage jedoch nicht festlegen. — Zu der Gesandtschaft von 968/69: Es ist schwer vorstellbar, daß ausgerechnet Nikephoros II., der gerade erst einen Krieg gegen Bulgarien vom Zaun gebrochen hatte, nun denselben Bulgaren gleich beide jungen Kaiser als Ehepartner angeboten haben soll. — Möglicherweise ist er identisch mit Nikephoros Erotikos (# 25632). Auf der Grundlage dieser Annahme möchte ihm Laurent, Vatic. p. 15f., drei Siegel zuweisen, s. unter Nikephoros (# 25562. # 25584 und # 25651). Dafür gibt es jedoch keinerlei konkrete Anhaltspunkte.

QuelleSource

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